Alles rund ums Thema mit der Sprechblase. Von Heftchen, Alben, bis zu den zahlreichen Filmen, Serien und Spielen- eben was so anfällt...
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Donnerstag, 9. Januar 2020
Verhext
Vom Roman zum Videospiel, zu Comics, zur Serie. Kein schlechter Wandel, den der Hexer Geralt da hinter sich hat. Ersonnen vom polnischen Autor Andrzej Sapkowski betrat der mürrische Hexer 1993 erstmals das Licht der Welt. Damals noch mit kleinen Kurzgeschichten, die dazu dienten, den Kosmos der Welt des Weißhaares auszubauen. Mit vielen Seitenhieben und Anspielungen auf Märchen und Mythen konnte die Buchreihe schnell seine Fans gewinnen.
Richtig spannend wurde es, als 2007 " The Witcher" dann als Videospiel der polnischen Entwickler von CD Project erschien. Die Spielewelt war begeistert vom Umfang und der Tiefe des Spieles. Kein Wunder, dass mit Teil 2 und besonders Teil 3 der Hype immer größer wurde. Hier wurden Entscheidungen des Protagonisten getroffen, die im weiteren Verlauf der Handlung große Auswirkungen haben konnten.
Nachdem Fantasy im Serienformat mit "Game of Thrones" gleichgesetzt wurde, diese Serie aber mit einer eher schwachen Endstaffel abschloss, freuten sich viele Fans nun auf "The Witcher" von Netflix. Der Streamingdienst dürfte sich die Hände reiben, ein solches Kaliber in seinen Reihen zu wissen.
Da ich die Spiele nur kurz angespielt habe und auch nur das erste Buch ( " Der letzte Wunsch") mit den Kurzgeschichten gelesen habe, ging ich recht unvoreingenommen an die neue Serie heran.
Mit Henry Cavill ( Man of Steel), in der Hauptrolle, war es dennoch nicht ganz einfach, den markanten weißhaarigen Hexer zu sehen. Stattdessen sah ich anfangs einen Superman mit Perücke und Cosplay. Wie schnell sich das jedoch bereits in der ersten Folge änderte, zeigt, welches Kaliber Cavill schauspielerisch sein kann. Dass der Mann mit Herzblut bei der Sache ist, merkt man in jeder Sekunde.Wortkarg und kantig gibt er den Geralt von Riva mit Bravur.
So gucken sich die 8 Folgen der ersten Staffel recht schnell hintereinander weg und bieten solide Fantasy mit wirklich tollen Figuren und Tiefsinn. Geralt ist ein mürrischer Kämpfer, der für Geld alles an Monstern erledigt, was sich ihm in den Weg stellt. Seine Vergangenheit gibt unzählige Rätsel auf. Ist er ein Mutant oder ein Monster wie jene, die er für Gold bekämpft? Welche Kräfte hat er? Was für Tränke hat er in seinem Repertoire?
Bereits am Anfang schließt sich ihm der fröhliche und oft verkannte Barde Rittersporn ( Joey Batey) an, der in Geralt die Inspiration für viele Lieder und Geschichten sieht. Bereits der erste neue Song " Toss a Coin to your Witcher" ist ein Ohrwurm in der Serie, den ich stundenlang rauf und runter hören könnte.
Die Frohnatur und der Grübler sind natürlich ein ungleiches Gespann, dass sich oft gegenseitig auf die Nerven geht. Der Quell jedes guten Witzes. Wenn Rittersporn die Laute erklingen lässt und Geralt nur mies gelaunt knurrt, kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.
Ebenso wenig darf Zauberin Yennefer ( Anya Chalotra) fehlen, die untrennbar mit dem Hexer verbunden scheint. Ihr Wandel von der buckligen Schweinemagd zur großen Magierin ist ein wichtiger Bestandteil der Geschichte. Immer wieder kreuzen sich die Wege der Beiden und man spürt die Anziehung von Magierin und Hexer in jeder Sekunde.
