Titelbild

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Dienstag, 30. August 2016

Die Turtles sind zurück aus den Schatten!

Es ist fast kaum zu glauben, dass auf der diesjährigen Liste der Comicverfilmungen auch ein Titel steht, der weder zu Marvel, noch DC gehört. Mit "TMNT 2 Out of the Shadows" kehren die vier Brüder aus New Yorks Abwasserkanälen zurück, um den Big Apple vor der Bedrohung aus der Dimension X zu schützen und tonnenweise Pizza zu futtern.
Diesmal scheint sich Produzent Michael Bay tatsächlich direkt an der Cartoonserie anno 1987 zu bedienen.
Neben Casey Jones betreten auch Beebop, Rocksteady, Krang und Baxter Stockman die Bühne.
Quasi alles, was ich als Kind in den Cartoons und Archie- Comics geliebt habe, wird nun so real, wie es ein Kinotiket werden lassen kann. Fast scheint es, als würde sich der Regisseur Dave Green direkt aus meiner früheren Spielzeugkiste bedienen und Actionfigur für Actionfigur auf die große Bühne stellen. Zu meiner großen Freude debütieren hier Schweine- und Rhinozeros-  Mutanten erstmals auf der Leinwand. Im Nashorn steckt dann auch noch WWE- Superstar Shaemus, was für eine Freude. Doch was ist mit der Story? Immerhin war der Vorgänger kein Schildkrötenshakespeare.


Es ist ein Jahr vergangen und die Lorbeeren für den Sieg über den Schrottfresser durften die vier Kampfkröten leider nicht einheimsen. Man einigte sich lieber darauf, dass Vernon Fenwick ( Will Arnett) als Held der Stunde gefeiert wurde. Warum man April O'Neal ( Megan Fox) nicht erwähnte, obwohl sie die treibende Kraft hinter den Ereignissen war, bleibt schleierhaft. Jedenfalls genießt Vernon die Aufmerksamkeit als Superheld und lässt sich den falschen Ruhm schnell zu Kopf steigen. Shredder ( Brian Tee), der nun deutlich jünger zu sein scheint, denkt nur nicht daran, im Gefängnis zu bleiben. Sein Footclan bereitet nämlich seinen spektakulären Ausbruch vor. Ein Gefangenentransport bietet sich hier als ideale Gelegenheit, die alte Käsereibe aus dem Knast zu boxen. Zwar kommen die Turtles mit neuem Gefährt dazu, doch können sie nicht verhindern, dass der Bösewicht durch ein Portal entfleucht.
Doch statt im Hauptquartier zu landen, biegt der Schurke falsch ab und wird in die Dimension X befördert
. Dort lernt er General Krang kennen. Ein gewaltiges, sprechendes Gehirn, umgeben von fortschrittlicher Alientechnologie. Das Weichtier beschließt mit dem Anführer des Footclans gemeinsame Sache zu machen. Mit einer Ampulle eines seltenen außerirdischen Mutagens rekrutiert der Schrottfresser die Schläger Beebop und Rocksteady und motzt sie mutantenmäßig auf. Aus den zwei Dumpfbacken werden zwei mutierte Dumpfbacken in Form von Warzenschwein und Nashorn.

Schon bald sehen sich die Turtles mit diesen Gegnern konfrontiert, können sich jedoch auf etwas Hilfe eines neuen Verbündeten verlassen: Casey Jones ( Stephen Amell)! Der junge Mann mit der verblüffenden Ähnlichkeit zu Oliver Queen strebt danach, vom Strafvollzugsbeamten zum echten Cop zu werden. Doch es fehlt noch an der nötigen Ausbildung zum Detective. Bis es soweít ist, lebt der passionierte Hockeyspieler seinen Gerechtigkeitssinn als Vigilant aus. Wahrscheinlich kann Stephen Amell gar nichts anderes, als sich des Nachts den Schurken zu stellen.
Und während bis zum Showdown zahlreiche Gags zünden und einiges an Sachschaden verursacht wird, fühlt man sich rundum gut unterhalten. Die finale Konfrontation mit General Krang in einem Technodrom, dass sich wie der Todesstern zusammensetzt, könnte ebenso aus einem Playstationspiel stammen, sieht aber trotzdem ganz passabel aus.

