Alles rund ums Thema mit der Sprechblase. Von Heftchen, Alben, bis zu den zahlreichen Filmen, Serien und Spielen- eben was so anfällt...
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Dienstag, 18. August 2015
Fantastic Failure?
Fast möchte man schon mitleidig zu Spenden für 20th Century Fox aufrufen, deren Filmprojekt Fantastic Four bereits nach den Casting- Bekanntmachungen von der Öffentlichkeit, Marvelfans und Comicnerds zugleich zerredet wurde. Und während nun die ersten Reaktionen der Kinogänger kommen, mag man sich fragen, ob das nicht eine selbst erfüllende Prophezeiung war. Nach dem Motto: Wir hoffen sie scheitern mit dem Film, ergo gehen wir auch nicht ins Kino- ergo spielt der Film nicht viel ein. Da können schlechte Filme wie Twilight oder 50 Shades of Grey Dank besserem Marketing einfach durchatmen, dass sie nicht auf dem Marvel- Mist gewachsen sind und Frauen einfach jeden Schund zu gucken scheinen, so lange der Typ in der Hauptrolle voll toll süß und niedlich ist. Und während der geneigte Kinogänger alles aus dem MCU beklatscht, ob nun gut oder schlecht, hatten es die Fantastischen 4 weitaus schwerer als die Green Lantern mit der berüchtigten Ryan Reynolds Besetzung.
Doch hatte beispielsweise Marvels Ameisenmann einen Vorteil gegenüber den Fantastic 4! Es gab bisher noch keinen Film mit ihm. Kein Fan wusste, wie man solch eine Geschichte umzusetzen hatte. Einfach eine Prise Humor, viele Anspielungen auf den Rest der Avengers und eine üppige Postcredit Szene und das Schiff wird schon schaukeln. Bei Fantastic Four gab es allerdings bereits zwei Filme, die in Sachen Erzählweise und Optik bereits eine klare Vorstellung davon gaben, wie man es jetzt besser oder anders zu machen hatte. Sich derart von den Vorgängern zu unterscheiden, es dann mindestens so toll zu machen, wie die Marvel Studios, das war eine all zu große Herausforderung.
Und die Sabotage fing bereits mit Marvel selbst an! Das Haus der Ideen ließ nämlich schon zu Anfang verkünden, dass man die Comics zu den Fantastic Four nicht weiter veröffentlicht, um den Film nicht versehentlich zu promoten. Solch ein Comic- Embargo hatte es weder bei Spiderman noch den X-MEN gegeben! Dann folgten die Beschwerden der Fans, dass Johnny die Fackel jetzt ein Schwarzer ist.
Nick Fury zu verdunkeln schien kein Problem zu sein, aber bei einer Figur, die zu 90 Prozent seiner Zeit als Flamme herumfliegt, hört der Spaß dann doch für viele auf.
Und so mäkelte, moserte und motzte man bereits vor dem Trailer herum und fühlte sich nach den ersten Bewegtbildern gleich noch mehr bestätigt. Da wurde auf Foren und einschlägigen Plattformen gewettert was das Zeug hält. Den Film mochte keiner sehen und plötzlich war sich jeder einig, dass Fox die Rechte lieber gleich zurück an Marvel geben sollte.
Ob das der Plan von Marvel war? Eine Scharade, um den einzigen Konkurrenten vom Feld zu räumen, nachdem Sony das mit den Spiderman Filmen bereits mehr als aufgegeben hat? Immerhin läuft die X-MEN Franchise wie geschnitten Brot. Und wenn es jetzt auch mit den Fantastic Four klappen sollte, dann vielleicht auch mit einem X-MEN Crossover? Wo soll das alles hinführen? Stan Lee bei den Illuminaten?