Erotik darf ebenso wenig in dieser Serie fehlen, wie brutale Gewalt. Ganz nach der Tradition der Konkurrenz, wird hier neben nacktem Menschenfleisch auch gern viel Blut vergossen.
Zwar bleiben die ganz großen epischen Schlachten und riesige Drachen noch aus- auch wenn schon ein Drache seinen Auftritt hat- doch wenn man bedenkt, wie viel in Sapkowskis Romanen noch steckt, kann man sich auf viele Abenteuer, Schlachten, Intrigen, Lieder und Monster freuen.
Die zweite Staffel hat sich Netflix bereits bestellt und auch ich warte schon ungeduldig, wie es nach dem Finale der ersten Staffel endlich mit Geralt von Riva weitergeht.
Dann muss ich mir eben das Warten mit den neu aufgelegten Romanen und dem dritten Teil der Witcher- Spiele " Wild Hunt" vertreiben. Aber es gibt bestimmt schlimmeres...
Sonntag, 29. Dezember 2019
Showdown in den Sternen
Es war das Highlight des Kinojahres 2019: die 9. Episode der Star Wars Saga stand ins Haus. Nach dem stark vermurksten 8. Teil, galt es nun, die Gemüter zu versöhnen und die dritte Trilogie zu einem würdigen Abschluss zu führen. Hierfür hat sich Disney wieder J.J. Abrams als Regisseur verpflichtet, um die Reise von Rey; Finn und Po zu Ende zu bringen. Doch kann man das Ruder noch herumreißen?
All die losen Erzählstränge müssen nun verknüpft werden und es darf keine Fragen mehr geben. Kein Wunder also, dass die Länge des Films mit 142 Minuten glatt ein DC Film von Zack Snyder hätte sein können. Doch es muss aufgeholt werden, was in Episode 9 so belanglos vertrödelt wurde. Rey muss zum vollwertigen Jedi aufsteigen und Kylo Ren braucht seine Knights of Ren. Der Widerstand muss sich gegen die neue Ordnung formieren und es muss um das Schicksal des Universums gehen. Das kann man unter 2 Stunden nicht schaffen.
So wirkt die Handlung recht straff und es bleibt fast keine Luft zum Verschnaufen, ehe dann der Showdown mit brachialer Gewalt über den Zuschauer hereinbricht. Doch schafft es Regisseur J.J. Abrams endlich, seinen Figuren mehr Tiefe zu verleihen und lässt die alten Recken der Vergangenheit hinter sich, um die jungen Wilden auf eigenen Füßen stehen zu lassen. Dass Han Solo und Leia hier Händchen halten, ist schnell vorbei. Rey schafft es, doch noch zu einem Publikumsliebling zu werden und zeigt, dass sie auch mal Fehler macht oder an einer Aufgabe scheitert. Auch wenn die Macht stark in ihr ist, braucht sie viel Übung um über sich hinaus zu wachsen.
"Der Aufstieg Skywalkers" ist ein Abschluss, der irgendwie versucht alle 9 Teile des Sternenkrieges zu einem Ende zu bringen. Ganz klar ist ja nun wirklich nicht, wie es mit künftigen Filmen weitergeht. Für mich war der Gang ins Kino eine gute Entscheidung und ein schöner Ausklang der beliebten Star Wars Reihe, die mich seit meiner Kindheit begleitet. Ich hatte weder das Gefühl, dass etwas in der letzten Trilogie fehlt, noch muss ich etwas an der Machart des Films bemängeln. Besser hätte es nicht laufen können. Auch wenn die Kritiker es anders sehen und im Schnitt nur 6 von 10 Punkten vergeben, bin ich froh, dass mit Episode 9 endlich wieder Star Wars Feeling aufgekommen ist. Und das ohne Wenn und Aber.
