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Freitag, 15. Juli 2016

R.I.P.X.



Eigentlich hatte ich mich schon fast daran gewöhnt: Marvel startet nach nur 3 Jahren sein komplettes Universum neu. Nach Marvel NOW! nun der nächste Reboot. Immerhin scheint ja das Wörtchen Reboot das Wundermittel gegen alles zu sein. Ob es um Kinoblockbuster für den Sommer, Serien, Videospiele oder eben Comics geht- alles muss neu und besser gemacht werden.

Als also nach Secret Wars der Tod des bisherigen Marveluniversums angekündigt wurde, habe ich mich noch auf so manche neue Chance gefreut, Serien aufzuwerten, die bis dato etwas ins Hintertreffen geraten sind. Doch bereits im deutschen Heftchenmarkt wurde angedeutet, das hier für einige Schluss ist. Zum Beispiel die großartige Thorserie, die mich gerade wegen der weiblichen Donnergöttin ziemlich interessiert hat. Ein Handlungsbogen, der nun klanglos unterging und keine weitere Fortsetzung bekommt.
Als ich dann die Nachricht aus den USA hörte, wurde es noch schlimmer! Man stellt die X-Men ein!

Nach dem Tod von Wolverine, dem Zugpferd der Mutantengruppe, deutete sich bereits an, dass sich Marvel nicht mehr wirklich um die Gunst der Leser bemüht. Hier ging es hauptsächlich darum, 20th Century Fox keine Zuschauer zu generieren. Nicht, dass einer noch auf die Idee kommt, ins Kino zu gehen und X-Men Filme zu schauen, bloß weil man zuvor viele Dollar für die Comics bezahlt hat. Das auch ein Kinogänger freudig die Comics für sich entdecken könnte, kam dem Haus der (schlechten) Ideen nicht in den Sinn.
Tatsächlich teilt man einige X-Men nun anderen Teams wie den Avengers zu. Glück für Fans von Storm und Beast. Der Rest geht in Comicrente oder wird in zweitklassige Gruppen aufgeteilt, von denen die Serien die ersten 12 Ausgaben nicht überstehen werden.
Doch was bedeutet es, wenn die X-Men aus politischen Gründen die Bühne verlassen?
Nun, sie waren das einzige Comic der Marvelschöpfer, die echte gesellschaftliche Probleme ansprachen. Fremdenhass, Diskriminierung, Solidarität und Nächstenliebe waren Schlagwörter in der Serie. Mutanten standen bereits in den 60er Jahren sinnbildlich für die diskriminierte schwarze Bevölkerung in den USA.

Später waren es die Homosexuellen, die durch die X-Men Bestätigung fanden. So war es San Fransisco,
eine Hochburg der amerikanischen Homosexuellen, welches nun auch zum Sitz der neuen Schule für junge Mutanten wurde. Kein Zufall. Außerdem waren es zwei männliche X-Men, die sich zum ersten mal das Ja- Wort gaben. Ganz große Geste!
Und wenn man an den Anschlag auf einen Schwulenclub in Orlando denkt oder die Flüchtlingsdebatte in Europa, dann weiß man, dass es mehr Geschichten über die X-Men geben sollte.

Stattdessen stellt man die Serie ein, die es noch verstanden hatte, an den Holocaust zu erinnern oder zu zeigen, wohin uns Fremdenhass jederzeit bringen kann.
Die X-Men waren keine Helden, sie waren Lehrer und Schüler. Sie waren menschlich. Keine Supersoldaten, Götter oder Gammamonster. Sie veränderten sich in der Pubertät und wurden seitdem von seltsamen, einzigartigen Kräften überwältigt, die ihnen weder Ruhm noch das Heldendasein, sondern vielmehr Hass und Feindseligkeit entgegenbrachten. Doch damit ist jetzt Schluss.

Für mich geht die beste Comicserie in den Ruhestand. Auch wenn es in den letzten Jahren wenig tolle Geschichten gab, so waren es die Helden meiner Kindheit. Meine Freunde,
meine Familie. Ich hatte, wenn auch nur in meinen Gedanken, einen Platz, wo ich akzeptiert wurde. Die Xavierschule für begabte Jugendliche.