Nachdem ich nun auch in den Genuss des Films kam, musste ich feststellen, dass die anfänglichen Unkenrufe nichts als heiße Luft waren. Sicher gab es hie und da ein paar Plotlöcher. Doch die gibt es in allen Filmen und sind eben da, weil in der einen Szene eben klappen soll, was in der anderen Szene dramaturgisch eben nicht passt. Nur so ist es doch zu erklären, dass beim Testteleport des Schimpansen die Steuerung vom Labor aus läuft, während die 4 Wissenschaftler einfach ohne jegliches Personal in die andere Dimension reisen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie man sie dann zurückholen soll, wenn daheim doch keiner auf den Knopf drückt. Auch dass ausgerechnet Sue gar nicht mit war, sondern brav zu Hause blieb und die Strahlung quasi nur von der Kapsel abbekommt, während die Männer auf Entdeckertour in Dimension X waren. Das jedoch auch hochkarätige Filme an diesen Logiklöchern scheitern, wird auf Youtube mit den Movie Sins regelmäßig und äußerst anschaulich demonstriert. Sieht man darüber hinweg, ist der Film gerade aus Reeds Perspektive ganz gut erzählt und lässt uns den Gummimann schnell ans Herz wachsen. Auch seine Freundschaft zu Ben wird hier etwas mehr beleuchtet und gibt den Figuren eine unerwartete Tiefe.
Doch warum kommt der Film dann nicht an? Der düstere Look des Films scheint sich am Nolan- Batman zu orientieren und baut das eigentlich farbenfrohe Heldenspektakel in ungewohnt dunkle Farben. Ob die Protagonisten jemals in blauen Uniformen auftreten, darf fast genauso bezweifelt werden, wie ein Sequel des Machwerkes. Lag es am fehlenden Humor und der großen Ernsthaftigkeit, dass der Zuschauer sich nicht auf diese kosmische Reise einließ und lieber Bäume und Waschbären mit Knarren sehen möchte, weil da die dummen Sprüche lustiger sind?
Dass Fantastic Four eher eine übergroße Pilotfolge zu einer möglichen Filmserie darstellt, ist klar. Nur sollte man es auch bitte wagen, das Team im zweiten Teil endlich in Aktion zu zeigen. Dann aber bitte in einem anderen Universum voller bizarrer Aliens und abgedrehter Physik. Doch dazu wird es vielleicht niemals kommen...Es sei denn, man rebootet schon wieder!
Mittwoch, 5. August 2015
Immer auf die Kleinen!
Robert Downey Jr. wird es vielleicht nicht mehr lange machen! So dachten sich die Leute bei Marvel, dass nach Tony Stark/ Ironman ein neuer Held- Schrägstrich Wissenschaftler die Bühne des MCUs betreten muss. Am besten jemand, mit dem keiner rechnet, gespielt von jemandem, mit dem ebenfalls keiner rechnet. So kam man wohl auf Antman und Komiker Paul Rudd. So hoch kann man gar nicht die Augenbrauen ziehen, wie man anfangs bei der ersten Casting- Meldung wollte. Doch kann das Experiment zur Substitution alter und ausdienender Avengers tatsächlich funktionieren? Und wird man den schrumpfenden Ameisenhelden liebevoll in der Mitte von Nazi- verprügelnden Helden, Hammer- schwingenden Göttern und grün anlaufenden Genetikern aufnehmen oder doch eher mit dem Stiefel der schlecht verkauften Kinokarten zertreten?
Die Antwort ist schlicht und einfach: ja! Also ein Ja für den erfolgreichen Einstand des wohl kleinsten Helden der Marvelgeschichte. So hat man sich bewusst gegen Hank Pym ( Michael Douglas) und für Scott Lang
( Paul Rudd) entschieden, der gleich mal den echten Ameisenmann beerbt und sich in dessen, überraschend passgenaue Uniform zwängt. Quasi ein Mentor, Protegé- Dingsbums, wie es nur eine wahre Heldengeschichte erzählen kann.
