Alles rund ums Thema mit der Sprechblase. Von Heftchen, Alben, bis zu den zahlreichen Filmen, Serien und Spielen- eben was so anfällt...
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Samstag, 29. September 2018
Was hat DC nun wieder gemacht?
Wenn über kommende Marvel- Filmprojekte gesprochen wird, ist man schon sehr gespannt auf die Dinge, die da kommen. Wenn man über Warner und DC etwas zu lesen oder hören bekommt, wird einem Angst und Bange.
Zuerst droht Ben Affleck mit Austieg und nun sieht es danach aus, dass Henry Cavill ebenfalls das DC- Filmprojekt hinter sich lässt.
Dabei hat Cavill eigentlich Bock auf Superman. Warner Brothers dagegen nicht. Sie denken nicht daran, das Rotcape von Krypton in einen Solofilm zu stecken. Stattdessen werkelt man an einem Supergirl- Film, den die Welt nicht braucht. Ich mag Supergirl, aber die Serie reicht mir vorerst aus. Ich kann es eben nur nicht verstehen, wieso DC nicht erst einmal versucht, seine Justice League auf Kurs zu bringen und sein Filmuniversum nicht erst einmal auf jene Figuren zu bauen, die es bereits gibt. Ohne Batman und Superman wird es nicht funktionieren. Henry Cavill war ein guter Superman. Für die kreative Ausrichtung des Films kann der Schauspieler doch nichts!
Auch wenn ich ein großer DC Fan bin und stets zu den bisherigen Filmen gehalten habe, wird meine Geduld sehr auf die Probe gestellt. Ob und wie Cavill dem Sohn Kryptons erhalten bleibt und der Aufschrei der Fans etwas zu bewegen vermag, wird sich zeigen. Weder der Schauspieler, noch Warner haben bisher bestritten oder bestätigt, dass es für Superman aus ist. Wenn alles nur ein ausgeklügeltes PR- Spiel gewesen sein soll, ist es jedenfalls nicht besonders witzig!
Mittwoch, 29. August 2018
Das Schnarch der zweiten Staffel
Jessica Jones und Luke Cage habe etwas gemeinsam. Nicht nur, dass beides Netflixserien sind und diese Helden zu den Defenders gehören, sie haben auch eine zweite Staffel beim beliebten Streamingdienst. Leider teilen sie noch etwas anderes: ihre zweiten Staffeln sind recht monoton. Statt am Ende einer Folge nicht anders zu können, als weiter zu gucken, ertappt man sich dabei, einfach abzuschalten. Zu sehr quält sich die Handlung voran. Ob Jessicas Jagd nach der Bösen Mutter oder Luke Cages Kampf gegen den Bushmaster- es wird einfach nicht wirklich spannend. Man guckt einfach weiter. Es wird zur Pflichtveranstaltung.
Folgen müssen einfach weggeguckt werden, damit die Watchlist abgearbeitet wird.
Dabei fing es auf Netflix doch gut an. Jessica Jones, als Spinoff zu Daredevil, machte Spaß, war herrlich anders und konnte voll überzeugen. Die Ankündigung, dass Luke Cage folgte und in goldener Farbpalette und funkigem Soundtrack überzeugte, machte den Marvelfan zuversichtlich. Doch gerade der unverwüstliche Luke, Iron Fist und später der Punisher krankten einfach am fehlenden Spannungsbogen. Gefühlt passierte eigentlich nichts. Ein Umstand, der sich in den zweiten Staffeln- außer Daredevil- weiterzieht. Geht den Machern die Luft aus? Sind so viele Serien einfach nicht mit genügender Kreativität zu befeuern?
Es soll im September mit Iron Fist Staffel 2 weitergehen. Aber wird sich das überhaupt lohnen?
Vielleicht braucht es wieder den Erfolg eines blinden Anwalts aus Hell's Kitchen, um zu zeigen, welches Potenzial in den Serie stecken kann.