Sonntag, 1. Dezember 2019
Lieber nicht
Eigentlich habe ich sie immer belächelt, jene Spieler, die sich jedes Jahr zur selben Zeit ein Fußball- oder Formel- 1- Spiel gekauft haben. So richtig habe ich nie verstanden, warum man sich andauernd das gleiche Spiel, mit leichten Veränderungen zulegt. Bis ich eines Tages Wrestlingfan wurde und mir auch die Spiele besorgt habe. Damals noch auf der Playstation 2 mit "Here comes the pain!". Ab da wollte ich jedes neue Spiel haben, weil Wrestler XYZ eine andere Hose trägt oder eine neue Frisur hat- verrückt. So geht dass jetzt seit 14 Jahren. Doch warum habe ich und werde ich kein WWE2K20 haben? Immerhin zieren das Cover doch Roman Reigns und Becky Lynch? Die Antwort: Angst!
Wie jetzt? Angst vor einem Spiel? Eher die Angst vor der lieblosen Ware, die die Entwickler da im Oktober 2019 in die Regale gestellt haben. Sieht man sich Spielberichte und Videos des Titels an, ist von Unspielbarkeit und vielen Grafikfehlern die Rede, die ich einfach nicht ignorieren kann. Schade, denn eine gepflegte Spielerunde auf der Playstation macht immer viel Spaß. Wenn der Ringrichter jedoch mit Saghetti- Armen und Beinen im Ring versinkt, Becky Lynchs Gesicht verschwindet und nur noch Augen und Mund durch die Luft schweben, dann finde ich das eben doof. Doch warum passiert so etwas?
Ein gutes Spiel zu entwickeln kostet Zeit. Und Zeit haben die Entwickler eben nicht, wenn jedes Jahr ein solches Spiel erscheinen muss. Final Fantasy hat damals 5 bis 10 Jahre gedauert, bis die Entwicklung fertig war. Ob gut oder schlecht, verbugged waren die Titel jedenfalls nie. Sportspiele sind nur noch Updates der Vorgänger. Man packt scheinbar das selbe Spiel in ein anderes Cover, ändert das Menü und ein paar Features ab und voila! 60 Euro bitte.
Dabei würde es ausreichen, nur noch alle 3 Jahre ein Sportspiel zu veröffentlichen und es durch kleine DLCs aktuell zu halten. Gibt es einen neuen Charakter in der Show? Dann lade ihn dir im neuen Updatepaket herunter. Doch leider machen die Firmen damit weniger Geld, als mit einem vollwertigen Titel. Aber würden sie dann nicht mehr Zeit für bessere Spiele haben? Verzwickte Sache.
Ich halte mich jedenfalls von diesem Titel fern. Mut zur Lücke heißt sowas. Durch DLCs konnte ich den Roster aktualisieren und durch Neuzugänge aufstocken. Mal schauen, wie dann WWE2K21 wird. Die Hoffnung stirbt ja zuletzt.
Donnerstag, 7. November 2019
keine Zukunft für den T-800
Es war schon an den Reaktionen der ersten Promofotos abzulesen: so richtig toll fand keiner, was da zum 6. Terminator versprochen wurde. Erzwungene Frauenpower, wenig neues und ein irgendwie liebloses Szenario. Auch ich zählte mich zu Jenen, denen die Skepsis nur so aus dem Maul tropfte. "Wokenator" titelten da einige. Ich fand einfach nur, dass mir alles fehlte, was eigentlich Kern einer guten Terminatorgeschichte hätte sein sollen.
Dann ging ich ins Kino und dachte nach dem Genuss der 6. Auflage von Arnolds Killerroboter, dass das doch gar kein schlechter Film war. Klar, hier und da hätte man es besser machen können, doch im Gesamtbild ging ich sichtlich erleichtert aus dem Lichtspielhaus meines Vertrauens. Leider stand ich damit fast allein da. Meine Begleitung fand den Film zwar auch gut aber die Tatsache, dass der Film 120 Millionen Dollar Miese gemacht hat, ist erschreckend. Was ist geschehen?
