Die 80er Jahre waren eine tolle Zeit. Viele coole Dinge, die man auch heute noch toll findet, fanden hier ihren Ursprung. Rambo verschanzte sich im Wald, auf der Flucht vor einem bösen Gesetzeshüter. Der Terminator entmenschlichte die Seite eines Telefonbuches und legte ein ganzes Polizeirevier still und ein trotteliger Zauberer war auf der Suche nach dem roten Stier, um einem einsamen Einhorn in Nöten zu helfen.
Als Knirps war auch mein Leben Anfang der 90er von diesen Geschichten geprägt. Meine morgendliche Cartoon- Routine war den Helden mit Cape, bombastischen Bizeps und kernigen Namen geprägt. Die Galaxy Rangers motzten sich mit einem Tuning- Stern auf, Marshall Bravestar beschwor Kräfte von Wolf, Bär Iltis und Regenwurm hinauf und die Turtles vergaben jedes Vergehen außer einer verspäteten Pizzalieferung.
Und da war noch mein bester Freund, der die Mattel Spielzeuge von He- Man hatte. Seine Sammlung machte mich immer neidisch. Also nahm ich mit der Zeichentrickserie vorlieb und lieh mir hier und da mal eine Hörspielkassette aus. Erst in meinen 30ern legte ich mir He- Man Figuren zu. Und ein Teil meines inneren Kindes gab endlich Ruhe.
Nachdem der erste Kinofilm mit Dolph Lundgren eher ein Guiliy Pleasure wurde, weil er mit der Vorlage nichts gemeinsam außer dem Namen hatte, wurde es still um Eternias besten Helden.
Es kamen ein paar neue Cartoons und von einem Kinofilm ließ man sehr lange die Finger. Vermutlich auch aus gutem Grund. Die Zeiten, dass meinem kindlichen Ich vor der Glotze die Frühstücksflocken aus der Kauleiste bröselten und ich im Schlafzeug auf dem Sofa saß, waren vorbei. Wer jetzt noch Actionfiguren kauft, ist längst aus seiner Kinderstube raus.
Nach ein paar spärlichen Gerüchten über einen neuen Kinofilm, gab es eher nur alle Anzeichen nach einer Produktionshölle. So richtig habe ich da schon nicht mehr an einen Kinofilm gedacht. Eher würde wohl noch Blade ins MCU kommen.
Doch nun, 2026, war es dann soweit. Amazon machte es möglich und schleuderte uns eine neonbunte, ironische Heavy- Metal- Orgie um die Ohren. Und was soll ich sagen? Ich fand es echt cool. Alles stimmte. Eternia war nicht nur ein Rückblick, die Charaktere sahen wirklich nach ihren Vorbildern aus und der Ton stimmte auch. Das sahen allerdings nicht alle so. Im Kinosaal war ich allein und der Mensch, der den Filmprojektor anschmeißen musste, fluchte sicher, dass er wegen mir Schicht hatte.
Das war zwar alles schon vor ein paar Monaten, dafür konnte ich den Film dann nochmal im Stream sehen. Ein Streifen, der sich immer noch gut wegguckt. Battlecat ist mit dabei und kann tatsächlich sprechen. Idris Elba ist ein saucooler Man-at-Arms mit reichlich Ecken und Kanten. Auch He-Man gefällt mir besser als anfangs gedacht.
Klar, eine Fortsetzung wird angedeutet, wird aber sicher nicht mehr kommen. Aber einen modernen Film sehen zu können, war mir das Warten wert. Vielleicht setze ich mich mal im Schlafzeug auf mein Sofa und schaufle begeistert ein paar Frühstücksflocken rein, während Brian Mays Soundtrack erklingt und die Macht von Greyskull Adam in einen Hünen verwandelt.