So, jetzt muss ich noch Luke Cage bis zum Ende gucken, dann ist das auch mal geschafft.
Dienstag, 31. Juli 2018
Die Rückkehr der Ameise
Nach den Ereignissen von Infinity War hat es ein Film wie Antman and the Wasp nicht gerade leicht. Wie soll man auch nach so einem Hollywood Bombast anknüpfen? Richtig! Gar nicht!
Der zweite Antman Film setzt zwar die Ereignisse von Civil War fort, ist aber unmittelbar vor Avengers 3 und seinem gewaltigen Ende angesiedelt. Clever, denn so erfährt man in Ruhe, warum sich Antman aus dem Megacrossover rund um die Infinitysteine vorerst heraushält.
Dass es trotzdem reichlich Action, gute Effekte und ordentlich was auf die Lachmuskeln gibt, sollte dem Freund des kleinsten Marvelhelden dennoch klar sein.
Scott Lang ( Paul Rudd) hat Hausarrest. Die Ordnungshüter haben sein Eingreifen im Civil War gar nicht gut aufgefasst. So muss er mit Fussfessel seine Zeit im Eigenheim absitzen. Ganze 2 Jahre! Bei noch so kleiner Übertretung der Grundstücksgrenze schlägt es Alarm und die Polizei ist zur Stelle, darf das Haus durchsuchen und Scott nach Herzenslust gängeln. Doch inzwischen ist der Arrest fast abgesessen und Scott darf bald wieder vor die Tür. Wäre da nicht ein eigenartiger Geist, welcher ausgerechnet hinter der Technik von Hank Pym ( Michael Douglas) her ist. Das Schreckgespenst taucht ausgerechnet da auf, wo Pym kurz vor der Rettung seiner, im Mikrokosmos verschollenen, Ehefrau steht. Klar, dass es ohne Ameisenstärke und Scotts Einsatz nicht klappt. Doch schnell sind ihm auch die pflichtbewussten Gesetzeshüter auf den Fersen und auch ein Schwarzmarkthändler aus der Unterwelt zeigt Interesse an den Errungenschaften des originalen Antmans.
Mit Verfolgungsjagden, tollen Kämpfen und viel Herumgeschrumpfe, darf Antman jedes Register ziehen. Ob ein Haus, dass zum Mitnehmen eingepackt wird, ein Salzstreuer, der eine Tür verschließt oder eine Matchboxsammlung, die tatsächlich zum Herumfahren geeignet ist- der Fantasie sind hier wirklich keine Grenzen gesetzt.
So wird es in knapp 2 Stunden Spielzeit weder langweilig, noch eintönig. Und wer brav bis zum Ende sitzen bleibt, bekommt noch ein Appetithäppchen für Avengers 4 spendiert.
Einzig und allein die, nach SJW- gerechter political Correctness riechende Besetzung lässt einem manchmal vor Offensichtlichkeit die Augen verdrehen. Aber das tut dem Film zum Glück keinen Abbruch.
Ghost, ein Schurke aus dem Spiderman- Universum, entpuppt sich natürlich schnell als Frau ( was er in den Comics natürlich nicht war) und jede noch so erdenkliche Nebenrolle wird mit allem, nur nicht weiß oder männlich besetzt. Das wirkt spätestens seit Spiderman Homecoming nicht nur mehr als verkrampft und erzwungen, es ist auch irgendwie überflüssig.
Auf lange Sicht bleibt Antman ein solider Unterhaltungsfilm, der vor allem von Paul Rudds Komikertalent lebt. Optisch gelungen in Szene gesetzt, glänzen vor allem wieder die Molekularwelten, in denen sich auch ein Teil des Abenteuers abspielt. Leider wurde hier viel Potential des 3D- Kinos verschenkt. Ansonsten ist der Film gelungen, unterhaltsam, kurzweilig und ein weiterer Beweis, dass aus dem MCU noch lange nicht die Luft heraus ist!