War der Vorgängertitel noch um einiges kämpferischer, wird das Nunjitsu hier deutlich heruntergefahren.
 Wie sollen Leonardo und Co. auch zeigen, was sie im Abwasserdojo gelernt haben, wenn brachiale Gegner mit Panzern und Motorrädern anrücken. Da bleiben nur waghalsige Stunts, Sprünge aus Flugzeugen und jede Menge Action, statt gewohnten Kampfsporteinlagen. Wen das nicht stört, der bekommt eine gewaltige Ladung Turtlesaction, die bis zum Schluss spannend und unterhaltend bleibt. Aliens in die Handlung einzubeziehen, macht aus diesem Film einen realen Cartoon für groß und klein. Manchmal etwas kindlich, aber immer authentisch, bleiben die vier Brüder das beste, was man aus den Eastman Comics herausholen kann. Wenn sich die Qualität der Filme so hält, sehe ich mir gerne den dritten Teil an. Auf der Wunschliste stehen Slash und Triceraton. Diese Actionfiguren mochte ich am liebsten, Cowabunga!

Dienstag, 23. August 2016

Suicide Plot


Gerade sind wir dabei mitzuerleben, wie sich das DC Extended Universe entwickelt. Quasi dass Pendant zu Marvels MCU. Im dritten Film beleuchtet man nun keinen Helden, sondern eine illustre Schurkentruppe, die sich optimistisch Suicide Squad nennt- was am besten mit Himmelfahrtskommando übersetzt werden kann. Also so etwas wie die Expendables, nur in comic- cool eben.
Die Marketingabteilung machte alles richtig und gab in Trailern, Postern und Merchandise in quietschbunten Farben zum Besten, was uns im Film erwarten sollte. Mit reichlich Retortenmusik untermalter Wahnsinn, wie man es für Harley Quinn und den Joker erwartet, gepaart mit griffigen Zoten und allerlei Coolness. 
Doch bereits nach der Premiere teilte sich erneut die Zuschauerschar in zwei Lager: Jene, die sagten, dass der Film Schund und Andere, die sagten, dass der Film genial sei. Wo werde ich nach dem gestrigen Kinobesuch stehen?

Zur Handlung muss man nicht viele Worte verlieren. Ein typischer Satz, den man des öfteren im Zusammenhang mit Comicverfilmungen hört.
Amanda Waller ( Viola Davis), Kopf der Organisation A.R.G.U.S. ( das Pendant zu Marvels S.H.I.E.L.D.) hat einen Plan. Nach dem Tod Supermans und dem Aufploppen unzähliger Metawesen 
( Superhelden und Schurken mit besonderen Fähigkeiten) will sie nicht untätig herum sitzen, sondern selbst eine spezielle Taskforce gründen. Ihre Truppe, bestehend aus ausgesuchten Todeskandidaten soll den nächsten Superman in Schach halten, sollte dieser diesmal nicht so friedlich gesonnen sein. Mit den üblichen Druckmitteln hat die toughe Karrierefrau im Dienste einer ominösen Regierung schnell ihre Crew zusammen. Eingeführt werden diese mit kleinen Musikschnipseln, die mich etwas an die Einmarschmusik von Wrestlern erinnert hat. Da bekommt jeder Akteur seine Hymne quasi in ein paar Sekunden zugeteilt, damit du weißt, was mit dem Burschen oder der Dame Sache ist.
So setzt sich nach dem Schnelldurchlauf der Charts ein Team aus Deadshot ( Will Smith); Harley Quinn 
( Margot Robbie); El Diablo ( Jay Hernández ); Killer Croc ( Adewale Akinnouye- Agbaje); Captain Boomerang (  Jay Courtney); Slipknot ( Adam Beach) und dem Soldaten in der Truppe Rick Flag ( Joel Kinnaman) zusammen. Später stößt noch die mysteriöse Katana ( Karen Fukuhara) dazu. 

Amanda Waller hat darüber hinaus noch ein Ass im Ärmel: Enchantress ( Cara Delevingne). Die ehemalige Archäologin June Moon stieß in einer Höhle voller Knochen auf alte Artefakte. Und wie man es in der Ausbildung als Grabräuber so lernt, spielt sie mit den todbringenden Schnitzereien so lange herum, bis man von einer mächtigen Dämonen besessen wird. Diese Dualität, ausgelöst durch das nennen des Namens Enchantress, macht das Hexenmädchen fortan zur Marionette der Regierung. 
Doch schon bald hat die staubige Hexe ihre eigenen Ziele und beschwört ihren Bruder, eine Mischung aus Sauron und dem Destroyer. Gemeinsam erschaffen sie eine Maschine zur Zerstörung der Menschheit. Das alles natürlich inklusive eines gigantischen Lichtstrahls, der in den Himmel schießt- successful since Ghostbusters; Avengers; Fantastic Four; Blade; Der Herr der Ringe und so jedem anderen Film mit Superhelden, Fantasy oder Science- Fiction- Elementen.  

