Titelbild

Titelbild

Montag, 2. September 2019

Warum das MCU am Ende ist...


Ich bin ein ganz großer Fan der aktuellen MCU- Filme und freue mich über neue Trailer und Ankündigungen wie ein Schnitzel. Warum also so eine Überschrift? Weil ich seit der diesjährigen Comic Con und der D23 Messe ein sehr ungutes Gefühl habe, was Marvels Ausrichtung in den kommenden Projekten ist. Sieht man sich alles mal genauer an, bekommt man das Gefühl, dass mehr und mehr Geldgier, political Über- Correctnes und feministische Agenda über jeder Form der künstlerischen Kreativität steht. Und da auch einst das römische Reich zerfiel, kann dies nun auch den Marvel- Film- Olymp treffen.

1. Spider-Man ist raus!
Der Deal mit Sony ist geplatzt und der Grund ist das liebe Geld. Disney will ein großes Stück vom Kuchen ab. Immerhin konnte "Far From Home" die Milliarde knacken. Das ist Motivation genug, von den Einnahmen die Hälfte einzufordern. Sony sagt nein. Nun ist Spider-Man aus dem MCU raus und Sony macht wieder sein eigenes Ding. Dieses Ding wird dann zwar gegen die Wand gehen aber immerhin können nun Spidey und Venom aufeinandertreffen. Etwas, dass Marvel bisher verhindert hat. Da das MCU jedoch Spider-Man als legitimen Iron- Man Nachfolger aufgebaut hat, wird diese Figur jetzt fehlen. Und Starpower hat das neue MCU bitter nötig, jetzt, wo Iron- Man; Black Widow und Captain America abgetreten sind.

2. MCU goes Network
Was bedeutet das "C" im MCU? Na? Cinematic, also Kino. MCU steht demnach für ein Filmuniversum, dass sich im Kino abspielt. Denkt man. Doch dann kam bei der Comic Con in San Diego die Phase 4 Ankündigung. 5 Filme, darunter "Black Widow", Doctor Strange 2, Thor 4, Die Eternals und Shang- Chi. Dazu 5 Serien des Disney+ Streamingdienstes. Yeah! Black Widow kommt viel zu spät, Die Eternals kennt keiner und selbst Marvel Fans werden jetzt nicht unbedingt auf den Bruce Lee Klon Shang- Chi gewartet haben. Der Rest sind TV Serien, die Abonnenten anlocken sollen. Statt eines Loki- Films, oder Wintersoldier und Falcon- Teamups, alles nur Serie. Hier ist das Ziel klar: neue Streamingkunden zu gewinnen. Dass man die Grundidee des MCUs kaputtmacht und eigentlich Kinogänger vergrault, weil sie das Wissen der Serien nicht haben, wird ignoriert. Wer die Wanda-Vison Serie verpasst hat, kommt bei Doctor Strange 2 nicht hinterher. Insgesamt fehlten die großen Filmtitel und man merkt, dass es nur ein verhaltenes Echo auf diese Ankündigung gab. Mir geht es auch so.

3. Marvel ist "aufgewacht"
Weg mit den weißen Männern, her mit den Frauen! So ungefähr lautet die Mission einiger Kreativer in Hollywood. Und diesen sind Totalschäden, wie "Ghostbusters", "Oceans 8" und ein weiblicher James Bond zu verdanken. Marvel macht natürlich mit. Nur deshalb kommt Black Widow mal kurz zehn Jahre zu spät ins Kino. Nur deshalb wurde Captain Marvel so gepusht. Und nur deshalb soll "A- Force" kommen. Ein Avengers- Team, welches nur aus Frauen besteht. Wer ein Gefühl bekommen möchte, wie das aussieht, kann sich am Ende von Avengers: Endgame eine solche Szene ansehen, wo sich zufällig alle Helden nach Geschlecht sortiert haben. Wie man das eben in einer Schlacht so macht. Das wirkt natürlich überhaupt nicht erzwungen oder konstruiert und wird von den Fans mit Sicherheit sehr dankend angenommen.