Ohne große Worte über Verantwortung, ein Erbe und Gerechtigkeit abzusondern, welche die kleinen Ausflüge in Ameisenbauten, Spielzeugeisenbahnen und Serverinnereien begleiten, gehe ich lieber nicht auf die doppelte Vater- Tochter- Kiste ein, die sowohl den alternden Pym, als auch den mittelalternden Lang das Leben schwer machen. Klar, gibt es einen Bösewicht, der vom Schüler zum Imperator- äh Geschäftsmann wird und die Pläne für coole Verkleinerungsschnickschnackereien liebend gern an das Imperium- öh Hydra verschachert. Man sucht sich eben seine Geschäftspartner nach dem Preis, nicht nach der Gesinnung aus und so. Die etwas simple Story wird bestenfalls übersichtlich erzählt, obwohl man nicht das Gefühl hat, eine einfältige Story aufgetischt zu bekommen. So sind es die kleinen Dinge des Films, die den Konsum von Antman so bekömmlich machen: Liebenswerte Figuren, Ameisen mit Vornamen und eine lockere Erzählweise, die so unterhaltsam ist, wie ein Ritt auf einer Ameise nur sein kann. Und nur darum geht es! Statt ein altbekanntes Setting über die Vernichtung der Welt aufgetischt zu bekommen oder eine Reise ins All zu unternehmen, dreht es sich bei Antman um das Erbe eines Wissenschaftlers, der verhindern möchte, dass seine Forschung für militärische Zwecke eingesetzt wird. Das wollte Tony Stark schon nicht mit seinem Ironman- Anzug, warum sollte das also Hank Pym wollen? Und so muss ein Dieb über recht ungeschickte aber unterhaltsame Wege engagiert werden, um den Anzug zu klauen, den er eigentlich auch geschenkt bekommen hätte, wenn er denn nur fragen würde.
Ob und wie sich der Ameisenkrieger nun in das Gesamtbild der Avengers einfügen soll oder gar eine eigene Fortsetzung erhält, darüber scheiden sich bislang nur die Geister. Aber Tatsache bleibt, dass der neuste Streich der Marvel Studios genau den richtigen Ton trifft und mit leichter Unterhaltung und dem nötigen Schuss Selbstironie keinesfalls ein Schuss in den Ameisenbau wird.
Doch ganz ohne Kritik lasse ich den Streifen um einen wirklich vielseitigen Helden nicht gehen! Mal wieder wurden die Chancen eines guten 3Ds nicht genutzt und man fragt sich immer wieder, wieso man erstens den dümmlichen 3D- Zuschlag zahlt oder gar das Gewicht der wuchtigen Brille auf der Nase erträgt. Bis auf kleine Effekthaschereien im Mikrokosmos der Insekten, hätte es den 3D- Mehrwert nicht gebraucht. Da waren die Avengers deutlich dreidimensionaler! Wen das nicht stört, kann mit diesem Filmvergnügen eine gute Zeit verbringen!
Montag, 20. Juli 2015
2016- das Jahr der DC Filme!
So langsam hat man als Comicfan gar nicht mehr daran geglaubt! Nachdem Marvel Studios quasi im Alleingang den Kinomarkt beherrscht, schauen DC Fans mehr in die Röhre- in die TV Röhre natürlich. Anders als bei Marvel, hat sich DC mit Serien wie Arrow, Gotham und The Flash mehr auf dem heimischen TV- Schirm, als auf die Kinoleinwand eingeschossen. Und während bereits Marvels zweite Reihe an Helden, wie Antman, Dr. Strange und Black Panther in den Startlöchern stehen, muss DC noch eine ordentliche erste Reihe an Helden präsentieren. Und nach Nolans Absage an das Batman- Universum, musste nun Superman als Startschuss des DCCU ( Detective Comics Cinematic Universe) herhalten. Nachdem Green Lantern so richtig schön floppte, soll es nun der Mann in Rot und Blau richten.