Regisseur Tim Miller, bekannt für den genialen ersten Deadpool- Film, übernimmt das Steuer und James Cameron, Schöpfer der ersten beiden Kultfilme gibt den Produzenten. Das klingt vielversprechend. Leider hatten wir seit dem dritten Teil keinen erfolgreichen Terminator mehr. Alles floppte, egal wie man es anging. War Teil 3 eine Wiederholung des zweiten Teils, Teil 4 eine Zukunftsmusik mit Starbesetzung und Teil 5 ein Remake mit Neuorientierung und dem Blick auf den ersten Teil, so schepperten sie alle am Erfolg des zweiten Teils vorbei. Und je älter und klappriger Arnold wurde, desto verzweifelter wirkte es irgendwie, ihn trotzdem in diese Rolle zu pressen. Als man dann mit Teil 6 um die Ecke bog, verdrehten einige Fans nur noch hilflos die Augen. Vermutlich blieben sie schon aus Prinzip dem Film fern.
Dabei hat Dark Fate alles, was ein Terminator braucht. Arnold wurde sinnvoll in die Story eingebettet, neue Figuren, wie Grace ( Mackenzie Davis) wirken erfrischend neu und Sarah Connor ( Linda Hamilton) ist ein Badass vor dem Herrn. Klar, danach geht es bergab. Der neue, böse Terminator ( Gabriel Luna) ist Trumps Alptraum: ein mordender Mexikaner, der sogar über die Grenze huscht. Doch bleibt er leider etwas zu konturlos und seine Fähigkeiten wirken seltsam unkoordiniert. Dani Ramos ( Natalia Reyes) ist als künftige Anführerin der Résistance wenig überzeugend und gerade die Sequenz in einem Flüchtlingscamp ist ungewohnt politisch und damit ungewollt komisch. Kurzum, Dark Fate macht vieles gut, haut aber auch häufig daneben. Die Action jedoch ist stimmig und unterhaltsam und längst nicht so verwirrend erzählt, wie in Teil 5 "Genesys".
Vielleicht erleben wir aber gerade etwas, das längst überfällig war. Zum Einen Arnolds Ruhestand. Immerhin hat sich das der Mann mit über 70 verdient. Zum Anderen, ist bewiesen, dass es langsam genug ist, sich mit dem Remake-Reboot- Zauberstab über Klassiker der 80'er herzumachen. Es waren eben andere Zeiten. Was damals funktioniert hat, funktioniert heute eben nicht mehr. Dazu haben sich unsere Sehgewohnheiten einfach zu stark verändert. Und der einzige Grund, warum wir gern an die Klassiker denken, ist, weil wir mit ihnen aufgewachsen sind. Ansonsten nennt mir einen Millenial, der etwas mit Stirb Langsam Teil 1 anfangen kann.
Doch nichtsdestotrotz ist Dark Fate einen Kinobesuch wert. Er ist kein schlechter Film. Er wird aber nicht schaffen, was einst mit Teil 1 und 2 aus der Kinolandschaft wurde. Genauso wenig gelang es, nach Arnold einen weiteren Bodybuilder groß raus zu bringen. Aber besser ist das. Dennis Wolf wäre auch nicht überzeugend.
Mittwoch, 23. Oktober 2019
Nicht witzig!
Jack Nicholson, Heath Ledger und Jared Leto haben es vorgemacht: Batmans ikonischer Gegenspieler ist so vielschichtig, dass jeder Schauspieler eine andere Figur erschuf. Jede Version des Clownprinzen ist so anders und trotzdem zeigen sie den selben Schurken. Nach vielen Misserfolgen des DC Universums auf der großen Leinwand, soll nun auch Joaquin Phoenix in die Rolle des Killerclowns schlüpfen. Doch kann er seinen Vorgängern das Wasser reichen? Schafft er es, eine eigene Interpretation zu schaffen oder wird ihn der Vergleich mit seinen cineastischen Vorgängern zum Verhängnis?