Zusammenfassend kann es also nur noch bergab gehen. Sicher, mit "Blade", einer neuen Version der "Fantastic 4" und der Rückkehr der "X-MEN" ( die Marvel am liebsten in X-People umbenennen möchte, wegen Sexismus und so...), könnte nochmals frischer Wind in die Filme kommen, doch auf lange Sicht kann es nach Endgame und "Far From Home" nicht mehr besser werden. Oder was meint ihr?


Samstag, 22. Juni 2019

zum X-ten Mal



Tja, werden jetzt einige denken: das war's dann wohl mit den geliebten X-Men! Nach Dark Phoenix ist dann wohl Schluss. Wir sehen uns alle im MCU wieder. Doch ist das wirklich so schlimm? Zeit, einmal genauer in fast 20 Jahre Filmgeschichte zu schauen, um zu sehen, wie toll die X-Men Filme tatsächlich waren.

X-Men 1 und 2, die Bryan Singer Jahre:

Die ersten beiden Teile machten alles richtig. Gute Besetzung als Voraussetzung und eine spannende Story. Vor allem Teil 2 konnte durch eine geniale Eröffnungssequenz im Weißen Haus gut überzeugen und setzte Wolverine gekonnt in Szene. Der Showdown am Stausee war spannend und gut gemacht. Es gab nichts zu meckern. Singer, der sich als homosexuell outete, sah in den ausgestoßenen Mutanten viele Parallelen zur Homophobie und Diskriminierung und nutzte sein Herzblut, um Comicfilme zu schaffen, ohne die es ein MCU vielleicht nicht gegeben hätte.

X-Men 3 The Last Stand: The last Shit sollte man sagen. Regisseur Brett Ratner hat es geschafft, zu zerstören, was ihm zuvor aufgebaut wurde. Da kommen Erinnerungen an den Amtsantritt von Donald Trump hoch. Er verheizt wichtige X-Men, nur, um unwichtigen Nebenfiguren Platz zu machen. Warum? Am Ende sind alle tot und alle unglücklich über diesen Film. Eine Fortsetzung scheint hier jedenfalls kaum vorstellbar. Die Dark Phoenix Saga wurde als Nebenhandlung abgefrühstückt und Magnetos Bruderschaft sieht wie ein Ferienlager aus. Irgendwie fehlen hier große Namen aus den Comics. Im Showdown steht dann die schwächste X-Truppe bereit, statt auf das alte Team der Vorgänger zu setzen.

X-Men Origins: Wolverine:  Ja, was wird denn das? Etwa eine Erweiterung des Filmuniversums mit Spinoffs? Origins- Filme, die denen einen Einzelfilm geben, die bisher zu kurz gekommen sind? Das wäre es ja gewesen. Nur hat man Publikumsliebling Wolverine ausgekoppelt, der ohnehin in allen X-Men Filmen überpräsent war. Was folgte, war ein seltsamer Trip durch die Vergangenheit, ein schneller Waffe X- Aufwasch und eine Militärtruppe aus Mutanten, die keiner kennt. Deadpool wird verheizt und wirkt, als hätten die Autoren noch nie von dieser Figur gehört. Gambit wirkt als Notlösung eingefügt, ohne, dass man das Potenzial richtig nutzt. Am Ende, hätte es den Film nicht gebraucht. Schade hoch 2! Warum keine Storm Origin? Oder Colossus? Oder Nightcrawler? Oder Cyclops? Warum ausgerechnet Wolverine? Ach ja, richtig: weil Geld und so.