Klar, dass ein Stöhnen durch die Massen ging, als man die neuen Schauspieler präsentierte! Allen voran Ben Affleck als Beschützer Gothams. Doch kaum ist der Trailer da, verstummen alle und scheinen sich nun auch an Wonder Woman zu erfreuen. Kann der Film halten, was die schnell geschnittenen Teaserbilder versprechen, dann kommt im nächsten Jahr DER BLOCKBUSTER auf uns zu!
Auch mit der Suicide Squad kommt nun die Antwort auf Marvels Sinister Six- der ja nun nach dem Spiderman- Ende von Marc Webb niemals realisiert werden wird. Eine Art Arkham Asylum Expendables mit Jared Leto als völlig durchgeknallten Joker in ihrer Mitte.
So war die Comic Con 2015 in San Diego ein Quell neuer Bilder, Trailer, News und Gerüchte, die zeigen, dass man im Hause DC endlich den Anschluss an Marvels Filmflut bekommen möchte.
Den normalo- Kinogänger mag es stören, dass seit ca. 10 Jahren nur noch kostümierte Irre über die Leinwand turnen. Den Nerd hingegen wässern bereits beim Anblick der ersten Setfotos die Augen!
Und glaubt man Superman Darsteller Henry Cavill, so wird es mit Sicherheit einen zweiten Superman Film geben. Und ein Justice League Film soll folgen, bis 2020 dann vielleicht mehrere Green Lanterns ihren Flug durch das DCCU starten!
Das ich das noch erleben darf!
Sonntag, 14. Juni 2015
Die Welt im Reboot- Wahn!
Über die Reboot und Remake- Welle Hollywoods haben wir mittlerweile eine Kino- Immunisierung und können mit den Neuinterpretationen leben, die meistens nicht annähernd so gewagt, zeitgemäß oder kreativ wie ihre Vorbilder und Quellen sind. Nach der Recyclingbewegung der 80er Jahre Serien, Filme und dergleichen hat es aber längst die Comicwelt erreicht.
Gab es Anfangs der 2000er noch Marvels Ultimate- Serien, die im Prinzip ein Reboot oder eine Neuinterpretation des Originals waren und neben den althergebrachten Serien ihre Unabhängig wahren konnten, starteten vor zwei bzw. 3 Jahren Amerikas größte Comichäuser den Neustart! Mit Marvel Now! und DC New 52 wurden die Uhren auf Null gestellt und mit neuen Zeichner- Autoren-Teams bestückt. Serien, die bereits Dekaden überdauerten und über vierstellige Ausgabennummern aufwiesen, wurden wieder mit einer Erstausgabe versehen. Toll! Ein idealer Einstieg für Leser, die sich nicht trauen, ihre Sammlung bei Heft Nummer 467 zu starten, weil das im Comicregal komisch aussieht. Na und?
Doch mit Marvels Neustart und DC's Tabula Rasa konnte jeder Teenie endlich auch eine Erstausgabe ergattern, ohne Millionen auf den Tisch zu legen- denn das kostet das echte Superman Heft Action Comics Ausgabe 1 mit Sicherheit und hängt hübsch gerahmt in der Villa eines viel zu wohlhabenden Geschäftsmannes.
Längst habe ich mich an den Umstand gewöhnt, wieder mit Jahr eins und zwei der Superheldenserien zu beginnen, da flatterte auch schon die Ankündigung eines neuen Neustarts bei DC und Marvel ins Haus! Echt jetzt? Was ist denn in diesen wenigen Monaten derart schief gelaufen, wieder den Reset zu machen? Entwickelten sich die Serien nicht gut? Wo bleibt der Mumm, eine Sache auch mal zu Ende zu führen?