Und damit geht einer der wenigen Gründe, dem Geschehen von Marvel noch zu folgen. Ich werde mich dann lieber auf DC konzentrieren, die nicht einfach die Justice League einstellen, weil ihnen mal danach ist.

Montag, 23. Mai 2016

Wenn der Captain gegen den Ironman



Eins muss man dem Marvel Studio lassen: was sie derzeit anfassen, wird zu purem Gold.
Fing es mit dem blauen Schildträger der USA noch recht verhalten im First Avenger an, hat man spätestens mit Winter Soldier bewiesen, dass in Steve Rogers alter Ego das Zeug zum Politthriller steckt.
Getreu dieser Prämisse walzt auch Civil War mit einer epischen und für Comicverfilmungsmaßstäbe tiefgreifenden Handlung über die Kinoleinwand und zeigt, dass es auch recht philosophisch unter den maskierten Rächern zugehen kann.
Im Zentrum der Handlung steht natürlich Bucky Barnes, der noch immer gehirngewaschen für eine Schattenorganisation die Drecksarbeit erledigt. Mit einer Handvoll russischer Vokabeln wird der Wintersoldat so zum Instrument böser Mächte! Steve Rogers, unser aller Captain, weiß um die Fremdsteuerung und tut alles, um seinem Bromance- Kumpel zu helfen. Dafür sind doch Freunde da.
Bei einem Zwischenfall, der mehreren Unschuldigen Menschen das Leben kostet, wird die Regierung der Vereinigten Staaten endlich wach. Angeführt von Colonel Ross- der Dreckssack, der Bruce Banner töten wollte, streben die Vereinten Nationen nach der Kontrolle über sämtliche Kostümträger. Alle finden das doof, nur Tony Stark nicht. Seit er weiß, dass unter den Opfern der Sohn einer verärgerten Mama ist, zernagen ihn seine Gewissensbisse. Nicht etwa, weil er Ultron gebaut hat, der Millionen Menschen in Gefahr brachte, oder S.H.I.E.L.D. die Technologie gab, um uns mit Helicarriern in die Hölle zu pusten, strebt unser aller Milliadär, Philanthrop und Genie nach mehr Kontrolle über das Tun der Avengers. Und einige folgen ihm. Ausgerechnet Vision hält es für klug, zu tun, was auch immer die Schlipsträger im  Pentagon für Ideen ausgeheckt haben. Auch Neuling Black Panther und Spider- Man finden die Idee klasse, gegen Captain America zu Felde zu ziehen, nur weil er weiß, was Regierungen mit zu viel Macht anrichten können!
Räusper- Zweiter Weltkrieg- Hust....

Doch auf Rogers hört ja niemand, außer einer kleinen Gurkentruppe, bestehend aus Hawkeye, Falcon und Antman. Kommt schon, die sind nix gegen Hulk, Thor oder Vision! Zwar fehlt der grüne Zertrümmerer genau so, wie sein Hammerschwingender Kumpel und Lieblingsgott Thor, doch die haben mit dem Dreh von Ragnarök eben besseres zu tun.
Vielleicht treffen sich ja alle wieder, wenn mal eine verschneite Naziburg im Schwarzwald plattgemacht werden muss. Wenn es um das Schicksal der Rächer geht, braucht eben nicht zwangsweise Goldlöckchen Thor rein zuschneien..
Nach dieser Logik versucht das Marvelstudio auf neue Mitspieler zu setzten und verpflichtet Antman, Black Panther und Spiderman erstmals im Avengerskader. Was hat man auch Quicksilver so schnell getötet. Hier hätte er echt von Nutzen sein können. Auch Schwesterlein Scarlett Witch ist hauptsächlich mit Hausarrest beschäftigt.

Und während sich Ironman und War Maschine zu echten Nervensägen entwickeln, ist mit  Zemo endlich wieder ein böser Deutscher ausgemacht, der für Chaos in Berlin und Leipzig sorgt. Warum der Leipziger Flughafen? Na weil Berlin noch nicht fertiggebaut ist, um ihn kaputtmachen zu lassen.