X-Men First Class: Fassen wir zusammen- die letzten beiden Filme waren erfolglose Nieten. Was tun? Richtig! Weitermachen und rebooten. Und zwar so, wie es sich gehört: mit vielen Widersprüchen in der Kontinuität und wie man es zuvor schon mit Wolverine versemmelt hat. Zwei verschiedene Sabertooths waren kein Problem. Also machen wir den zweiten Toad und erfinden Mystique, Magneto, Xavier und Beast neu. Natürlich gut besetzt, aber ohne auf die Vorgängerfilme zu achten oder auf die zeitlichen Abstände. Immerhin müsste James McAvoy zu Patrick Steward altern. Das klappt natürlich hinten und vorne nicht, ist aber egal. Kevin Bacon als Sebastian Shaw ist cool, sieht aber im Magnetohelm aus, als hätte er eine Schweinenase.

Wolverine: Weg des Kriegers: Hat man mit First Class also das X-Men Universum neu gestartet, hält man dennoch an Hugh Jackmans Wolverine fest. Ist er ja das Zugpferd der gesamten Franchise. So erzählt man fröhlich nach X-Men Teil 3 weiter und wird nicht müde auf Logans Liebe zu Jean Grey herum zu reiten. Für meinen Geschmack zu oft. Trotzdem macht der Film Spaß und hat eine tolle Optik. In Japan zeigt Wolverine, dass er auch ohne Selbstheilung ein Kämpfer ist, den man nicht einfach töten kann. Das ist cool und stellt mich nach dem ersten Wolverinefilm versöhnlich ein.

X-Men Days of Future Past: Nach Teil 1 und 2 endlich wieder ein guter Film und zwar der beste der gesamten Reihe! Durch Zeitreise und eine gute Vorlage verbindet man alte X-Men und Neue zu einem Gesamtuniversum und mittendrin Wolverine! Ja, auf den mag man eben nicht verzichten. Dafür stimmt hier einfach alles! Quicksilver sorgt für eine coole Küchenszene, Xavier und Magneto werden wieder genauer beleuchtet und das Sentinelprogramm sieht beeindruckend aus. Kurzum: ein klasse Film. Es hat allerdings 4 Filme gebraucht, bis man etwas wirklich großartiges hingezaubert hat! Der längere Rogue- Cut lohnte sich ebenfalls und erweitert den Film sinnvoll, ohne zu lang zu wirken.

Deadpool: Ja, das ist ein Film des X-Men Universums und was für einer! Ryan Reynolds macht gut, was mit Deadpool in der Vergangenheit schief lief und erfindet den Charakter neu, den er mundlos in X-Men Origins: Wolverine verkörperte. Das Kostüm stimmt, die Sprüche stimmen und überhaupt ist das zu Recht der beste Marvelfilm des Jahres gewesen- dem MCU zum Trotz! Durch einen besseren Colossus, als in den X-Men Filmen zuvor und Negasonic Teenage Warhead wird die Verbindung zu den Marvelmutanten nochmals deutlich gemacht.

X-Men Apocalypse: Jetzt sollte er kommen! Der größte Schurke der X-Men. Der erste aller Mutanten. Ein Schauspieler im quietschenden Plastikkostüm. Wirklich? Warum nicht animiert? Das wäre bei dem Budget drin gewesen und hätte deutlich mehr her gemacht. Aber so? Apocalypse ist eine Parodie des eigentlichen Schurken, die Filmemacher setzten zu viel auf Mystique, bloß weil das Jennifer Lawrence ist und werfen einfach mal alle Charaktere in einen Topf. Wird schon gehen. Ging aber nicht. Jedenfalls nicht wirklich. Nach Days of Future Past kam hier ein wirklich schwacher Trost, der mit Marvels Avengers einfach nicht mithalten konnte.