Mit DC You soll alles freundlicher und cooler und irgendwie Mainstream werden und mit Marvels Reboot soll ja auch nichts mehr so sein wie es war? Schon wieder? Und für wie lange? Es ist wie mit Beziehungen. Hält die erste Dame es noch für mehrere Jahre mit einem aus, ist bei Frau Nummer zwei nach wenigen Monaten Schluss und dann schon nach Wochen. Haben einem die Eltern nicht immer beigebracht, dass man auch etwas zu Ende bringen muss?Auch Star Wars Comics reihen sich übrigens in den Reigen der Neustarts ein und beginnen unter dem roten Banner Stan Lees mit der neuen Zeitrechnung. Alles neu, alles besser!
Natürlich ist es schön, dass man sich immer wieder etwas neues einfallen lässt, um die Fans bei Laune zu halten. Der Dr. Octopus- Spiderman war ebenso kreativ wie die X-Men aus der Vergangenheit oder die neue Green Lantern aus dem Libanon. Aber nach nur 2-3 Jahren die Notbremse ziehen, bevor sich die beiden Universen richtig entfalten konnten und nicht alles von ihrem Potenzial ausspielten ist gleichzusetzen mit einem Kind, dass nach 5 Minuten ein Spiel in die Ecke wirft, weil es verloren hat. Wo bleibt der Mut, sich länger mit einem Thema zu befassen? Geduld zu üben? Für eine Sache zu kämpfen? Niemals aufzugeben?
Tja, vielleicht bin ich einfach zu loyal für diese Welt!
Sonntag, 10. Mai 2015
Avengers: Age of Awesome!
Eigentlich muss man schon Jahre unter einem Stein gelebt haben, um nicht zu wissen, was das Marvel Cinematic Universe ist. Und wenn man sich dann auch noch erfolgreich Augen und Ohren verbunden hat und vom Internet nichts weiß, dann wird man auch die Tatsache erfolgreich verdrängt haben, dass der zweite Avengers Film derzeit in den Lichtspielhäusern der Welt flimmert.
So ist es jedenfalls erklärbar, dass der Druck durch die Medien immer höher wurde, doch endlich seinen Allerwertesten ins Kino zu hieven, um den Film "Age of Ultron" doch gefälligst anzuschauen, da sonst Spoilergefahren von allen Seiten drohen. Fremde sprechen einen an und fragen, wie man den Film fand. Internetforen berichten, wie toll das mehrstündige Kinoerlebnis war und Facebook bescherte im Sekundentakt die nötigen Bilder aus dem Hollywood Blockbuster.
Also machte ich, dass auch ich am letzten Dienstag meinen Weg in den Regina Filmpalast fand, um endlich mitzuerleben, wie man Avengers Teil 1 und den legen.....wartet dären Kampf von New York noch ins Unermessliche steigern konnte! Doch da greife ich ein wenig zu weit vor. Fangen wir am Anfang an...
Wie jeder weiß, arbeiteten Filme wie Ironman 3, Thor Dark World, Winter Soldier und Guardians of the Galaxy auf diesen einen Punkt zu! Die mächtigsten Helden haben sich erneut versammelt, um die Schergen von Hydra dingfest zu machen. So beginnt der Film gleich mit einer epischen Schlacht vor den Toren der Basis des Baron von Strucker ( Thomas Kretschmann). Als Captain America ( Chris Evans), Thor ( Chris Hemsworth), Hulk ( Marc Ruffalo) Hawkeye ( Jeremy Renner) und Black Widow ( Scarlett Johansson) vor den Toren der Nazibude stehen, sieht der Hydra- Boss nur einen Weg, das Zepter des Loki zu verteidigen. Er lässt die beiden Zwillinge Wanda und Pietro Maximoff ( Elizabeth Olsen und Aaron Taylor- Johnson) auf die bunten, amerikanischen Eindringe los. Mit solchen Kräften haben die Avengers natürlich nicht gerechnet und bekommen erst einmal den Hintern versohlt. Immerhin ist Pietro schnell wie der Blitz und Wanda versteht es, Gedanken zu manipulieren. Doch schließlich und mit ein paar Prellungen und anderen Blessuren, wird die Waffe des Feindes im Namen von S.H.I.E.L.D. sichergestellt.
