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Donnerstag, 10. September 2026

Der Spinner ist zurück

Zwischen Überdruss und Müdigkeit, haben es Comicverfilmungen nicht mehr so leicht, wie zu den Anfängen des MCU. Die Tage scheinen gezählt, an denen Marvel einfach die gewohnte Formel nutzen konnte, um Millionen damit zu verdienen. Nach Avengers Endgame schien der Lack endgültig abgeblättert zu sein. Doch ein Superheld hielt sich dennoch wacker im Sattel: Spider- Man, der freundliche Spinner aus der Nachbarschaft. 

Mit No Way home hatte man noch immer einen Glücksgriff und einen echten Erfolg, der zusammen mit dem 3. Teil der Guardians, ein großes Publikum in den weichen Kinositz lockte. Doch dazwischen hatte auch Marvel so seine großen Probleme. Fantastic 4, Captain America 4 und die Thunderbolts konnten nur mäßig überzeugen. Der Megahit war nicht dabei.

Vom Konkurrenten DC konnte man schon gar nichts mehr erwarten. Mit viel Tamtam hat man sich Zack Snyders entledigt, Henry Cavill ersetzt und das Filmuniversum runderneuert, nur um es eigentlich auch nicht wirklich besser oder anders zu machen. 

Ist das Publikum müde, Superhelden zu sehen? Hat man alles bereits aus erzählt? Oder stimmt die Qualität einfach nicht mehr? Vermutlich alle drei Dinge in Summe, denn mit dem neusten Spider- Man wurden wieder Rekorde an der Kinokasse gebrochen! 

Es scheint, als wüssten die Filmemacher hier noch, worum es eigentlich geht. Sie wissen, warum es Spider- Man gibt und sie haben noch immer Spaß daran, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Auch im vierten Film der Reihe mit Tom Holland, können neue Aspekte beleuchtet und eine tiefgründige Erzähle aufgetischt werden, ohne, dass es nach lauwarmen Mittag von Vorgestern klingt.

Und da liegt vielleicht der Unterschied. Alle haben Bock auf den Film: die Macher und auch das Publikum. Kein Held der 8. Reihe, der schon in Papierform keinen interessiert hatte, wird hier in eine Geschichte gepresst, wo alle nur Selbstmitleid haben und in einer Labermarathonendlosschleife dahineiern. Filme können, dürfen, ja: MÜSSEN Spaß machen! Und trotzdem dürfen sie eine tragische Fallhöhe haben, spannend und dramatisch sein. Es geht nicht immer um einen gigantischen Energiestrahl, der in den Himmel schießt. Es braucht nicht immer die generische, austauschbare CGI- Armee aus Aliens, Zombies oder Soldaten zu sein, die in einem Gewitter aus digitalen Tricks den finalen Akt einläutet. 

Superheldenfilme können auch in den leisen Tönen und nahbaren Bildern überzeugen. Wenn Peter Parker seine Maske abnimmt und darunter ein blaues Auge und eine gebrochene Nase zum Vorschein kommt, wird der Held nahbar. Er wird verletzlich. Er wird zu einem von uns.

Einen Helden, der mit dem erhobenen Zeigefinger wedelt und uns zu belehren versucht, wollen wir nicht sehen. Nicht wir, sondern unsere Helden sollen etwas lernen. Sie müssen Fehler machen, um daraus gestärkt hervorzugehen. Eine Lektion, die in Spider- Man Brand New Day wieder bestens funktioniert und die Kasse klingeln lässt. Und das zu Recht!