Und so heißt es nach der effektgeladenen Übernahme der Magiegeschwister: "Suicide Squad Sammeln!" 
Mit einem Bombenimplantat im Nacken soll natürlich dafür gesorgt werden, dass keiner der Gauner das Weite sucht. Eine Tatsache, die Slipknot nach einer Filmminute derart vergessen hat, dass er sich abseilt und dabei zur Strafe den Kopf einbüßt. Und ich hatte mich gefragt wer eigentlich Slipknot ist, nachdem sich eine Metalband nach ihm benannt hat aber egal.
So ziehen die Delinquenten zu Werke und versuchen es mit der Armee aus versteinerten Klonkriegern aufzunehmen, ehe man zum finalen Kampf übergeht.
Unter dem Kommando von Deadshot raufen sich die ungleichen Gesellen ziemlich schnell zusammen auch wenn Harley Quinn alles tut um von ihrem Pudding ( so nennt sie ihren Joker) gerettet zu werden. 
Joker ( Jared Leto)  ist nämlich der Truppe recht dicht auf den Fersen um seine Harley aus dieser Pfadfindergruppe zu holen. 

Fazit: Um es in den Worten eines You Tube Filmkritikers zu sagen: "Ich möchte diesen Film lieben. Ich kann es aber nicht." Es war kein schlechter Film, hätte aber mit den vielen Zutaten zu einem genialen Streifen werden können, den man sich sehr gerne fünfmal am Tag ansehen könnte. Alles wirkt nach einem losen Stückwerk mit netten Einfällen aber wenig Inhalt. Die Charaktere sind cool, sehr gut besetzt und ausgearbeitet aber der Plot ist uninspiriert und ereignislos. 
Nie hatte ich Angst um jemanden oder musste auf den Nägeln kauen, weil die Mission zu scheitern drohte. Es gab keine Reibereien in der Gruppe und das, obwohl sie voller egozentrischer Diebe, Mörder und Psychopathen ist. Da gab es mehr Streit unter den X-Men, Avengers, der Justice League oder im Big Brother Haus. Gerade zwischen Captain Boomerang und Deadshot hätten die Fetzen fliegen können, da sie sich ja in den Comics tatsächlich hassen. Auch hätte Killer Croc ruhig versuchen können, den einen oder anderen zu verspeisen, nur um danach erst einmal Prügel zu kassieren. Alle waren einfach zu nett. Wie es anders geht, zeigt der Animationsfilm "Assault on Arkham" oder einzelne Episoden der Serie Arrow. Hier drohte sich die Suicide Squad, vor jeder Mission, sich selbst zu zerfleischen. So hätte es ebenfalls im Film sein können, ja sogar müssen!
Insgesamt ein zu zahmer, zu ruhiger, zu lieber Film, dem die geringe Altersfreigabe vor der innovativen Geschichte ging. Und das mit einem Thema, dass nichts für Kinder ist. Es sei denn, man möchte den lieben Kleinen vermitteln, dass Mörder auch nur ganz normale Menschen sind, denen es einfach an einer Umarmung hier und da fehlt. 

Klar werde ich mir Suicide Squad auf Blu Ray kaufen. Klar werde ich ihn öfter gucken. Aber ich bin insgesamt sehr enttäuscht und muss sagen, dass mir Batman v Superman besser gefallen hat, weil es eben auch spannend erzählt war. Und Spannung kam im gesamten Suicide Squad nicht ein einziges Mal auf. Dafür fehlte es an gelungenen Horroreinlagen, Streitereien und dem üblichen Plot Twist.    
Doch möchte ich besonders Margot Robbie loben, die eine wirklich geniale Harley Quinn verkörpert hat und diese Figur derart gut getroffen hat, dass ich unbedingt mehr von ihr sehen möchte. Auch Will Smith als Deadshot fand ich sehr gut. Einem meiner Freunde ging zwar seine Familiengeschichte zu weit und machte ihn zu weinerlich, aber ich fand diese Dualität gerade gut. Als er, seiner Tochter zu Liebe, die Verhaftung durch Batman zuließ, wurde er menschlich. Ich habe ihn verstanden und konnte seine Taten nachvollziehen. Mörder hin oder her. 
Auch Jared Leto machte als Joker eine tolle Figur. Nur sollte man dass viele Bling Bling, welches er in dem Stripclub hatte ( Ringe an jedem Finger, hundert Goldkettchen) lieber weglassen. Der Clownprinz braucht nur einen lila Anzug und das reicht. 
Zum Schluss noch meine Traumbesetzung für Suicide Squad 2: Bane, Deathstroke und Killer Frost. Man wird doch mal träumen dürfen. 