Was folgt, ist eine ruhigere Phase, in der unsere Helden ihren Sieg feiern. Nur Tony Stark brütet einen neuen Plan aus, sich gegen solch mächtige Bedrohungen, wie Superschurken und Aliens zu verteidigen.
Er will mit Ultron ein K.I.- Netzwerk schaffen, welches die Welt zukünftig gegen jedes Unbill schützen soll.
Mit ein wenig erbeuteter Alientechnologie pimpt der smarte Playboy sein Netzwerk und erschafft ein Monster: Ultron! Die künstliche Intelligenz erwacht zum Leben und verschafft sich einen Körper um seine Mission zu starten: die Vernichtung der Menscheit. Ultron glaubt nämlich, dass die Menscheit nur errettet werden kann, wenn sie zuvor an den Rand der Vernichtung geführt wird. Quasi eine Sintflut im Marvelstil.
So biblisch werden die Töne des blechernen Bösewichts zu einer Bergpredigt der anderen Art, wenn er sich in einer Kirche verschanzt und über das unausweichliche Ende aller Tage sinniert.
So wappnen sich die Helden erneut, um gegen diese gewaltige Übermacht anzutreten, denn Ultron ist inzwischen in jedem Netzwerk und Computer und mobilisiert seine gewaltige Armee aus Robotersoldaten.
Was folgt, sind irre Kämpfe, Michael- Bay- Gedenk- Explosionen und ein Hulk vs. Ironman Kampf des Jahrhunderts, der eine ganze Stadt ebenerdig zurückbaut!
Zwischendrin viele alte und einige neue Gesichter, Anspielungen auf zukünftige Helden und Filme und jede Menge Action. Wer also den ersten Avengers Film schon megatollig fand, sollte auch diesmal die Brieftasche zücken, denn mit Überlänge und 3D Bombast, wird dem Zuschauer derartige Zerstörungskost geboten, dass man sich fragt, wie das überhaupt noch zu steigern geht. Immerhin wird hier eine ganze Stadt zum Fliegen gebracht, während darin Helden und Androiden wie die Wahnsinnigen wüten!
Positiv sticht die Darstellung Hawkeyes hervor, dessen Wichtigkeit für das Team über das verschießen von Trickpfeilen weit hinaus geht. Ihm ist es nämlich zu verdanken, dass das Team als Einheit funktioniert und so mit dem nötigen Erfolg in den Arsch des Bösen treten kann!
Einziger Negativpunkt ist jedoch die wenig genutzte 3D Technik, die wieder einmal unnötig war und nur äußerst selten für tolle Bilder mit räumlicher Tiefe sorgen kann. So war die Plastikbrille nicht mehr als ein Kostenfaktor, der sich nicht wirklich rentiert hat. So wird es auch reichen, sich beim Blu Ray Start den Film in 2D zu holen. Das gesparte Geld kann man ja dann in einen guten Comic von Marvel stecken!
Montag, 4. Mai 2015
Der Teufel von Hell's Kitchen
Ja, endlich habe ich es auch geschafft: die Daredevil Serie in Gänze zu schauen, bevor die Spoiler- Attacken meiner Mitmenschen die verbliebene Spannung nehmen konnten. Und was soll ich sagen? Nach der etwas heldenarmen Agents of S.H.I.E.L.D. Serie kommt endlich mal ein richtiger Held im Serienformat daher, der zeigt, dass auch Marvel das Serienfach beherrscht.
Dabei hat es der blinde Schurkenschreck in rot nicht einfach. Mit der einstigen Verfilmung
von 2003 mit Ben Affleck in der Hauptrolle wurden die meisten Fans nicht wirklich warm. Auch wenn ich persönlich den Film nicht so schlecht finde, was ich oft genug erwähnt habe, sieht die Mehrheit diesen Filmerguss eher als versemmelten Versuch.