Mittwoch, 25. April 2018
Fair use und Facebookrichtlinien
So schnell kann's gehen: Zuerst wird eines meiner YouTube Videos gesperrt, weil ich einen Kinotrailer im Kleinformat und ohne Ton verwende, um einen Film zu rezensieren., dann droht man mir mit 300 Euro Strafe, sollte ich meinen Account auf Facebook nicht den Bedingungen anpassen, die ab 1. Mai 2018 verpflichtend sind. Wie man das macht und worauf ich achten muss, erklärt mir natürlich keiner. Stattdessen spuckt Google nur Anwälte aus, die mir gegen eine monatliche Gebühr helfen wollen, mich vor Abmahnern abzusichern.
Na klar doch. Ich verdiene mit meinen Videos und Blogs keinen Cent, sondern finanziere alles selbst. Jetzt darf ich auch noch Anwälte bezahlen. Was ist aus dem Internet geworden? Sogleich habe ich meinen Facebook Account komplett gelöscht. Wenn es so weiter geht, werde ich auch Youtube löschen, beziehungsweise nur den Account, ohne Videos behalten. Alleine ein Abmahnverfahren kann mich finanziell komplett ruinieren. Ich habe nicht mal Geld für guten Zahnersatz oder eine neue Küche. Wie soll ich mich da gegen völlig überzogene Geldstrafen wehren?
Für's Erste lasse ich Facebook hinter mir und werde mir auch keinen Ersatz suchen. Bei Youtube bleibe ich wachsam, wie es weitergeht. Es ist schade, dass ich mein Hobby nicht ausleben darf, wenn es nach den großen Konzernen und ihren Rechtsabteilungen geht. Aber das Internet ist schon lange kein Freiraum für Kreativität mehr. Es ist ein Paragraphendschungel mit Erpressermethoden. Das ist wirklich schade.
Na klar doch. Ich verdiene mit meinen Videos und Blogs keinen Cent, sondern finanziere alles selbst. Jetzt darf ich auch noch Anwälte bezahlen. Was ist aus dem Internet geworden? Sogleich habe ich meinen Facebook Account komplett gelöscht. Wenn es so weiter geht, werde ich auch Youtube löschen, beziehungsweise nur den Account, ohne Videos behalten. Alleine ein Abmahnverfahren kann mich finanziell komplett ruinieren. Ich habe nicht mal Geld für guten Zahnersatz oder eine neue Küche. Wie soll ich mich da gegen völlig überzogene Geldstrafen wehren?
Für's Erste lasse ich Facebook hinter mir und werde mir auch keinen Ersatz suchen. Bei Youtube bleibe ich wachsam, wie es weitergeht. Es ist schade, dass ich mein Hobby nicht ausleben darf, wenn es nach den großen Konzernen und ihren Rechtsabteilungen geht. Aber das Internet ist schon lange kein Freiraum für Kreativität mehr. Es ist ein Paragraphendschungel mit Erpressermethoden. Das ist wirklich schade.
Donnerstag, 22. März 2018
Wetterchaos und Menschenmassen- Die Leipziger Buchmesse 2018
Da hatte das Wetter wohl Sinn für Humor, als es mit seinem Schneetreiben ausgerechnet am vergangenen Messewochenende die öffentlichen Verkehrsmittel lahm legte.
Doch die hartgesottenen Besucher der Buchmesse haben natürlich trotzdem ihren Weg in die gläsernen Hallen gefunden, die durch die Temperaturunterschiede von Drinnen und Draußen zu Tropfsteinhöhlen wurden.
Verkleidet als Journalist ( nur echt mit Presseausweis) und einem siegessicheren James- Bond- Lächeln, machte ich mich auf, die neuen Messehighlights zu erkunden. Als Wahl- Leipziger ist es doch Ehrensache, sich das Spektakel der Cosplayer nicht entgehen zu lassen. Während zu Pfingsten die Gothiks Leipzig in schwarzen Outfits beehren, wird es im März zur Buchmesse japanisch bunt.
