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Samstag, 20. September 2025

Thunderbolts- die etwas anderen Avengers

 


Für mich ist eine Zeit im MCU angebrochen, in der es mich nicht automatisch ins Kino zieht, nur weil Marvel einen neuen Film in die Pipeline boxt. Das ist in erster Linie natürlich den etwas mittelmäßigen Filmen, wie Captain America 4 geschuldet. Besonders bei Disney- Marvel- Produkten, kann ich mittlerweile auf den Streaming Release warten oder auf einen saftigen Discount auf die Discversion. 

Mit Thunderbolts (ob nun mit * oder ohne) kommt nun der Film, der einen besseren Aufbau hatte, als die Suicide Squad von David Ayer anno dazumal. Hier sind die (Anti-) Helden tatsächlich bereits zuvor mindestens einmal in anderen Filmen und Serien zu sehen gewesen, sodass man es wirklich cool finden kann, wie jetzt alle so zusammengewürfelt werden. Trotz eigentlich positiver Resonanz, blieb die Besucherschar aus. Vielleicht aus den gleichen Gründen, wie bei mir. Zumal der Film auch schnell im Kino auf die Nachmittagsvorstellung rutschte, sodass man als berufstätiger Mensch nicht mehr die Gelegenheit hat, doch noch die große Leinwand zu besuchen.

Natürlich ist "Thunderbolts" jetzt nicht der Film, auf den die Fans gewartet haben. Trotzdem ist es schön, wenn Marvel einmal abseits ausgetretener Pfade wandelt. Dass jeder einzelne Protagonist der unfreiwilligen Heldentruppe eine sehr kaputte Psyche hat und man versucht, damit Tiefe aufzubauen, ist schon ein deutliches Alleinstellungsmerkmal. Trotz der recht redeintensiven Handlung, kommt es hie und da dennoch zu den ersehnten Actioneinlagen. Und alle Darsteller machen ihre Sache gut. 

Nur eine Sache stört mich arg: So sehr ich Julia Louis- Dreyfus aus Seinfeld auch mag. Ihre Rolle der intrigantischen Agentin Valentina Allegra de Fontaine ist nur ein äußerst blasser Antagonist. So richtig kann ich keine Bedrohung durch diese Frau erkennen. Da hat Viola Davis als Amanda Waller durchaus mehr Biss gezeigt und ist die bessere Schurkin.

Die Einführung von Sentry gefiel mir dagegen ganz gut. Hier hat man alles richtig gemacht. Die Idee, diese Figur mit Bob etwas dualer zu gestalten, gefiel mir gar sehr. Ob aus dem Team, welches wohl nach einem Kindersport- Team benannt ist, statt in der Comicvorlage nach General Thaddeus "Thunderbolt" Ross, dann wirklich noch echte Avengers werden?

Insgesamt kein schlechter Film, der sich in einem kleineren Kosmos abspielt, in dem einmal nicht das Schicksal ganzer Universen auf dem Spiel steht. Dafür lohnt es sich dann doch, wenigstens die Bluray fürs Heimkino zu erstehen.


Mittwoch, 6. November 2024

Agatha all along long le long long long


Zusammengefasst, könnte man sagen, dass hier eine Serie zu einer Nebenfigur aus einer Serie über eine Nebenfigur vorliegt und damit hätte man Recht. Statt uns also Marvel Helden zu präsentieren, die einen gewissen Bekanntheitsgrad genießen, werden in letzter Zeit mit "Madame Web"; "Echo" und "Mrs. Marvel" eher Charaktere aufgetischt, die selbst unter Comicfans nicht unbedingt geläufig sind und in einem "Wie- heißt- dieser- Charakter- Quiz" für manche Kopfnuss sorgen.

Klar, die erste Reihe an Figuren, wie den Avengers oder den X-Men sind einmal komplett auserzählt und man schaut sich nach Alternativen um, die unverbraucht sind. Das ergibt viele Freiheiten, wie man ja bei den Guardians of the Galaxy eindrucksvoll sehen konnte.