Sieht man von einigen Logikschnitzern ab, die nun mal existieren, da der Film sonst überhaupt nicht in Fahrt käme, wird man aller bestens auf gewohnt hohem Niveau unterhalten. In Civil War wird das Teamplay der einzelnen Helden sinnvoll dargestellt, statt nur kurze Gruppenaufnahmen zu zeigen. Besonders auf dem Flughafen geht die Post ab. Da fliegt der Schild, wird der Disruptor gefeuert, das Netz geschwungen und die Ameise wird groß. Es geht wie in einem Comic zu. So soll es sein!

Warum es ausgerechnet der Civil War sein musste? Jeder eingefleischte Marvelfan weiß, wie groß und imposant dieses Heldenepos ist. Mit Punisher, Wolverine und Ben Grimm, an denen das MCU keine Rechte hat, kann man jedenfalls nicht in der Verfilmung rechnen. Und auch Spider- Man bekommt nicht die Rolle, für die er in Civil War so wichtig war. Als dritter Teil der Captain America Filme war es ein einziges Vergnügen. Als Umsetzung einer so komplexen Heftvorlage, kann Civil War nur bedingt überzeugen.

Am Ende bleiben hervorragende Action, tolle Effekte und jede Menge Kurzweil, die Civil War bereits jetzt zum erfolgreichsten MCU Film werden ließen. Ob man mit der hohen Messlatte überhaupt noch mit einer Steigerung rechnen kann, wird sich zeigen. Aber House of M wird man rein rechtlich wohl niemals verfilmen dürfen, oder?

Sonntag, 3. April 2016

Je- Je- Jessica!

Marvel ist auf der göttlichen Mission uns nicht nur im Kino mit ihrem komplexen Universum zu erfreuen, sondern auch im TV geht die Jagd auf böse Jungs und Mädchen weiter. Spätestens seit Daredevil ist auch Netflix eine gute Adresse für Freunde der etwas düsteren Comicadaptionen. Immerhin schreitet der Teufel von Hells Kitchen nicht gerade kinderfreundlich zur Tat und hinterlässt gerne ein paar blutige Leichen.

Mit Jessica Jones geht Netflix nun eine Stufe weiter und etabliert in 13 Folgen die Abenteuer der etwas rauflustigen, trinkfesten und schnippischen Privatdetektivin. Krysten Ritter fällt dabei als erstes ins Auge. Immerhin handelt es sich bei ihr nicht gerade um die typische Hollywood- Schönheit. Vielmehr hat sie ihre Ecken und Kanten, was für diese Rolle nicht gerade unwichtig ist. Von Genervtheit, Zorn, Langeweile und Frust reicht ihr Mimik- Repertoire in jeder Situation bestens aus. Wenn es um Action geht, weiß die Serie ebenso zu überzeugen, wie im Tiefgang der Figuren. Gut und Böse haben immer mehr Seiten.
So helfen Freunde beim Verstecken einer Leiche und Bösewicht Kilgrave ( David Tennant) ist ein ängstlicher Junge auf der Suche nach Liebe. So leicht wird man also an dieser Serie nicht mit Schwarz- Weiß-Denken herankommen.

Die Handlung ist recht einfach und spannend gestrickt. Jessica Jones, eine eher umstrittene Schnüfflerin, spitzelt Ehemännern hinterher, die ihre Frauen betrügen. Doch ihr üblicher Alltag kehrt sich ins Negative, als Kilgrave wieder in ihr Leben tritt. Mit der Fähigkeit, anderen Menschen seinen Willen aufzuzwingen, hatte er es geschafft, die feiste Schwarzhaarige Kämpferin an die Leine zu legen. So musste sie des öfteren die Drecksarbeit für den smarten Englishman erledigen und hat deshalb auch einiges an Blut an ihren Fingern.
Im Glauben, dem ehemaligen Peiniger entgangen zu sein, ist die Panik um so größer, als der vermeintliche Tote sich wieder in ihr Leben zwingt.