Sonntag, 7. August 2016

Batman v Supercut



Warum erst jetzt? Höre ich die Stimmen Jener fragen, die bereits nach dem Kinostart von Batman v Superman auf meinen Senf gewartet haben. Gut, es gibt ein Video dazu. Aber warum alles doppelt machen? Immerhin tat Warner etwas, dass ich angesichts der schlechten Kritiken bestenfalls als Schadensbegrenzung verstehen kann.
Wer hat jetzt noch Lust, eine dreistündige Fassung dessen zu sehen, was bereits als 2 1/2- Stünder nicht völlig überzeugen konnte.

Also wartete ich auf den Heimkino- Release des Films, in Erwartung einer ausführlicheren Geschichte mit deutlich mehr Logik und vielen Antworten auf unzählige Fragen.
Gibt es genauere Hintergründe zur Motivation der beiden titelgebenden Helden? Geht Lex Luthors Plan tatsächlich auf? Und schmeckt Erdbeereis besser, wenn man es vor dem Verzehr durch ein kaltes Bier ersetzt?

Kaum lief der Film über meinen Fernseher, war die Vorfreude groß. Ganz egal, dass es bereits Mitternacht war und mich der Rotwein mit Schraubverschluss inzwischen etwas ermüdet hatte. Wahre Helden stehen das durch. So auch ich.

Nach 3 Stunden rieb ich mir die kleinen, müden Augen. War der Film jetzt besser oder einfach nur länger? Ist länger immer besser? (Frauen müssten das wissen)
Es gab einige Szenen, die gerade Clark Kents Motivation  besser beleuchten. Er recherchiert auf eigene Faust in Gotham. Er spricht mit Tätern und Opfern. So wird zum Beispiel klarer dargestellt, dass das Batman- Branding einem Todesurteil im Gefängnis gleichkommt. Diesmal folgen wir dem Gauner aus der ersten Batmanszene des Films sogar in die Strafanstalt, wo er auch recht zügig niedergemessert wird.
Dem letzten Sohn Kryptons schmeckt das natürlich gar nicht.

Diese Szenen tragen viel zur Handlung bei und hätten nie geschnitten werden sollen. Ebenfalls bekommt man einige Einblicke in die Motivation der afrikanischen Frau, die Superman vor Gericht zerren will. Was steckt hinter ihrer Verbitterung? Warum glaubt sie, dass der Konflikt mit den Warlords auf das Konto Supermans und nicht des CIA geht, der dort mit Waffen und Hubschraubern herumwedelt? Das habe ich mich bereits in der Afrikaszene gefragt.

Ob die Action jetzt expliziter ist und der Batman deftiger Flucht, konnte ich jetzt nicht ausmachen. Die Action war bereits in der Kinofassung knallhart. Vielleicht sollte man da mal beide Versionen parallel schauen. Aber wer hat denn für so etwas Zeit.

Als Fazit kann ich aber sagen, dass der Ultimate Cut in Ordnung geht. Er erklärt ein paar grundlegende Dinge deutlich besser und nimmt sich gerade bei Lex Luthor- ja, wir mögen ihn alle nicht!- und seinen Plänen deutlich mehr Zeit. Doch was ist mit der Motivation der zukünftigen Glatze im Anzug? Neid? Angst? Fremdenhass? Das wird auch in der längeren Filmfassung nicht klar. Wenn ich etwas fürchte, warum möchte ich es dann kontrollieren? Warum unterstützt er dann nicht lieber Batman? Immerhin hat er die selben Bedenken, wie Lex. Und ist der Feind meines Feindes nicht mein Freund?

Doch vermutlich hat Lex Luthor nur bunte Gummibärchen im Hirn. Er badet lieber mit kryptonischen Leichen in einer Hightech- Suppe und bastelt haarlose Alientrolle für den finalen Akt des Films.

Sieht man von diesem Manko ab- und Lex Luther ist tatsächlich die größte Schwäche-  kann man mit der Heimkinoversion bestens leben. Ähnlich, wie der Rogue- Cut von X-Men Days of Future Past, addiert Batman v Superman Ultimate Edition tatsäachlich einige nützliche Szenen dazu, die das Gesamtbild etwas geradebügeln.  Doch an den gewohnten Kritikpunkten, die der geneigte Kinogänger hatte, wird auch eine 8- Stunden- Fassung nichts ändern.

 

Freitag, 15. Juli 2016

R.I.P.X.



Eigentlich hatte ich mich schon fast daran gewöhnt: Marvel startet nach nur 3 Jahren sein komplettes Universum neu. Nach Marvel NOW! nun der nächste Reboot. Immerhin scheint ja das Wörtchen Reboot das Wundermittel gegen alles zu sein. Ob es um Kinoblockbuster für den Sommer, Serien, Videospiele oder eben Comics geht- alles muss neu und besser gemacht werden.