Doch wie steht es mit der Serie? Kann angesichts des komplexen Marvel Cinematic Universe die erhöhte Erwartungshaltung der Zuschauer überhaupt noch zufrieden gestellt werden? Oder wirkt ein roter Teufel im Schatten eines grünen Hulk eher schwächlich und klein?
Bereits nach wenigen Minuten der ersten Episode wird einem klar, dass Daredevil kein leuchtender Held mit flatterndem Cape wird. Gangs, Drogen, Verbrechen und ein maskierter Rächer, der besonders viele Schläge einstecken muss- dass es beim Zusehen schon fast wehtut! Ein düsteres, dreckiges Setting voller Gewalt und Verfall. Und eine Stadt, die mehr Gassen hat, als Gotham City!
Alles beginnt natürlich mit dem Unfall des jungen Matt Murdoch. Durch eine gefährliche Chemikalie verliert der smarte Junge eines Boxers sein Augenlicht. Doch für den verlorenen Sehsinn bekommt der kleine Matt geschärfte Sinne verpasst, die seine "Behinderung" mehr als kompensieren. Mit dem Gehör den Herzschlag anderer Leute zu hören oder Gerüche in noch so feiner Konzentration wahrnehmen, sind nur einige Tricks des kleinen, dürren Burschen. Und damit der junge Mann nicht auch im Ring die Fäuste sprechen lassen muss, ermutigt ihn der Vater stets, die Hausaufgaben zu erledigen und die Nase in die (Braille-) Bücher zu stecken. Dass es mit dem boxenden Vater kein gutes Ende nimmt, weiß jeder Daredevil Leser bereits...
Nach etlichen Jahren hat es Matt ( Charlie Cox) geschafft, seine eigene Kanzlei in Hells Kitchen zu eröffnen. Zusammen mit Partner Foggy Nelson ( Elden Henson) geht es auf die schwierige Suche nach Klienten.
Schon bald stecken die jungen Anwälte in den wirren Fängen des Wilson Fisk (Vincent D'Onofrio), einem ruchlosen Geschäftsmann mit einer großen Vision. Um die Stadt zu einem vermeintlich besseren Ort zu machen, scheut der pummelige Pate auch die Zusammenarbeit mit finsterem Getier nicht. Doch wo die Gesetze versagen, hilft Matt künftig mit Maske und Kung Fu ein klein wenig nach.
Klar, dass der maskierte Vigilant bald den Weg des mächtigen Strippenziehers kreuzen und einen wahren Unterweltkrieg auslösen wird. Es werden Menschen sterben, Gebäude brennen und Blut fließen.
Daredevil ist nicht der Hochglanz- Held, wie er einst im Kino zu Klängen von Evanescence zu Felde zog. Dieser Teufel hat nichts mit der quietsch bunten Plastik- Popcorn Ästhetik Hollywoods gemein. Hier ist nichts schön, nur effektiv! Hauptdarsteller Charlie Cox ( Der Sternenwanderer) zeigt eindrucksvoll die zwei Seiten des Matt Murdock: Den hilflosen Anwalt mit Herz und den düsteren Kämpfer der Nacht!
In den 13 spannenden Folgen wird der Druck auf alle Figuren stetig erhöht, bis es zur Endladung im alles entscheidenden Showdown kommt. Statt Füllfolgen und inhaltslose Dialoge, sitzt jede Minute perfekt auf der Schiene, die die Handlung zielstrebig voranbringt. Man hat nicht das Gefühl, eine Serie zu schauen, sondern einen düsteren Film mit 12 Werbepausen zu erleben. So müssen Serien aussehen!