Doch Kilgrave, gespielt von Dr. Who Darsteller David Tennant, ist mehr, als nur ein machthungriger Mann. Er will, dass Jessica ihn liebt. Und jeder Mann in ihrem Leben läuft nun Gefahr, Opfer des eifersüchtigen Irren zu werden, der selbst eine ganze Poilzeistation in seine Gewalt bringen kann.

Nur ist Jessica nicht ganz auf sich allein gestellt. Luke Cage, ein unkaputtbarer Barkeeper, steht ihr bald zur Seite und hilft der Dame in Unnöten schlagkräftig aus. Denn Jessica ist mit ihren Kräften nicht ganz wehrlos. Wer Autos anheben kann, Türen aus den Angeln reißt und Menschen wie Marionetten wirft, der braucht vermutlich weniger Hilfe als andere.

So geht in Jessica Jones einiges zu Bruch und fast jeder Charakter dieser Serie zeigt mindestens einmal seine düstere Seite. Kein Wunder also, dass man es vor lauter Spannung kaum erwarten kann, wie das Abenteuer ausgeht. Zwar gibt es hier und dar kleine Logiklücken, aber die Geschichte ist äußerst unterhaltsam präsentiert, sodass man- wie bei Netflix üblich- schnell alle Episoden wie Kartoffelchips in sich gesogen hat.

Da bin ich gespannt, wann es bald weitergeht und ob wir demnächst auch ein Crossover mit dem roten Teufel von Hells Kitchen haben werden.

  

Dienstag, 8. März 2016

Mein Name ist Bond, James Bond.


Nach dem Hype um Skyfall stand besonders Regisseur Sam Mendes unter einigem Druck, es künftig besser zu machen, als der Rohrkrepierer "Ein Quantum Trost". Mit dem neusten Abenteuer des smarten Agenten im Auftrag Ihrer Majestät bekommt es Bond mit der Organisation zu tun, die bereits in vielen anderen Filmen die Fäden zog: Sprectre. Ein Ring mit einem Tintenfisch symbolisiert die vielen Arme, die diese Schattengesellschaft hat. Zum Glück hat man sie Spectre genannt und nicht, wie in den ersten Bondfilmen GOFTA- Geheimorganisation für Terror, Spionage, Erpressung und Rache. Das klang dämlich und war es auch.

Mit Daniel Graig ( Layer Cake) hatte es das, seit Casino Royal rebootete Filmfranchise nicht leicht. Er sei zu kalt, zu brutal und anderen Filmen, wie die Bourne Identität ( Matt Damon) oder Mission Impossible ( Tom Cruise) zu ähnlich. Die Gimmicks würden ebenso fehlen, wie der smarte Erfinder Q oder die naive Sekretärin Moneypenny. Die kleinen Details, auf die sich Bond Fans seit Dr. No freuten, fehlten in der düsteren Neuinterpretation, der zu allem Überfluss auch noch der Titelsong mit Namensgleichheit zum Filmtitel fehlt. So etwas verzeihen die eingefleischten Fans ebenso wenig, wie die blonde Haarpracht des Protagonisten. Es geht hier schließlich um den guten Ruf des MI6!

Wie gesagt, brachte Skyfall dann die Kritiker endgültig zum verstummen und versöhnte mit Gimmicks, Q und Moneypenny in neuem, zeitgemäßen Gewand. Der alte Bond war zurück und das in seiner besten Form. Klar, dass der Regisseur förmlich angefleht wurde, es ein weiteres Mal zu vollbringen und den charismatischen Agenten einmal mehr zurück zu alter Größe zu verhelfen. Hat Spectre denn auch alle Zutaten beisammen?

Frauen, die nur dann auftauchen, um mit James Bond zu schlafen? Doppel- Check!
Uhren mit Zeitzünder? Check!
Schnelle Autos mit eingebauter Verteidigung? Check!
Grimmiger Handlanger, der wortlos mit Bond kämpft? Check!
Geheime Basis am Ende der Welt? Check!
Handlung, die auf mindestens drei Kontinenten spielt? Check!
Und zu guter Letzt ein Bösewicht, der Bond alles über seine Weltherrschaftspläne erzählt, bevor er ihn foltert? Check!