Vorweg muss ich sagen, dass mich die Ankündigung eines Joker- Films wenig interessiert hat. Statt das DC Universum endlich auf Kurs zu bringen, wirkte das Filmprojekt wie eine Ablenkung, die nicht sein muss. Braucht man einen Jokerfilm? Was ist mit Jared Leto, der in Suicide Squad einen neuen Clown verkörperte? Es schien, als hätte Warner Brothers wieder den völlig falschen Weg eingeschlagen.
Der Trailer hatte es unterdessen geschafft, zu fesseln und ein beklemmendes Gefühl zurückzulassen. Könnte dies der beste Einblick sein, den wir in Batmans wichtigsten Antagonisten bekommen? Und so war der Kinobesuch ein letzter Termin für die Comicverfilmungen des Jahres 2019. Doch konnte nach dem Blockbuster- Bombast von Avengers Endgame eine weitere Adaption das Publikum überzeugen?
Regisseur Todd Phillips pfeift auf Konventionen und inszeniert ein düsteres Werk, dass sich gekonnt an Vorbildern von Martin Scorsese orientiert. "Taxidriver" und "The King of Comedy" sollten hier Pate stehen. In Optik und Stimmung ging es hier weniger um seichte Unterhaltung sondern um das unangenehme Auseinandersetzen mit der menschlichen Psyche und ihrer Abgründe. Gotham als eine gescheiterte Metropole in der die Menschen zu Monstern wurden und die Armen unweigerlich zum Opfer werden, um die sich niemand kümmert. Protagonist Arthur Fleck ( Joaquin Phoenix) ist hier ein geistig kranker Mann, den die Menschen hassen und aus dem Weg gehen. Der gescheiterte Comedian wünscht sich nichts sehnlicher, als seine Mitmenschen zum Lachen zu bringen, doch diese freuen sich erst, wenn er geschlagen und getreten am Boden ist. Kein Wunder also, dass Arthur eine Verwandlung durchmacht. Der Joker wächst in ihm mit jeder Demütigung und wird zum Schutzschild für den dürren Verlierer.
Phoenix wirkt gebrochen, krank und traurig. Der ausgemergelte Körper ist nur ein kläglicher Überrest eines Mannes, der längst keine Hoffnung mehr hat. In düsteren Bildern, dreckigen Kulissen und abgehalfterten Menschen, wird der Zuschauer unweigerlich in die Fremdscham gezwungen. Selten wand man sich so sehr im Kinosessel. Das Unbehagen steigt während des Films mehr und mehr an, während das Cello der Filmmusik einen zu ersticken droht.
Kino muss keinen Spaß machen. Auch wenn der Film "Joker" heißt, wird es kein Spaß sein, dem Treiben zu folgen. Die 122 Filmminuten werden zur Tortur und man droht den Verstand zu verlieren. Ein Vergnügen, wie einst der Tim Burton Joker wird es keineswegs. Dieser Joker lässt uns nachdenken. Haben wir den Joker geschaffen oder er uns?
Sonntag, 6. Oktober 2019
Comicfilme sind wie ein Vergnügungspark?
Was hat sich denn Martin Scorsese ( Taxidriver, The Wolf of Wallstreet) dabei gedacht? Hat er doch tatsächlich behauptet, die Marvelfilme seien keine Filme, sondern eher ein Rummelplatz. Natürlich stieß diese Bemerkung des preisgekrönten Regisseurs vielen treuen Fans bitter auf. Doch zurecht?