Logan: Nach fast 20 Jahren wollte auch Hugh Jackman nicht mehr. Mit Logan sollte die Wolverinereihe abgeschlossen werden und für Cameos steht er nun auch nicht mehr zur Verfügung. Logan war dreckig, düster und ein Western der alten Schule. Kurzum: ein riskantes Machwerk, dass durch seine Individualität mit dem Einheitsbrei der Superheldenfilme aufräumte. Am Ende fand Wolverine sein heldenhaftes Ende.
Der Beweis, dass es eben doch geht, wenn man sich was traut.

Deadpool 2: Das war ja klar! Nach dem echt geilen ersten Teil, kam die noch viel geilere Fortsetzung! Noch mehr Deadpool noch mehr X-Men, noch mehr Spaß! Auftritt: Cable! Josh Brolin als mürrischer Zeitreisemutant auf der Jagd nach dem Mörder seiner Familie. Domino wird vorgestellt und bekommt soviel Potenzial in die Hand, dass es für einen eigenen Film reichen würde. Der Juggernaut sieht genial aus und auch sonst stimmt hier einfach alles. Wie machen die das bloß?

X-Men Dark Phoenix: Und dann das! Sieht so ein Ende aus? Wo bleibt der traurige Abschied, das gewisse etwas und warum schon wieder Dark Phoenix? Hat ja davor schon nicht wirklich geklappt. Klar, ist der Film nicht so schlecht, aber eben auch kein guter Film. Kein Days of Future Past und kein Endgame. Der Film wirkt, als musste man ihn machen, weil man keine Wahl hatte. Lichtblick blieb Michael Fassbender als Magneto. Der war das coolste im Film und vielleicht noch mehr Badass als Wolverine. Doch der kam hier zum Glück auch nicht vor. Aber warum nicht? Warum kein Abschied von allen Darstellern, die die X-Men in all den Jahren begleitet haben?

Fazit: Ja, die X-Men sind meine Helden aus der Kindheit und es gibt viele Filme. Rückblickend waren aber mehr schlechte als gute dabei. Warum also traurig sein? Marvel kann es nur besser machen. Und ich glaube daran, dass man noch viele Geschichten erzählen kann. Nur bitte: die nächsten Jahre nichts mit Dark Phoenix! Kevin Feige traue ich zu, mehr auf Kontinuität zu achten und mehr für Nebenfiguren zu tun. Die Besetzung wird interessant werden und mit der Verbindung zum MCU werden Gruppierungen möglich sein, von denen ich seit meinem 14. Lebensjahr geträumt habe.


Mittwoch, 27. März 2019

Oh Captain, mein Captain


Ja, wir brauchen weibliche Helden. Sie sind tatsächlich stark in der Unterzahl. Das ist schade, sprechen doch so viele Dinge für Heldinnen: hübsche Frauen, mehr Abwechslung, ein anderer Blickwinkel und natürlich- hübsche Frauen! Und nachdem Wonder Woman so erfolgreich war und deutlich besser lief als seiner Zeit "Cat Woman" und "Electra", scheint es nun an der Zeit zu sein, den Äther auch mit Heroinnen zu füllen. Einfach um das Würstchenfest ein wenig aufzumischen. Und niemand mag reine Saussagepartys. Also war der Kevin gar nicht Feige und hat sich gedacht, es wird Zeit für den Captain Nummer 2. Somit wurde Brie Larson in die Rolle der kosmischen Kriegerin gesteckt und darf nun im All für Ordnung sorgen. Dabei hat die gute Brie mit dem, mir sympathischen Nachnamen, allerdings durch einige Äußerungen im Internet erst einmal für recht viel negative Resonanz gesorgt. Doch da ich im Kern ein absoluter Gutmensch bin, lasse ich mich natürlich nicht von blödem Gerede aufhalten. Ist auch besser so. Denn wenn man alle Filme boykottiert, nur weil einem die Einstellung eines Schauspielers oder Regisseurs nicht gefällt, tut man den Filmen Unrecht, die eine Anstrengung von hunderten Leuten sind. Wer es nicht glaubt, zählt beim nächsten Mal einfach die Namen im Abspann.