Allein die Eröffnungssequenz in Mexiko City zeigt eindrucksvoll, wie viel Liebe fürs Detail verwendet wurde. Die Menschenmassen, die zum Tag der Toten durch die Straßen ziehen, sind mit ihrem Outfits ein echter
Hingucker und mitten unter ihnen taucht Bond in passender Maskerade auf. Allein nur für den obligatorischen Filmprolog wurde ein ganzes Gebäude plattgemacht. Es geht also schon gut los. Dann fährt Bond nach Rom, um eine Witwe zu trösten, nur um dann wenig später mitten in die Reihen von Spectre zu stolpern. Erster Auftritt Christoph Waltz ( Django) und Dave Bautista ( Guardians of the Galaxy). Es folgt die übliche Autoverfolgung mit allerlei Blechschaden und dem ersten zerlegten Luxusvehikel.
Und während James von Land zu Land jettet, um die Spur seines Rivalen aufzunehmen, muss sich MI6 vor der Umstrukturierung retten, bevor es bald schon keine Doppelnullagenten mehr gibt.
Wir erfahren, dass Spectre hinter allen Bösewichten der Vergangenheit steht. Quasi wird hier die Handlung von Casino Royal bis Skyfall miteinander verknüpft. Kein schlechter Schachzug. Damit sind die Daniel Craig Bondfilme ein Unikat. Noch nie zuvor wurde in den Filmen eines Bonddarstellers eine direkte Fortsetzung gedreht. Bond schien ein schlechtes Gedächtnis zu haben, konnte er sich doch nie an sein vorheriges Abenteuer erinnern. So rundet Spectre die Reihe mit Daniel Craig unglaublich geschickt ab und liefert genau das, was man von einem guten Bondfilm erwartet. Jede Menge Action und ein cooler Held, der trotz Folter mit Bohrern im Kopf perfekt auf Bösewichte schießen kann, ohne auch nur die kleinsten Nachwirkungen zu haben.

Warum also so mancher Zuschauer den Film enttäuschend fand, kann ich weniger nachvollziehen und auch die kleinen Brotkrumen aus den vorherigen Filmen empfand ich mehr als bereichernd, anstatt sie als störend zu bemängeln. Aber das ist eben Geschmackssache.
Ob sich Daniel Craig ein fünftes Mal in den Smoking des adretten Agenten wirft, bleibt fraglich. Immerhin hatte der irische Mime in einem Interview verlauten lassen, sich eher die Pulsadern aufzutrennen, als ein weiteres Mal Bond zu spielen. Zu hoffen wäre eine erneute Beteiligung allemal, da auch Christoph Waltz zurückkehren möchte, wenn Bond blond bleibt. Ich kreuze schon mal die Finger...  

Mittwoch, 17. Februar 2016

Captain Deadpool!





Wer die letzten Monate nicht hinter einem Stein gelebt oder auf einer Farm der Amish- People verbracht hat, wird die konsequent gute Marketing- Kampagne von 20th Century Fox und ihrem Söldner in Rot mitbekommen haben. Derart lustig und kreativ wurde der Film beworben, dass bereits vor Filmstart die Karten wie geschnitten Brot über die Theke gingen. Doch kann der Film halten, was unzählige Teaser, Trailer und Clips versprechen? Ist die Welt bereit für Deadpool V2? Denn immerhin floppte Ryan Reynolds Darstellung des Söldners mit der großen Klappe bei der Wolverine Verfilmung anno 2009. Da sah es anfangs vielversprechend aus, bis Deadpool mit zugenähtem Mund und planlosen Kräften alles war, nur eben nicht Deadpool.

Mit der neuen Verfilmung von Tim Miller soll alles anders werden. Die Zielgruppe wurde als rated R ausgemacht und bekommt mit Gewalt und Sex genau das geboten, was man aus den Comics kennt.
Doch Miller hat noch nie einen Kinofilm gemacht. Sollte das ein Problem sein? Ach iwo!