Bei der Charakterzeichnung gelang es den Serienschöpfern, mehr als nur Gutes und Böses in die Seelen ihrer Figuren zu pflanzen. Jede Motivation und jede Entscheidung sind plausibel und authentisch gezeichnet.
Der Held begeht Fehler und der Schurke agiert aus der eigenen Not. Nur so lassen sich die Entscheidungen verstehen. Und schlichtes schwarz- weiß- Denken findet hier ebenso wenig Platz, wie künstlerische Kamerafilter und der übliche Kitsch einer Heldengeschichte.
Wer es noch nicht geschafft hat, die 13 Episoden zu schauen, sollte dies bald nachholen, bevor Netflix die zweite Staffel ins Rennen schickt!
Mittwoch, 22. April 2015
Michael Bay, zeig mir deine Kröten!
Nach all der hitzigen Diskussion und der Meckerei, dass Michael "Transformers" Bay nun auch die vier Ninja Turtles renoviert hat und dabei auf Kindheitserinnerungen tritt, habe ich mir nun endlich auch ein Bild seiner Version machen können.
Zugegeben, der Look der Turtles, besonders aber von Splinter, sind höchst gewöhnungsbedürftig und es braucht etwas Zeit, mit dem Setting warm zu werden. Aber ist die ganze negative Kritik über den abendfüllenden Nickelodeon- Film überhaupt gerechtfertigt?
Endlich konnte ich den Film selbst auf der heimischen Mattscheibe begutachten. Nach Transformers 4, den ich auch recht unterhaltend fand, waren meine Erwartungen nicht sonderlich hoch. Und wenn man sich an die alten 3 Turtles Filme erinnern kann, weiß man, dass es im Grunde stets trashige aber gute Unterhaltung war. Ich erinnere da nur an den Ninja Rap mit Vanilla Ice!
Sicher, Michael Bay mag Sonnenuntergänge, Kamerafahrten von oben, über die Skyline, mit wehenden Fahnen im Wind. Wer das weiß und erwartet, wird nicht überrascht sein. Wobei mir gerade bei Turtles jedoch weder Sonnenuntergänge noch Amerikaflaggen aufgefallen sind. Ist wohl alles für Transformers 4 verschwendet worden.
Und wer sich vom Schock erholt hat, dass Hollywood- Dumpfbacke Megan Fox die smarte April O'Neal verkörpert, wird mit diesem Filmchen eigentlich eine angenehme und kurzweilige Zeit verbringen.
Besonders Raffael als Kampfmaschine mit Wutproblemen und Michelangelo, die Partykröte bleiben positiv in Erinnerung. Überhaupt ist es eigentlich recht gut gelungen, den vier Brüdern ihre Individualität zu bewahren. Es sollte sie eben etwas mehr unterscheiden, als nur die Farbe ihrer Masken.
Im Mittelpunkt steht Wissenschaftler Eric Sacks, der für seinen Lehrmeister Shredder Experimente mit Mutagen durchführt. Natürlich sind die vier Brüder und ihre Kampfratte das Ergebnis dieser wissenschaftlichen Bemühungen. Nur Reporterin April ist den kämpfenden Amphibien auf der Spur, die mit Ninjutsu und flotten Sprüchen den Footclan auf Trab halten. Es dauert dementsprechend nicht besonders lange, bis Shredder selbst seine Klingen nach der taffen Reporterin ausfährt und sie bald mitten im Kampfgetümmel steckt.
Zwar hätte die Story des Films locker auf einen Bierdeckel gepasst, aber wer sich daran nicht stört, hat eine angenehme Zeit mit den Teenage Mutant Ninja Turtles - Cowabunga!
In diesem Sinne erwarten euch spektakuläre Kämpfe- ganz besonders im Schnee- und tolle Effekte, wie man es von Michael Bay erwarten kann. Und Shredder hätte ebenso als Transformer durchgehen können. Bleibt nur die Frage, ob er sich in ein Auto oder in eine Käsereibe verwandelt.
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