Captain Marvel war aber auch thematisch nicht ganz unumstritten, kommt die mächtige Heldin doch reichlich spät zu den Avengers. Vor allem nach dem Chitauri- Angriff von New York. Doch besser spät als nie. Der Film ist nach dem ersten Gucken nicht dem hohen Qualitätsanspruch von Infinity War gewachsen, reiht sich aber hinter Dr. Strange oder Black Panther ein. Als Origin Geschichte ist Captain Marvel vor allem durch die Alienrassen der Kree und Skrull eine gute Ergänzung für den filmischen MCU- Kosmos. Hier können künftig neue Schurken erwachsen oder gar den Skrull- Krieg mit seiner Secret Invasion hervorbringen.
Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Brie Larson spielt zwar etwas auf Sparflamme, bleibt für mich trotzdem eine angenehme Erscheinung, die besonders gut mit Nick Fury ( Samuel L. Jackson) gut harmoniert. Fury ist auch das Bindeglied zum MCU und holt Captain Marvel auch ab, wie es Tony Stark in Spider- Man Homecoming tat. Der Humor ist stimmig, die 90er Jahre Anspielungen dezent gesetzt. Gegen Ende nimmt das intergalaktische Abenteuer dann gar epische Ausmaße an, verzichtet aber auf einen Frau gegen Frau Endkampf. Hier darf Carol Denvers gegen die Männer ran!

Dass die Marvel Studios noch immer die Lizenz zum Gelddrucken haben, überrascht nicht. Das Casting ist gut gelungen, die Story tastet sich gut an den bisher sehr umfangreichen Handlungsrahmen aller anderen Filme heran. Natürlich ist ein Prequel nicht frei von Fehlern, was die Kontinuität angeht. Doch das ist nun mal ein nicht zu verhinderndes Element der nachträglich eingereichten Vorgeschichten.
Wen das nicht stört, kann auch als weißer Mann über 30 seinen Spaß mit Captain Marvel haben. Wäre auch schlimm, wenn nicht!

Donnerstag, 21. Februar 2019

Kampf der Titanen




Beurteile niemals ein Buch nach seinem Einband. Das ist quasi so eine Weisheit, die von den Großeltern stammen könnte. Mit Titans, der neuen DC Serie ist das genauso. Erste Setfotos und Kostümdesigns ließen nicht viel Gutes erahnen. Besonders Starfire, die mehr nach einer Prostituierten aus Harlem aussah, konnten die Fans nichts anfangen. Da sahen manche Cosplayer einfach besser aus. Trotzdem gab ich der Serie mit Episode 1 eine faire Chance und wurde nicht enttäuscht.
Der harte Stil, brutale Kämpfe und ein düsterer Look, ließen keinen Zweifel daran, dass sich die Serie sehr ernst nimmt. Brenton Thwaites als desillusionierter Ex- Robin Dick Grayson, zieht die Sympathien auf sich und bleibt stets plausibel. Dabei rutscht Robin hin und wieder auf die dunkle Seite und vergisst manchmal, mit dem Schlagen ins Gesicht aufzuhören, selbst wenn der Gegner schon Matsch ist. Die 11 Episoden folgen der jungen Raven ( Teagan Croft), die ihre magischen Kräfte entdeckt und von einer fröhlichen Killerfamilie gejagt wird.
Mit Robin, Starfire, Raven und Beastboy ist eine gesunde Mischung an unterschiedlichen Kräften vertreten und ein kleiner  Vorgeschmack auf die Doompatrol verspricht ebenfalls viel Unterhaltung, die mit einem Trailer angekündigt, bald selbst in Serie geht.
Wer also mit dem Arrowverse gut gefahren ist, wird sich auch an Titans erfreuen können. Selbst, wenn der Look gewöhnungsbedürftig ist, sind Charaktere und Story sehr gut gelungen. Noch ist die erste Staffel auf Netflix zu sehen. Wer also noch Interesse hat, sollte einmal reinschauen. Einziger Wermutstropfen bleibt das offene Ende, welches mit dem Begriff Cliffhanger noch wohlwollend umschmeichelt wird.