Nach Agatha Harkness hat jetzt vermutlich niemand gelechzt auch wenn sie in "Wandavision" durchaus unterhaltsam war. Aber eben nur als Antagonist, austauschbar und schnell erledigt. Dass sie eine eigene Serie tragen würde und etwas eigenständiges zu erzählen hat, war erstmal zu bezweifeln.

In ihrer eigenen Serie muss dann schon etwas mehr passieren, um das Interesse zu wecken. So muss Agatha nicht nur einen Sidekick beschützen und einen Hexenzirkel durch den Hexenweg bugsieren, sondern muss auch vor 7 toten Hexen und tödlichen Prüfungen Acht geben. Das Setting wirkt dadurch nach einer harmlosen Geisterbahn in Disneyland und der Halloween Deko eines ziemlich reichen und exzentrischen Haushaltes. Das hier ausschließlich im Studio gedreht wurde, sieht man der Serie dann leider an, die viel zu oft in kleinen Räumen spielt. Zu jeder Prüfung dürfen die zauberhaften Damen dann in lustige Outfits schlüpfen, die an das Zapping durch Wandavisions Comedykanal erinnern.

Fängt die erste Folge noch wie eine Kriminalgeschichte an, ist bereits nach 30 Minuten nichts mehr davon übrig. Wanda taucht hier nur als Andeutung, nicht einmal als Gast auf. Dazu hätte es Rückblenden geben können oder man hätte sie als Leiche im Wald gezeigt. Ist der gute Anfang vorbei, wirkt alles wie eine Mischung aus Videospiel und Escaperoom. Wer löst das Rätsel? Wer überlebt bis zum nächsten Raum? Das ist mitunter zwar spannend, aber zu erzählen gibt es nichts. Agathas Herkunft bleibt vage angedeutet und die Mythologie der Hexen beschränkt sich auf ein paar Klischees. 

Am Ende ist die Serie das, was bisher meistens bei Disneyplus Content herauskommt. Es war okay aber es führt uns nicht wirklich weiter im MCU. Auch hier gilt, dass man die Serie gucken kann, da sie so schlecht nicht ist aber auf ein zweites Mal Schauen, würde ich mich hier nicht unbedingt freuen.


Freitag, 13. September 2024

Zum Crow-tzen!

 


Mit der Krähe und mir ist es so eine Sache. Es war irgendwann in den Neunzigern: als Teenie habe ich mir die Soundtrack CD des Films "The Crow" von 1994 geholt. Sie war auch recht teuer, aber auch ohne den Film zu kennen, habe ich mich sofort zu dieser Musikscheibe hingezogen gefühlt. Es ist einfach passiert. Gut ein bis 2 Jahre später, meine Eltern fuhren in die heimische Videothek und ich durfte mir auch einen Film aussuchen. Meine Wahl fiel auf eben diesen Film mit Brandon Lee. Von seinem tragischen Tod wusste ich damals noch nichts nichts. Videokassetten hatten noch keine Making of- Dokumentationen als Extras und das Internet gab es quasi noch nicht. Der Film faszinierte mich derart, dass ich seitdem ein großer Fan wurde und es heute noch bin. Sieht man von "City of Angels" ab, sind die Fortsetzungen recht "meh" und sogar der trashigen Serie konnte ich irgendwie etwas gutes abgewinnen, obwohl ich damit wohl recht allein stand.

Ein Tattoo von Eric Draven ziert sogar meinen rechten Oberarm, was ich bis heute nicht bereue. Um so neugieriger wurde ich, als immer wieder von einem Remakes des Originals die Rede war. Kann das wirklich funktionieren? Da war von Jason Momoa die Rede, der dann auch wieder absprang und Bill Skarsgard Platz machte. Nach dessen Leistung als Pennywise vielleicht keine dumme Entscheidung- so dachte ich.

Nach dem Verschleiß einiger Regisseure wurde es ruhiger um das scheinbar verfluchte Projekt. Ganze 15 Jahre hatte man für die Neuverfilmung gekämpft. Ein Einsatz, der mich glauben ließ, dass dort echte Liebhaber am Werk waren, die es echt wissen wollten- so dachte ich.