Gleich in der Eröffnungsszene bekommen wir vor Augen geführt, wie es auszusehen hat, wenn Wade Wilson die Show übernimmt und mit Wahnsinn, pubertärem Humor und Dauererektion die Witze aus der Spaßkanone feuert. Alles ist übertriebener Slapstick ohne sich auch nur annähernd ernst zu nehmen oder den Mustern klassischer Comicverfilmungen zu folgen. Das ist gut. Das ist erfrischend. Das ist Deadpool!

Zwar wurden in den Trailern bereits die meisten und besten Gags verpulvert, doch bleibt noch genug Unterhaltungswert übrig, um den Kinogänger nicht zu enttäuschen.

Zur Handlung ist größtenteils nicht viel zu sagen: Wade Wilson hat Krebs. Der charmante Söldner mit der tollsten Verlobten der Welt, sieht nur noch einen Ausweg. Er verpflichtet sich einem geheimen Forschungsprojekt, dass ihn zum Superhelden macht, ihm Heilkräfte schenkt und somit seinen Krebs besiegt. Leider kommt die Wunderkur nicht ohne Nebenwirkungen. Nach Folter und genetischer
Experimentierfreude mutiert der attraktive Bursche zum Nachfolger von Freddy Krueger. Derart unfickbar traut sich Wade nicht mehr, seiner Freundin unter die Augen. Doch Schurke Ajax oder Francis?!( Ed Skrein) ist mit dem Söldner noch nicht fertig. Um ihn endgültig zu brechen, macht sich der Finsterling an Verlobte Vanessa ( Morena Baccarin) heran, um sie Superschurken- typisch als Köder zu verwenden. Mit Hilfe der X-Men Colossus und Negasonic Teenage Warhead ( klingt nach einer Punkband)  räumt der Söldner mit der großen Klappe am Ende gründlich auf.

Die Geschichte ist natürlich nicht neu und wurde bereits hunderte Male erzählt. Doch wie sagte einst mein Theaterprofessor? " Es kommt nicht auf das 'Was' sondern das 'Wie' an. Und so ist Deadpool von Minute 1 an stets unterhaltsam, kurzweilig und witzig bis zum Abspann. Ein starker Start ins Comicfilmjahr 2016. Bleibt nur die Hoffnung, das Suicide Squat ebenfalls derart punkten kann...


Mittwoch, 6. Januar 2016

Ein großartiges Jahr!

2016- Das Jahr der Comicverfilmungen!
Was konnten wir uns auf Silvester freuen, denn jeder Comicfan weiß, was im neuen Jahr auf uns zukommt. Eine ganze Batterie an Comicverfilmungen wartet nur darauf, uns das Kinogeld aus der Tasche zu ziehen. Und wie heißt es so schön? " Shut up and take my money." Wer sich also in diesem Jahr als guten Vorsatz häufigere Kinobesuche vorgenommen hat, wird so einige Zeit vor der Leinwand verbringen.





Deadpool:

Am 11. Februar beginnt es mit dem Söldner mit der großen Klappe. Ryan Reynolds versucht in diesem Stand- alone- Titel wieder gut zu machen, was er im ersten Wolverine Film fast zerstörte. Immerhin wurde dort der Mund des vorlauten Killers zugenäht. Wer kam den bitte auf sowas? Nach dem geleakten Trailer im Internet gab es für die Fans kein Halten mehr. Der Film verspricht lustig, brutal und durchgeknallt zu werden. Lassen wir uns überraschen!




Batman vs. Superman- Dawn of Justice:

Der 24. März steht ganz im Zeichen der Fledermaus. Endlich treffen Batman und Superman aufeinander. Das erste Crossover im DC Universum startet endlich die erste Phase der Avengers- äh, ich meine der Justice League! Hatten die Hater am Anfang einen starken Groll gegen den neuen Batman Ben Affleck, so verstummten diese gleich nach dem ersten Teaser. Und für alle, denen zwei DC Helden nicht reichen, kommen auch Wonder Woman und Aquaman ebenfalls zum Einsatz.
Wenn der Film ein Erfolg wird, legt DC endlich den Grundstein für die kommenden Filme.