Sieht man mal von der Tatsache ab, dass Meinungen wie Nasen sind und jeder eine eigene hat, ist doch persönlicher Geschmack etwas, dass jeder haben darf. Fragt man mich, ob ich "50 Shades of Grey" oder "Twilight" für gute Filme halte, kann ich nur sagen, dass mich das Thema nicht interessiert hat. Die Filme schlecht zu machen oder die Schauspieler zu kritisieren, die ganz nebenbei, bis auf Kristen Steward vielleicht, echt talentiert sind, steht mir da gar nicht zu. Zumal ich mich auf Robert Pattenson als Batman mehr als schnitzelartig freue. Doch geht es Scorsese vielleicht weniger um das Thema eines Films, sondern um die Kunstfertigkeit, die hinter diesem steckt. Und hat er nicht Ahnung vom Fach? Er dürfte ja den ein oder anderen Film gemacht haben, der als Meisterwerk gilt.
Schuld an der fehlenden Kunstfertigkeit ist Kevin Feige, beziehungsweise Marvel selbst. Um ein Filmfranchise aufzubauen, muss man die Filme von Stil und Machart ja angleichen, damit kein Bruch entsteht. Zwar unterscheidet sich "Guardians of the Galaxy" von "Antman" und "Wintersoldier" von "Thor Ragnarok", doch gleichen sie sich im Farbschema, dem Filter und dem Storyaufbau sehr. Die Regisseure haben nicht viel eigene Entscheidungsgewalt und können nicht immer das machen, was sie wollen. Joss Whedon ( Buffy) hat nach dem zweiten Avengers Film das Handtuch geworfen, da er nicht jede Szene drehen durfte, die er wollte und auch wenn die Russo- Brüder erfolgreiche Filme machen, so haben sie keine nennenswerte Bildgewalt, wie sie Zack Snyder hat.
Wenn man wissen möchte, wie Filme aussehen, die sehr von ihren Machern geprägt waren, dann sollte man einmal die Batmanfilme von Christopher Nolan oder den dritten Wolverine "Logan" sehen. In Stil, Optik und Erzählweise einzigartig und sehr künstlerisch aber eben nicht die Bohne mit einem Filmfranchise wie DC oder Marvel kompatibel. Das ist der Preis für ein Filmuniversum, dass eher eine gigantische Serie ist, in dem inzwischen kaum ein Film für sich stehen kann. Auch "Joker" mit Juaquin Phoenix ( Her) kann nur funktionieren, weil er eben nicht im Kanon der bisherigen DC- Filme läuft.
Comics, die ja ein Bindeglied zwischen Literatur und Malerei sind, können weder mit Romanen noch mit Ölgemälden zeitgenössischer Kunst mithalten und fristen demnach ein Dasein in der eigenen Nische. Etwas anderes wäre auch dem Medium gegenüber unfair. Auch wenn Brian Michael Bendis ein toller Comicautor ist, ist er längst kein Ken Follett oder Dan Brown. Und auch wenn Zeichner Jim Lee ein tolles Artwork hat, ist er nicht mit Van Gogh gleichzusetzen. Hier würde man ja auch andere Maßstäbe brauchen.
Comics sind nichts minderwertiges. Sie sind etwas völlig eigenes. Vielleicht ist es an der Zeit, das bei ihren Verfilmungen auch zu begreifen. Dann kann man auch nach solchen Worten von Martin Scorsese noch ruhig schlafen. Und ich mag Achterbahnen. Also ist alles gut.
Montag, 2. September 2019
Warum das MCU am Ende ist...
Ich bin ein ganz großer Fan der aktuellen MCU- Filme und freue mich über neue Trailer und Ankündigungen wie ein Schnitzel. Warum also so eine Überschrift? Weil ich seit der diesjährigen Comic Con und der D23 Messe ein sehr ungutes Gefühl habe, was Marvels Ausrichtung in den kommenden Projekten ist. Sieht man sich alles mal genauer an, bekommt man das Gefühl, dass mehr und mehr Geldgier, political Über- Correctnes und feministische Agenda über jeder Form der künstlerischen Kreativität steht. Und da auch einst das römische Reich zerfiel, kann dies nun auch den Marvel- Film- Olymp treffen.