Als also nach Secret Wars der Tod des bisherigen Marveluniversums angekündigt wurde, habe ich mich noch auf so manche neue Chance gefreut, Serien aufzuwerten, die bis dato etwas ins Hintertreffen geraten sind. Doch bereits im deutschen Heftchenmarkt wurde angedeutet, das hier für einige Schluss ist. Zum Beispiel die großartige Thorserie, die mich gerade wegen der weiblichen Donnergöttin ziemlich interessiert hat. Ein Handlungsbogen, der nun klanglos unterging und keine weitere Fortsetzung bekommt.
Als ich dann die Nachricht aus den USA hörte, wurde es noch schlimmer! Man stellt die X-Men ein!

Nach dem Tod von Wolverine, dem Zugpferd der Mutantengruppe, deutete sich bereits an, dass sich Marvel nicht mehr wirklich um die Gunst der Leser bemüht. Hier ging es hauptsächlich darum, 20th Century Fox keine Zuschauer zu generieren. Nicht, dass einer noch auf die Idee kommt, ins Kino zu gehen und X-Men Filme zu schauen, bloß weil man zuvor viele Dollar für die Comics bezahlt hat. Das auch ein Kinogänger freudig die Comics für sich entdecken könnte, kam dem Haus der (schlechten) Ideen nicht in den Sinn.
Tatsächlich teilt man einige X-Men nun anderen Teams wie den Avengers zu. Glück für Fans von Storm und Beast. Der Rest geht in Comicrente oder wird in zweitklassige Gruppen aufgeteilt, von denen die Serien die ersten 12 Ausgaben nicht überstehen werden.
Doch was bedeutet es, wenn die X-Men aus politischen Gründen die Bühne verlassen?
Nun, sie waren das einzige Comic der Marvelschöpfer, die echte gesellschaftliche Probleme ansprachen. Fremdenhass, Diskriminierung, Solidarität und Nächstenliebe waren Schlagwörter in der Serie. Mutanten standen bereits in den 60er Jahren sinnbildlich für die diskriminierte schwarze Bevölkerung in den USA.

Später waren es die Homosexuellen, die durch die X-Men Bestätigung fanden. So war es San Fransisco,
eine Hochburg der amerikanischen Homosexuellen, welches nun auch zum Sitz der neuen Schule für junge Mutanten wurde. Kein Zufall. Außerdem waren es zwei männliche X-Men, die sich zum ersten mal das Ja- Wort gaben. Ganz große Geste!
Und wenn man an den Anschlag auf einen Schwulenclub in Orlando denkt oder die Flüchtlingsdebatte in Europa, dann weiß man, dass es mehr Geschichten über die X-Men geben sollte.

Stattdessen stellt man die Serie ein, die es noch verstanden hatte, an den Holocaust zu erinnern oder zu zeigen, wohin uns Fremdenhass jederzeit bringen kann.
Die X-Men waren keine Helden, sie waren Lehrer und Schüler. Sie waren menschlich. Keine Supersoldaten, Götter oder Gammamonster. Sie veränderten sich in der Pubertät und wurden seitdem von seltsamen, einzigartigen Kräften überwältigt, die ihnen weder Ruhm noch das Heldendasein, sondern vielmehr Hass und Feindseligkeit entgegenbrachten. Doch damit ist jetzt Schluss.

Für mich geht die beste Comicserie in den Ruhestand. Auch wenn es in den letzten Jahren wenig tolle Geschichten gab, so waren es die Helden meiner Kindheit. Meine Freunde,
meine Familie. Ich hatte, wenn auch nur in meinen Gedanken, einen Platz, wo ich akzeptiert wurde. Die Xavierschule für begabte Jugendliche.

Und damit geht einer der wenigen Gründe, dem Geschehen von Marvel noch zu folgen. Ich werde mich dann lieber auf DC konzentrieren, die nicht einfach die Justice League einstellen, weil ihnen mal danach ist.