Comichelden, Schurken, Sturmtruppen und Videospielfiguren laufen dann vor emsig knipsenden Paparazzi umher und tauschen Visitenkarten für ihre Blogs, Vlogs und Fanseiten.
Bücher gibt es natürlich auch noch zu entdecken, aber das wird neben den Schauwerten und schönen Kostümen etwas zur Nebensache.
Und während man in der Sachbuchhalle eine Stecknadel fallen hören könnte, wird in der Manga- und Comichalle gedrängelt und geschoben.
Diesmal war ich in Begleitung einer Freundin, die ebenfalls in einem aufwendigen Outfit die Blicke der Gäste und Besucher auf sich zog. Als aufrecht gehendes Reittier von Prinz Ashitaka aus dem Ghibli Film "Prinzessin Mononoke", nahm das Mädel auch gigantische Ausmaße an: von Horn bis Huf war sie vermutlich über 2 Meter groß. Da wirkte ich eher wie ein Asterix mit Obelix- Figur.
Zuerst fiel natürlich die strengere Kontrolle am Eingang auf. Mein Regenschirm mit Katanagriff war bei der Taschenkontrolle stets ein Quell der Aufregung für das freudlose Sicherheitspersonal. Nur der Pinguin würde ein Schwert in einem Schirm verstecken, aber das Argument wollte ich dann doch nicht bringen.
So ging es dann, nach mehreren Kontrollen und Prüfungen in die große Glashalle, deren Wände bereits durch Atemluft gut beschlagen war. Drinnen heizten die Veranstalter, draußen kühlte der verspätete Winter, der zu Weihnachten 2017 wohl im Stau in Sibirien stecken geblieben war.
Von der Buchmesse selbst, sieht man am Samstag leider nur recht wenig, wenn sich das Fußvolk durch seltsam choreografierte Sicherheitsanweisungen manövriert. Da muss man teils große Umwege in Kauf nehmen, nur um in eine andere Halle zu gelangen, denn nicht jeder Gang ist erlaubt. Schnell steht man vor einer Barriere und eine neonfarbene Warnweste wedelt einen zurück in die Gegenrichtung.
Wer damit irgendwann klarkommt und auch noch einen Garderobenhaken sein eigen nennen durfte, konnte sich an den großartigen Outfits der Cosplayer erfreuen, die an den Seiten der Haupthalle Stellung bezogen haben. Nur zu gern ließen sie sich fotografieren und warfen sich gekonnt geübt in ihre Posen. Besonders erfreut war ich über zahlreiche Comiccharaktere, die sich ihr Stelldichein gaben.
Die Halle 1 mit der Manga- Comic- Con war allerdings hoffnungslos überlaufen. Zwischen lauten
Merchandising- Ständen und zahlreichen Einkaufsgelegenheiten für dicke Plüschkatzen und SM- Outfits, schoben sich die Massen von Stand zu Stand und gaben auch nur widerwillig den Weg frei.
So hatte ich kaum Gelegenheit, die kleinen Comicverlage oder die Nachwuchskünstler zu finden, die sich irgendwo außerhalb des Dojinshi- Marktes aufhielten.
Ein Messetag reicht eben nicht aus, um sich zu orientieren. Leider waren die Sneakersohlen abgenutzt und das Nervenkostüm angeschlagen, weshalb ich von einem zweiten Messetag lieber abgesehen habe.
Als positive Eindrücke nehme ich die super netten Cosplayer mit, den Autoren des Perry Rhodan Romanheftes Kai Hirdt und die beiden Kinderbuchautorinnen aus der Straßenbahn, mit denen die Rückfahrt äußerst unterhaltsam war. Dann bis zum nächsten Besuch auf der LBM!
Samstag, 10. März 2018
Aquaman nervt eben nicht!
Was muss DC die Sitcom Big Bang Theory hassen. Haben diese doch mit "Aquaman sucks!" in genau diese Vorurteilskerbe geschlagen, die der wässrige Held seit den "Superfriends" erdulden muss. Ein lächerlicher Blondling, der auf einem übergroßen Seepferdchen reitet. Rette sich wer kann!