Captain America- Civil War:

Auch wenn es im Deutschen wieder so schön griffig "Captain America the first Avenger: Civil War" heißt, so bleibt es für mich schlicht "Civil War". Wenn man dem Trailer glaubt, so wird die Handlung nach Winter Soldier sinnvoll weitergestrickt. Und was für ein Aufgebot an Helden erwartet uns am 5. Mai! Spiderman und Black Panther geben sich erstmals die Ehre, Ironman, Black Widow, War Mashine, Falcon und Wintersoldat mischen ebenfalls kräftig mit. Zwar keinesfalls so hochkarätig wie die Comicvorlage aber dennoch ein inoffizieller dritter Avengers- Film.


X-Men Apocalypse:

Auch für Marvels beliebte Mutanten geht es am 27. Mai in die nächste Runde. Diesmal ist der größte Gegner bereit, die Menscheit zu unterwerfen: Apocalypse. Er ist der erste aller Mutanten und der mächtigste. Eine jüngere Generation von X-Men machen sich bereit, die Menschheit vor der Vernichtung zu schützen.
Mit den jüngeren Versionen von Jean, Cyclops, Nightcrawler und Storm werden die Reihen der Mutanten- Highschool neu aufgefüllt. Erstmals ist auch Psylocke zu sehen. Man darf gespannt sein...



Suicide Squad:

Nach einer kurzen Pause geht es endlich mit den Schurken weiter. Immerhin kommen sie ja bisher zu kurz. Gut, dass am 5. August die Bösewichte des Batman Universums das Sagen haben. Mit Deadshot, Killer Croc, Harley Quinn und dem Joker wird es brutal und abgedreht. Ob sich Batman erneut zeigt? Vor allem auf Jared Letos Neuinterpretation des Clown Prince of Crime  bin ich gespannt. Denn nach Heath Ledgers Darstellung ist die Messlatte unglaublich hoch angesetzt.


Teenage Mutant Ninja Turtles 2: Out of the shadows

Dem ersten Trailer nach zu urteilen, hat Michael Bay tatsächlich auf Kritiken gehört! Der Footclan sieht endlich wie ein Ninja- Clan aus, Shredder ist endlich ein charismatischer Japaner, Casey Jones gibt sich die Ehre und Beebop und Rocksteady haben endlich, endlich, motherfucking- endlich ihren Kinoauftritt, auf den ich seit meinem 14. Lebensjahr warte!
Ich gebe es zu: ich will DIESEN Film unbedingt sehen!



Doctor Strange:

Wer hätte gedacht, dass diese Comicfigur sich überhaupt so einfach verfilmen lässt? Hat doch der gute Doctor den Draht in die Welt der Magie. Am 4. November können wir uns ein genaueres Bild davon machen, wie sich Benedict Cumberbatch mit den Bedrohungen des Limbus vergnügt. Ob das MCU auf so eine Portion Magie und Zauberei vorbereitet ist? Zwar gibt es bis auf ein paar Setfotos noch keine bewegenden Details, aber das wird sich sicher in den kommenden Monaten schnell ändern.

So geht dann auch das Kinojahr 2016 zu Ende. Selten gab es so viele Helden und Schurken auf  einen Haufen zu bewundern.
Und was ist euer Favorit? Seht ihr euch auch alle Filme an? Habe ich einen wichtigen Film vergessen? Dann Einfach eure Meinungen dazu in die Kommentare. Ich spare schon einmal für die kommenden Kinokarten!


Sonntag, 20. Dezember 2015

Star Wars- Die Macht hat es noch immer drauf!



Es ist wahrscheinlich zum Augenrollen, dass auch ich mich mit einem Review zu Star Wars Episode VII bemühe, als sei ich der Erste, der das tut. Doch angesichts des übermäßigen Hypes, der bereits seit über einem Jahr die Runde macht, ist es um so schöner, endlich etwas sagen zu können. Gestern war es für mich nun auch soweit und ich durfte im Kino bewundern, was J.J. Abrams aus der Trickkiste hervorholt, nachdem es George Lucas mit seinen CGI Effekten maßlos übertrieb. Würde es der Regisseur schaffen, den alten Staub und das alte Gefühl der klassischen Film- Trilogie aufkommen zu lassen? Oder gäbe es nur eine neue Parallelwelt mit einem Reboot, wie zuletzt in Star Trek?