Montag, 23. Mai 2016

Wenn der Captain gegen den Ironman



Eins muss man dem Marvel Studio lassen: was sie derzeit anfassen, wird zu purem Gold.
Fing es mit dem blauen Schildträger der USA noch recht verhalten im First Avenger an, hat man spätestens mit Winter Soldier bewiesen, dass in Steve Rogers alter Ego das Zeug zum Politthriller steckt.
Getreu dieser Prämisse walzt auch Civil War mit einer epischen und für Comicverfilmungsmaßstäbe tiefgreifenden Handlung über die Kinoleinwand und zeigt, dass es auch recht philosophisch unter den maskierten Rächern zugehen kann.
Im Zentrum der Handlung steht natürlich Bucky Barnes, der noch immer gehirngewaschen für eine Schattenorganisation die Drecksarbeit erledigt. Mit einer Handvoll russischer Vokabeln wird der Wintersoldat so zum Instrument böser Mächte! Steve Rogers, unser aller Captain, weiß um die Fremdsteuerung und tut alles, um seinem Bromance- Kumpel zu helfen. Dafür sind doch Freunde da.
Bei einem Zwischenfall, der mehreren Unschuldigen Menschen das Leben kostet, wird die Regierung der Vereinigten Staaten endlich wach. Angeführt von Colonel Ross- der Dreckssack, der Bruce Banner töten wollte, streben die Vereinten Nationen nach der Kontrolle über sämtliche Kostümträger. Alle finden das doof, nur Tony Stark nicht. Seit er weiß, dass unter den Opfern der Sohn einer verärgerten Mama ist, zernagen ihn seine Gewissensbisse. Nicht etwa, weil er Ultron gebaut hat, der Millionen Menschen in Gefahr brachte, oder S.H.I.E.L.D. die Technologie gab, um uns mit Helicarriern in die Hölle zu pusten, strebt unser aller Milliadär, Philanthrop und Genie nach mehr Kontrolle über das Tun der Avengers. Und einige folgen ihm. Ausgerechnet Vision hält es für klug, zu tun, was auch immer die Schlipsträger im  Pentagon für Ideen ausgeheckt haben. Auch Neuling Black Panther und Spider- Man finden die Idee klasse, gegen Captain America zu Felde zu ziehen, nur weil er weiß, was Regierungen mit zu viel Macht anrichten können!
Räusper- Zweiter Weltkrieg- Hust....

Doch auf Rogers hört ja niemand, außer einer kleinen Gurkentruppe, bestehend aus Hawkeye, Falcon und Antman. Kommt schon, die sind nix gegen Hulk, Thor oder Vision! Zwar fehlt der grüne Zertrümmerer genau so, wie sein Hammerschwingender Kumpel und Lieblingsgott Thor, doch die haben mit dem Dreh von Ragnarök eben besseres zu tun.
Vielleicht treffen sich ja alle wieder, wenn mal eine verschneite Naziburg im Schwarzwald plattgemacht werden muss. Wenn es um das Schicksal der Rächer geht, braucht eben nicht zwangsweise Goldlöckchen Thor rein zuschneien..
Nach dieser Logik versucht das Marvelstudio auf neue Mitspieler zu setzten und verpflichtet Antman, Black Panther und Spiderman erstmals im Avengerskader. Was hat man auch Quicksilver so schnell getötet. Hier hätte er echt von Nutzen sein können. Auch Schwesterlein Scarlett Witch ist hauptsächlich mit Hausarrest beschäftigt.

Und während sich Ironman und War Maschine zu echten Nervensägen entwickeln, ist mit  Zemo endlich wieder ein böser Deutscher ausgemacht, der für Chaos in Berlin und Leipzig sorgt. Warum der Leipziger Flughafen? Na weil Berlin noch nicht fertiggebaut ist, um ihn kaputtmachen zu lassen.

Sieht man von einigen Logikschnitzern ab, die nun mal existieren, da der Film sonst überhaupt nicht in Fahrt käme, wird man aller bestens auf gewohnt hohem Niveau unterhalten. In Civil War wird das Teamplay der einzelnen Helden sinnvoll dargestellt, statt nur kurze Gruppenaufnahmen zu zeigen. Besonders auf dem Flughafen geht die Post ab. Da fliegt der Schild, wird der Disruptor gefeuert, das Netz geschwungen und die Ameise wird groß. Es geht wie in einem Comic zu. So soll es sein!

Warum es ausgerechnet der Civil War sein musste? Jeder eingefleischte Marvelfan weiß, wie groß und imposant dieses Heldenepos ist. Mit Punisher, Wolverine und Ben Grimm, an denen das MCU keine Rechte hat, kann man jedenfalls nicht in der Verfilmung rechnen. Und auch Spider- Man bekommt nicht die Rolle, für die er in Civil War so wichtig war. Als dritter Teil der Captain America Filme war es ein einziges Vergnügen. Als Umsetzung einer so komplexen Heftvorlage, kann Civil War nur bedingt überzeugen.

Am Ende bleiben hervorragende Action, tolle Effekte und jede Menge Kurzweil, die Civil War bereits jetzt zum erfolgreichsten MCU Film werden ließen. Ob man mit der hohen Messlatte überhaupt noch mit einer Steigerung rechnen kann, wird sich zeigen. Aber House of M wird man rein rechtlich wohl niemals verfilmen dürfen, oder?