Doch kaum schlüpft Jason Momoa in die Rolle des Königs der Meere, finden ihn alle doch irgendwie cool.
Zeit also, mit einem Vorurteil aufzuhören und dem Mann aus dem Ozean eine Chance zu geben.
Zwar gehörten die Justice League Auftritte bereits zu meinen ersten Erfahrungen, doch da war der Fisch bereits aus dem Wasser. Wie sich der Held in seinem eigenen Habitat zu schlagen weiß, kann da nur ein Blick in die eigene Serie zeigen.
Also marschierte ich zum Comicdealer und erwarb den ersten Sonderband des Blonden Fischmannes. Ein erster Annäherungsversuch.
Motiviert durch den kommenden Kinofilm, war es eine längst überfällige Mission, Arthur Curry, wie Aquaman eigentlich heißt, besser kennenzulernen.
Und was soll ich sagen? Aquaman ist cool. Autor Dan Abnett inszeniert einen Helden, der keiner ist. Zu menschlich für sein Volk der Atlanter und zu fischig für die Menschen an Land, ist er nirgends wirklich akzeptiert. Die Justice League misstraut ihm und lässt ihn als Außenseiter stehen. Dabei ist Arthur wahrhaft königlich. Der Mann ist groß. Verdammt groß. Erwachsene Männer wirken knabenhaft neben seiner riesigen Statur. Etwas, das viele vielleicht gar nicht wissen. In Aquaman 1 kommt das bereits gut zum Tragen. Als er erstmals vor die Menschen tritt, sind alle beeindruckt, was für Ausmaße der Herrscher tatsächlich hat. Handschellen zerbricht er mit einer Drehung des Handgelenks. Er verfügt über herkuleske Kräfte und vermag es sogar, einen amerikanischen Militärhubschrauber aus der Luft zu fangen. Er kann also mehr, als nur mit Fischen reden. Dabei ist letzteres auch gar nicht möglich. Er kann telepathisch Kontakt aufnehmen und Meeresbewohnern seinen Willen auferlegen. Ein Plausch über das Wetter hält er deshalb mit Delfinen und Walen noch lange nicht.
Nach bereits zwei Sonderbänden und insgesamt 10 US- Ausgaben, ist Aquaman tatsächlich das erfrischende, neue in meiner Comicsammlung. Viel zu wenig wusste ich über Arthur Currys Schicksal und seine Person. Viel zu sehr wurde auch ich durch doofe Klischees und Vorurteile davon abgehalten, mich mit einem Helden zu beschäftigen, der sich herrlich von den anderen DC und Marvel- Helden abhebt. Vielleicht sollte man eben auch einmal über den Tellerrand schauen und sich auf in neue Gewässer wagen!
Wer es noch möchte, kann immer noch die ersten 4 Bände der Aquaman- Rebirth- Reihe holen, die irgendwo zwischen 13 und 17 Euro, je nach Umfang, liegen. Es erwartet einen
Aquaman gegen das US Militär und Superman! Mera, die für ihre Hochzeit mit alten Traditionen ihres Volkes konfrontiert wird und die Atlanter im Krieg. Wer noch mehr Gründe braucht: Aquaman reitet zu keiner Sekunde auf übergroßen Seepferdchen durch die Gegend.
Donnerstag, 8. März 2018
Bestrafe mich
Einer von vielen Gründen für meine Anmeldung bei Netflix waren die zahlreichen Marvel- Serien, die sich hier tummeln. Nach Luke Cage und Iron Fist, habe ich mich im November besonders auf den Punisher gefreut. Bereits in der zweiten Staffel von Netflix- Vorreiter Daredevil, verkörperte John Bernthal den grimmigen Racheengel mit dem weißen Schädel auf der Schussweste. Bereits beim Teufel von Hells Kitchen durfte der Punisher alles zerlegen und zog eine beeindruckende Blutspur durch die Stadt.