Die Vorabkritiken ließen ja nicht gutes erahnen. Hatte sich doch so mancher Schreiberling derart geäußert, dass es zu viele Anspielungen und Hommages an die vergangen Teile gäbe. Als müsste jeder ehemalige Star Wars Star noch einmal für einen Gehaltsscheck als kleiner Cameo auftauchen. Gott sei Dank ist es dann nicht so gewesen. Leia und Han passen perfekt in die Geschichte und machen der Riege an neuen Charakteren Platz um selbst ihre Geschichte zu erzählen. Allen voran Rey und Finn. Die Tochter des Sandes und der Überläufer der Sturmtruppen. Nicht zu vergessen, der sehr verspielte Android BB-8, der versucht, noch niedlicher als R2D2 zu sein- ähnlich einem Hundebaby, dass versucht deinen ausgewachsenen Schäferhund zu verdrängen, der nicht mehr so niedlich ist wie früher.

Lediglich Poe Dameron ( Oscar Isaac) geht etwas unter, da er die meiste Zeit gefangen ist oder allein in seinem Flieger sitzt. Doch vielleicht wird seine Person noch etwas besser in den nächsten Teilen aufgebaut.
Rey (Daisy Ridley) und Finn ( John Boyega) haben die meiste Zeit der Handlung zu tun und überzeugen auch neben dem alten Haudegen Han Solo ( Harrison Ford). Gab es anfangs noch viele Aufschreie, dass ein Sturmtruppler schwarz ist, so müssten die meisten Zuschauer angesichts der guten Schauspielarbeit Boyegas ruhig gestimmt sein. Warum sollte ein Sturmtruppler nicht schwarz sein? Das sind die Sturmtruppen, nicht der Ku Klux Klan. Um so erleichternder, dass sich so mancher Sexist nicht darüber beklagt hat, dass jetzt eine junge Frau die Titelheldin wird. Haben wir uns als Kinder immer darum gestritten, wer Luke und wer Darth Vader auf dem Spielplatz sein darf, wenn wir uns mit Stöcken und Laserschwertgeräuschen duelliert haben, so müssen die Jungs von heute wohl doch die Mädchen mitspielen lassen.

So gibt es viel neues, einiges Altbewährtes und mehr handfeste Effekte seit Epidose I. Endlich sind wieder Menschen in Kostümen zu sehen, auch wenn ein zwei Figuren wieder aus dem Computer stammen. Aber das ist in Maßen auch kein Problem, wie uns Herr der Ringe schon bewiesen hat.

Leider fühlt sich Episode VII- "Das Erwachen der Macht" zu sehr nach dem ersten Teil einer Trilogie an. ES werden Handlungsstränge gewoben, die nicht geklärt werden. Es gibt einen Cliffhanger am Ende und man hat das Gefühl, einen Prolog gesehen oder eine Demo angespielt zu haben. Ein eigenständiger Film hätte anders gewirkt. Auch die Tatsache, dass eine Art Todesstern durch kleine Jäger zerstört werden muss, kommt uns erneut bekannt vor, haben wir dies bereits in Episode I, IV und VI bereits gesehen. Hier hätte man sich ruhig etwas anderes einfallen lassen können. Immerhin wage ich zu bezweifeln, dass das Imperium oder First Order, wie sie jetzt heißen, jedes mal den gleichen Fehler begehen und eine verwundbare Stelle in ihre Technik einbauen, damit die Rebellen eine faire Chance bekommen.

Wer über diese kleinen Makel hinwegsieht und endlich wieder einen Sternenkrieg à la 2015 bewundern möchte, sollte unbedingt ins Kino gehen. Dieser Film wird eine neue Generation Star Wars Fans prägen, wie einst Episode IV es mit mir gemacht hat. Möge die Macht mit euch sein!