Sonntag, 3. April 2016

Je- Je- Jessica!

Marvel ist auf der göttlichen Mission uns nicht nur im Kino mit ihrem komplexen Universum zu erfreuen, sondern auch im TV geht die Jagd auf böse Jungs und Mädchen weiter. Spätestens seit Daredevil ist auch Netflix eine gute Adresse für Freunde der etwas düsteren Comicadaptionen. Immerhin schreitet der Teufel von Hells Kitchen nicht gerade kinderfreundlich zur Tat und hinterlässt gerne ein paar blutige Leichen.

Mit Jessica Jones geht Netflix nun eine Stufe weiter und etabliert in 13 Folgen die Abenteuer der etwas rauflustigen, trinkfesten und schnippischen Privatdetektivin. Krysten Ritter fällt dabei als erstes ins Auge. Immerhin handelt es sich bei ihr nicht gerade um die typische Hollywood- Schönheit. Vielmehr hat sie ihre Ecken und Kanten, was für diese Rolle nicht gerade unwichtig ist. Von Genervtheit, Zorn, Langeweile und Frust reicht ihr Mimik- Repertoire in jeder Situation bestens aus. Wenn es um Action geht, weiß die Serie ebenso zu überzeugen, wie im Tiefgang der Figuren. Gut und Böse haben immer mehr Seiten.
So helfen Freunde beim Verstecken einer Leiche und Bösewicht Kilgrave ( David Tennant) ist ein ängstlicher Junge auf der Suche nach Liebe. So leicht wird man also an dieser Serie nicht mit Schwarz- Weiß-Denken herankommen.

Die Handlung ist recht einfach und spannend gestrickt. Jessica Jones, eine eher umstrittene Schnüfflerin, spitzelt Ehemännern hinterher, die ihre Frauen betrügen. Doch ihr üblicher Alltag kehrt sich ins Negative, als Kilgrave wieder in ihr Leben tritt. Mit der Fähigkeit, anderen Menschen seinen Willen aufzuzwingen, hatte er es geschafft, die feiste Schwarzhaarige Kämpferin an die Leine zu legen. So musste sie des öfteren die Drecksarbeit für den smarten Englishman erledigen und hat deshalb auch einiges an Blut an ihren Fingern.
Im Glauben, dem ehemaligen Peiniger entgangen zu sein, ist die Panik um so größer, als der vermeintliche Tote sich wieder in ihr Leben zwingt.

Doch Kilgrave, gespielt von Dr. Who Darsteller David Tennant, ist mehr, als nur ein machthungriger Mann. Er will, dass Jessica ihn liebt. Und jeder Mann in ihrem Leben läuft nun Gefahr, Opfer des eifersüchtigen Irren zu werden, der selbst eine ganze Poilzeistation in seine Gewalt bringen kann.

Nur ist Jessica nicht ganz auf sich allein gestellt. Luke Cage, ein unkaputtbarer Barkeeper, steht ihr bald zur Seite und hilft der Dame in Unnöten schlagkräftig aus. Denn Jessica ist mit ihren Kräften nicht ganz wehrlos. Wer Autos anheben kann, Türen aus den Angeln reißt und Menschen wie Marionetten wirft, der braucht vermutlich weniger Hilfe als andere.

So geht in Jessica Jones einiges zu Bruch und fast jeder Charakter dieser Serie zeigt mindestens einmal seine düstere Seite. Kein Wunder also, dass man es vor lauter Spannung kaum erwarten kann, wie das Abenteuer ausgeht. Zwar gibt es hier und dar kleine Logiklücken, aber die Geschichte ist äußerst unterhaltsam präsentiert, sodass man- wie bei Netflix üblich- schnell alle Episoden wie Kartoffelchips in sich gesogen hat.

Da bin ich gespannt, wann es bald weitergeht und ob wir demnächst auch ein Crossover mit dem roten Teufel von Hells Kitchen haben werden.

  

Dienstag, 8. März 2016

Mein Name ist Bond, James Bond.


Nach dem Hype um Skyfall stand besonders Regisseur Sam Mendes unter einigem Druck, es künftig besser zu machen, als der Rohrkrepierer "Ein Quantum Trost". Mit dem neusten Abenteuer des smarten Agenten im Auftrag Ihrer Majestät bekommt es Bond mit der Organisation zu tun, die bereits in vielen anderen Filmen die Fäden zog: Sprectre. Ein Ring mit einem Tintenfisch symbolisiert die vielen Arme, die diese Schattengesellschaft hat. Zum Glück hat man sie Spectre genannt und nicht, wie in den ersten Bondfilmen GOFTA- Geheimorganisation für Terror, Spionage, Erpressung und Rache. Das klang dämlich und war es auch.