Als die Ankündigung einer eigenen Serie, rund um Frank Castle, angekündigt wurde, frohlockte mein Testosteron.
Das Intro der Serie, welches ich mal als Schusswaffenballett bezeichnen möchte, machte bereits ordentlich Laune. Die Musik, das Setting und die Darsteller waren gut gewählt, aaaaber dann....
Fassen wir es mal kurz: langweilig. Klar, wenn es bei Punisher zur Sache geht, fließt Blut. Reichlich Blut. Mehr als bei einer Großschlachterei im Allgäu. Da wird geschossen, gemessert und geprügelt. Da brechen Knochen und fliegen Kugeln. Das allerdings nur für gefühlte 20 Minuten in 13 Episoden. Dazwischen wird geredet, verbal ausgetauscht, vor sich hin gebrabbelt und noch mehr geschwatzt. Es ist ein Labermarathon. Viel Gerede, in dem nichts gesagt wird. Dabei stimmt doch alles. Es geht um illegale Militäroperationen in Afghanistan, quasi der Stoff, aus dem "Call of Duty"- Spiele gemacht sind. Es geht um Veteranen, die zurück in der Heimat Amok laufen- nach Las Vegas 2017 ein echt heikles Thema. Und es geht um eine politische Verschwörung. Das sind doch gute Voraussetzungen oder etwa nicht? Warum langweilt es dann aber? Warum quält mich das Gucken derart, dass ich die letzten Folgen immer wieder aufgeschoben habe? Weil eben nichts passiert! Es wird nur darüber geredet! Statt immer wieder Rückblicke zu zeigen, die Frank in Action zeigen, sieht man nur dieses eine Hinrichtungsvideo wieder und wieder. Man hört nur, was die bösen Soldaten in der Talibanheimat getan haben, man sieht es aber nicht.
Wüstensand, Jeeps und Militärhubschrauber, das wäre doch ein Fest geworden. Drogenschmuggel, Hinrichtungen von Kriegsgefangenen, was hätte alles gezeigt werden können!
Da Castle nicht gerade eine soziale Ader hat, kann man sich auch schlecht mit ihm anfreunden oder identifizieren. Er bleibt ein wortkarger Statist, der nur grimmig guckt. Das macht John Bernthal zwar sehr gut, die Nummer wird aber schnell alt.
Und der Punisher in voller Montur, mit Schädel und allem, taucht nur zweimal auf. Zu Beginn und am Ende der Serie. Vielleicht hätte der Gegenspieler nicht nur ein eher passiver Charakter sein dürfen. Bis auf die Folter am Ende, redet er auch nur darüber, wie er Castle ausschalten will.
Ich habe nichts gegen gute Dialoge. Ein wenig Austausch hier ein paar Drohungen da und viel Plot, zum Voranschreiten der Handlung. Doch irgendwie stimmt hier die Spannungskurve selten. Cliffhanger am Ende? Fast gar nicht. Wo bleibt das Gefühl, unbedingt weiter gucken zu wollen? Wo ist der Schock, wenn die Folge schon wieder vorbei ist? Das fehlt hier und wurde in anderen Serien deutlich besser gemacht.
Trotzdem hoffe ich auf eine zweite Staffel, dann bitte mit einem Kampf gegen ein ganz gemeines Drogenkartell bitte. Mit einem Gegenspieler, der richtig fies ist.
Zwar ist Jigsaw ( Ben Barnes) schon ziemlich cool und bis zu seinem Hackfleischgesicht braucht es auch die ganze Serie, aber er tritt auch nur ein bis zweimal in Erscheinung. Dann ist er zwar unglaublich stark aber das kommt eben zu selten vor. ER ist zwar in jeder Folge präsent, um zu reden. Überrascht?
Wer also die Serie auslassen möchte, sollte einfach die letzte Folge gucken, denn die ist das beste an der ganzen Serie. Traurig aber wahr.
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