1. Spider-Man ist raus!
Der Deal mit Sony ist geplatzt und der Grund ist das liebe Geld. Disney will ein großes Stück vom Kuchen ab. Immerhin konnte "Far From Home" die Milliarde knacken. Das ist Motivation genug, von den Einnahmen die Hälfte einzufordern. Sony sagt nein. Nun ist Spider-Man aus dem MCU raus und Sony macht wieder sein eigenes Ding. Dieses Ding wird dann zwar gegen die Wand gehen aber immerhin können nun Spidey und Venom aufeinandertreffen. Etwas, dass Marvel bisher verhindert hat. Da das MCU jedoch Spider-Man als legitimen Iron- Man Nachfolger aufgebaut hat, wird diese Figur jetzt fehlen. Und Starpower hat das neue MCU bitter nötig, jetzt, wo Iron- Man; Black Widow und Captain America abgetreten sind.
2. MCU goes Network
Was bedeutet das "C" im MCU? Na? Cinematic, also Kino. MCU steht demnach für ein Filmuniversum, dass sich im Kino abspielt. Denkt man. Doch dann kam bei der Comic Con in San Diego die Phase 4 Ankündigung. 5 Filme, darunter "Black Widow", Doctor Strange 2, Thor 4, Die Eternals und Shang- Chi. Dazu 5 Serien des Disney+ Streamingdienstes. Yeah! Black Widow kommt viel zu spät, Die Eternals kennt keiner und selbst Marvel Fans werden jetzt nicht unbedingt auf den Bruce Lee Klon Shang- Chi gewartet haben. Der Rest sind TV Serien, die Abonnenten anlocken sollen. Statt eines Loki- Films, oder Wintersoldier und Falcon- Teamups, alles nur Serie. Hier ist das Ziel klar: neue Streamingkunden zu gewinnen. Dass man die Grundidee des MCUs kaputtmacht und eigentlich Kinogänger vergrault, weil sie das Wissen der Serien nicht haben, wird ignoriert. Wer die Wanda-Vison Serie verpasst hat, kommt bei Doctor Strange 2 nicht hinterher. Insgesamt fehlten die großen Filmtitel und man merkt, dass es nur ein verhaltenes Echo auf diese Ankündigung gab. Mir geht es auch so.3. Marvel ist "aufgewacht"
Weg mit den weißen Männern, her mit den Frauen! So ungefähr lautet die Mission einiger Kreativer in Hollywood. Und diesen sind Totalschäden, wie "Ghostbusters", "Oceans 8" und ein weiblicher James Bond zu verdanken. Marvel macht natürlich mit. Nur deshalb kommt Black Widow mal kurz zehn Jahre zu spät ins Kino. Nur deshalb wurde Captain Marvel so gepusht. Und nur deshalb soll "A- Force" kommen. Ein Avengers- Team, welches nur aus Frauen besteht. Wer ein Gefühl bekommen möchte, wie das aussieht, kann sich am Ende von Avengers: Endgame eine solche Szene ansehen, wo sich zufällig alle Helden nach Geschlecht sortiert haben. Wie man das eben in einer Schlacht so macht. Das wirkt natürlich überhaupt nicht erzwungen oder konstruiert und wird von den Fans mit Sicherheit sehr dankend angenommen.
Zusammenfassend kann es also nur noch bergab gehen. Sicher, mit "Blade", einer neuen Version der "Fantastic 4" und der Rückkehr der "X-MEN" ( die Marvel am liebsten in X-People umbenennen möchte, wegen Sexismus und so...), könnte nochmals frischer Wind in die Filme kommen, doch auf lange Sicht kann es nach Endgame und "Far From Home" nicht mehr besser werden. Oder was meint ihr?
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