Montag, 24. Dezember 2018

20.000 Meilen unter dem DC Meer


Wer hätte das gedacht. War das DC Vehikel des filmischen Gesamtuniversums nach etlichen Einspielniederlagen am Boden, hat Regisseur James Wan ( SAW, The Conjouring) plötzlich einen echten Knaller losgelassen. Losgelöst vom Zack Snyer- Schwermut und mit neuen Ideen, schwimmt sich Aquaman ( Jason Momoa) in die Herzen der Zuschauer und wird ein voller Erfolg.
Mit gewagter Optik, opulenten Effekten und coolen Sprüchen, setzt Wan auf die Qualitäten Momoas
( Conan), der in gekonnter Coolness den guten Kumpel unter den Superhelden macht. Saufen, Fluchen und einen Scheiss auf das geben, was andere sagen, führt hier mehr zum Erfolg, als das ewige "An-sich-selbst-zweifeln" seiner Heldenkollegen der DC- Welt. Zu verlieren gab es ja nach der Justice League Niederlage nichts. Für viele war klar, dass der Traum vom Extended Universe ausgeträumt ist. Mit Aquaman könnte man das Ruder noch einmal rumreißen. Hat Warner Bros. tatsächlich seinem Regisseur alle Freiheiten gelassen? Keine Spur von Nachdrehs, Kürzungen oder Studioeinmischung. Hier scheint man aus alten Fehlern gelernt zu haben. Zwar ist Aquaman nicht der einzige Erfolg, aber außer Wonder Woman hat es jeder der 6 Filme äußerst schwer gehabt.
Mit gefühlten 250 Sachen brettert James Wan den Film auf der Überholspur durch die Köpfe der Zusachauer. Bombast und Action trifft auf flotte Dialoge und coole Typen. So geht Superheldenfilm!
Zwar kann der Fischmann nicht mit Infinity War der Konkurenz mithalten, muss er aber nicht. Gerade in Atlantis und seinen Bewohnern liegt soviel Potenzial, dass man noch mindestens zwei Fortsetzungen machen könnte. Immerhin gibt es zu den sieben Weltmeeren auch sieben Königreiche zu entdecken.
Ob Aquaman der Beginn eines erfolgreichen Filmuniversums sein kann, bleibt schwer einzuschätzen. Schon nach Wonder Woman hat man dass ja geglaubt und man weiß noch, wo das hinführte. Ohne Zack Snyder und seine grimmige Düsternis könnte man tatsächlich auf mehr Zugang zum Publikum hoffen. Doch wo soll sich der nächste Held mit Namen Shazam! da nur einordnen?

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Zwei Prinzen und ein Drachenei



Schon seit langem denke ich: " Wo sind die coolen Cartoonserien am Sonntag Morgen hin?" Kaum habe ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, da wurde mir auf Netflix der Trailer zu " Der Prinz der Drachen" angezeigt. Tolle Zeichnungen und eine schöne Geschichte zeigten schon im kleinen TV Spot an, was mich da erwartet. "Von den Machern von Avatar", ließ mich dann noch mehr aufhorchen. 
Zwei junge Prinzen geraten an ein Drachenei und verbünden sich mit einer Dunkelelfe, die eigentlich den König töten sollte. Aus Gegnern werden schnell Freunde. 
Ähnlich der Avatar- Serie wird eine spannende Geschichte mit viel Detailliebe und einer ordentlichen Prise Humor serviert. 
In neun kurzweiligen Folgen vergeht die Zeit wie im Flug. Magische Wesen, böse Intrigen und der ewige Kampf von Gut gegen Böse bestimmen die Abenteuer von Callum und Ezran auf ihrem beschwerlichen Weg, das Drachenei zu schützen. Rayla, die Mondschattenelfe unterstützt sie dabei, bringt so jedoch ihr eigenes Volk gegen sich auf. 
Wer Lust auf Fantasy mit großartigen Animationen und atemberaubenden Panoramen hat, sollte sich diese Serie keinesfalls entgehen lassen. Die zweite Staffel beginnt 2019 und ist Dank des gemeinen Cliffhangers am Ende bitter nötig!