Mit Daniel Graig ( Layer Cake) hatte es das, seit Casino Royal rebootete Filmfranchise nicht leicht. Er sei zu kalt, zu brutal und anderen Filmen, wie die Bourne Identität ( Matt Damon) oder Mission Impossible ( Tom Cruise) zu ähnlich. Die Gimmicks würden ebenso fehlen, wie der smarte Erfinder Q oder die naive Sekretärin Moneypenny. Die kleinen Details, auf die sich Bond Fans seit Dr. No freuten, fehlten in der düsteren Neuinterpretation, der zu allem Überfluss auch noch der Titelsong mit Namensgleichheit zum Filmtitel fehlt. So etwas verzeihen die eingefleischten Fans ebenso wenig, wie die blonde Haarpracht des Protagonisten. Es geht hier schließlich um den guten Ruf des MI6!

Wie gesagt, brachte Skyfall dann die Kritiker endgültig zum verstummen und versöhnte mit Gimmicks, Q und Moneypenny in neuem, zeitgemäßen Gewand. Der alte Bond war zurück und das in seiner besten Form. Klar, dass der Regisseur förmlich angefleht wurde, es ein weiteres Mal zu vollbringen und den charismatischen Agenten einmal mehr zurück zu alter Größe zu verhelfen. Hat Spectre denn auch alle Zutaten beisammen?

Frauen, die nur dann auftauchen, um mit James Bond zu schlafen? Doppel- Check!
Uhren mit Zeitzünder? Check!
Schnelle Autos mit eingebauter Verteidigung? Check!
Grimmiger Handlanger, der wortlos mit Bond kämpft? Check!
Geheime Basis am Ende der Welt? Check!
Handlung, die auf mindestens drei Kontinenten spielt? Check!
Und zu guter Letzt ein Bösewicht, der Bond alles über seine Weltherrschaftspläne erzählt, bevor er ihn foltert? Check!

Allein die Eröffnungssequenz in Mexiko City zeigt eindrucksvoll, wie viel Liebe fürs Detail verwendet wurde. Die Menschenmassen, die zum Tag der Toten durch die Straßen ziehen, sind mit ihrem Outfits ein echter
Hingucker und mitten unter ihnen taucht Bond in passender Maskerade auf. Allein nur für den obligatorischen Filmprolog wurde ein ganzes Gebäude plattgemacht. Es geht also schon gut los. Dann fährt Bond nach Rom, um eine Witwe zu trösten, nur um dann wenig später mitten in die Reihen von Spectre zu stolpern. Erster Auftritt Christoph Waltz ( Django) und Dave Bautista ( Guardians of the Galaxy). Es folgt die übliche Autoverfolgung mit allerlei Blechschaden und dem ersten zerlegten Luxusvehikel.
Und während James von Land zu Land jettet, um die Spur seines Rivalen aufzunehmen, muss sich MI6 vor der Umstrukturierung retten, bevor es bald schon keine Doppelnullagenten mehr gibt.
Wir erfahren, dass Spectre hinter allen Bösewichten der Vergangenheit steht. Quasi wird hier die Handlung von Casino Royal bis Skyfall miteinander verknüpft. Kein schlechter Schachzug. Damit sind die Daniel Craig Bondfilme ein Unikat. Noch nie zuvor wurde in den Filmen eines Bonddarstellers eine direkte Fortsetzung gedreht. Bond schien ein schlechtes Gedächtnis zu haben, konnte er sich doch nie an sein vorheriges Abenteuer erinnern. So rundet Spectre die Reihe mit Daniel Craig unglaublich geschickt ab und liefert genau das, was man von einem guten Bondfilm erwartet. Jede Menge Action und ein cooler Held, der trotz Folter mit Bohrern im Kopf perfekt auf Bösewichte schießen kann, ohne auch nur die kleinsten Nachwirkungen zu haben.

Warum also so mancher Zuschauer den Film enttäuschend fand, kann ich weniger nachvollziehen und auch die kleinen Brotkrumen aus den vorherigen Filmen empfand ich mehr als bereichernd, anstatt sie als störend zu bemängeln. Aber das ist eben Geschmackssache.
Ob sich Daniel Craig ein fünftes Mal in den Smoking des adretten Agenten wirft, bleibt fraglich. Immerhin hatte der irische Mime in einem Interview verlauten lassen, sich eher die Pulsadern aufzutrennen, als ein weiteres Mal Bond zu spielen. Zu hoffen wäre eine erneute Beteiligung allemal, da auch Christoph Waltz zurückkehren möchte, wenn Bond blond bleibt. Ich kreuze schon mal die Finger...