Dienstag, 11. Dezember 2018

Sabrina total verchillt



Mit der Teenage- Hexe Sabrina verbinde ich vor allem die Sitcom aus den 90ern. "Sabrina- total verhext", mit Melissa Joan Hart, war herrlich schräg und sehr witzig gemacht. Eine fröhliche und bunte Serie für ein junges Publikum. Als auf Netflix der Trailer zum Reboot der Serie kam, war ich von der Ernsthaftigkeit und dem dunklen Look sehr überrascht. Sabrina trifft auf Supernatural. Quasi ohne Lacher und mit viel Blut. Mit den fröhlichen 90ern hat diese Interpretation, der gleichnamigen Archiecomics nichts mehr zu tun und fühlt sich nach Buffy anno 2018 an.

Die junge Hexe Sabrina (Kiernan Shipka) steht an ihrem 16. Geburtstag vor einer folgenschweren Entscheidung: soll sie den Weg einer Hexe oder den Weg einer Sterblichen einschlagen. Ihre Tanten, die sie wie Eltern aufziehen, sind Hexen, doch ihre Schulfreunde sind ganz normale Menschen. Für ein junges Mädchen gar nicht so einfach, sich für einen Lebensweg zu entscheiden. Nach diesem Geburtstag bleibt für Sabrina Spellman nichts mehr, wie es war. Hexen, Dämonen, Zombies und anderes Unheil machen sich in ihrem Heimatort Sunnydale- äh Greendale- breit. So wird es gar nicht so leicht, Schule und Hexenzirkel unter einen Hut zu bringen. Die Tanten Hilda (Lucy Davis) und Zelda ( Miranda Otto) versuchen alles, um die Zaubernichte auf den unheiligen Pfad des Zirkels zu bewegen. Scheinbar ist am Dienst für Satan nämlich nichts auszusetzen. Doch wird Sabrina davor gewarnt, sich im Buch der Hexen zu verewigen und damit den Bund mit dem Teufel amtlich zu machen.


Sabrina ist nichts für zarte Gemüter, sondern richtet sich an ein deutlich erwachseneres Publikum. Statt Gags und Lacher wird es hier schon mal düster und unheimlich. In 10 spannenden Episoden wird die Reise vom Mädchen zur Hexe genaustens beleuchtet, ohne die Konsequenzen für ihr Umfeld zu vernachlässigen. Kiernan Shipka verkörpert dabei ein selbstbewusstes Frauenzimmer, dass sich gegen Vorbestimmung und Schicksal erhebt, um ihr eigenes Leben selbst zu bestimmen. Trotz des guten Unterhaltungswertes und der sehr schönen Effekte, wird besonders bei den Nebenfiguren Ambrose ( pansexueller Zauberer), Rosalind ( schwarze Frauenrechtskämpferin im Schulalter) und Susie ( ein Mädchen, dass mehr nach einem Jungen aussieht) viel zu viel Wert auf political correctness und SJW- Anbiederung gelegt. Das sind einfach zuviele konstruierte Zufälle, die dort nach Diversitäten- Quotenerfüllung schreien und nicht nötig gewesen wären. Sieht man von diesen Irritationen einmal ab, ist "Chilling Adventures of Sabrina" eine sehr gute Serie, die das Zeug zum Erfolgshit hat. Ein Weihnachtsspecial ist angekündigt und die zweite Staffel eine Frage der Zeit.