Über Eric Dravens Look kann man streiten. Ob er auch mal als Tattoo auf meinen Arm kommt? Wohl eher nicht. Die Kritiken waren sich ja alle gleichermaßen einig, den schlechtesten aller Filme vor sich zu haben. Hat das meine Lieblingsgeschichte verdient? Werde ich trotzdem ins Kino gehen? Ich weiß es nicht. Zu groß ist die Angst, das die Mythologie des Originals ernsthaft Schaden nimmt. Oder aber auch gerade deswegen nicht. Denn auch hier sind sich alle einig: das Original ist weiterhin ein zeitloser Klassiker. Und seine schlechten Fortsetzungen haben ja auch keinen Schaden anrichten können.

Sollte ich dennoch den Mut aufbringen, dem Film die Chance zu geben, die er scheinbar nicht verdient, werde ich gern meine Wertung abgeben. Aber ich glaube, dass das Fazit schon jetzt feststeht. Und das ist schade.

Sollte es dennoch anders kommen, werde ich gleich nach dem Film einen Tattoo Termin vereinbaren.




Donnerstag, 15. August 2024

Poolverine

 


Während der Lack des MCUs in letzter Zeit schon etwas am bröseln ist, lagen meine Hoffnungen im dritten Teil der Deadpool- Reihe. Aber, kann Wade Wilson innerhalb von Disney/Marvel funktionieren? Mit der Aussicht auf ein Teamup mit Wolverine war die Vorfreude noch größer. Hat man doch Hugh Jackman aus der Logan- Rente geholt und zurück ins Fitnessstudio geschickt.  Aber in Anbetracht der letzten Kinoereignisse ( Guardians of the Galaxy Vol. 3 einmal ausgenommen) schwang trotzdem ein leicht mulmiges Gefühl mit. Denn von Ant-Man bis The Marvels, war der Popcorneimer ehr zum Brechen da.

Doch zum Glück ist Ryan Reynolds ein Mann der Überzeugung und getreu dem Motto "Ganz oder gar nicht" hat der seinen Söldner mit der großen Klappe auf Disney losgelassen.

Und das hat sich gelohnt. Nicht nur schlägt der Film ein wie eine Bombe und konnte sogar die Milliarde knacken, er hat außerdem neue Begeisterung für Superheldenfilme erzeugt oder totgeglaubte wiederbelebt. Man zwängte Wolverine ins längst überfällige gelbe Outfit und brachte sogar N'SYNC wieder ins Gespräch. 

Auch mit dem Konzept des Multiversums wurde wieder herumgespielt und das diesmal unterhaltsamer, als im zweiten Dr. Strange. Doch so richtig im MCU ist Pool nicht angekommen, sondern eher in einer sicheren Zone, wo er vermutlich wenig bis gar keinen Schaden anrichten kann. Sein Universum ist als filmische Gummizelle zu verstehen, in der Wade Wilson zwar tun und lassen kann, was er will, in das 616 Universum unserer MCU Avengers darf er dennoch nicht. 

Was ein wenig nach Reservebank anmutet, gibt Ryan Reynolds dafür aber genügend Narrenfreiheit, Disney bei jeder Gelegenheit zu piesacken und so nebenbei auch noch den pre MCU Filmen mit Marvel- Lizenz einen hübschen Schlussstein zu setzen. Dabei wirkt es natürlich nicht nur nach einem "Memberberry- Kuchen" in dem unzählige "Kennste; kennste, wah?!" Momente und Figuren ihr Stelldichein geben, sondern es gibt auch versöhnliche Momente mit längst eingestampften Franchises zu feiern. 

Sicher ist Deadpool 3 kein Meisterwerk des Erzählkinos aber das hatte eh niemand vorausgesetzt. Der rote Söldner hat abgeliefert und geschafft, was Disney Plus schon seit einiger Zeit zerstört hat: das Interesse an Superhelden.

Danke Deadpool!

 



Montag, 17. Juni 2024

Schöne neue Kino- und Serienwelt




Es ist schwer, dieser Tage noch Begeisterung für etwas aufzubauen, was man aus Kindheitstagen kennt. Die Neue Star Wars Serie zum Beispiel: was man darüber hört und liest, bestätigt meine Befürchtungen, dass es mit unserer Unterhaltungswelt eine Richtung annimmt, die nicht mehr für mich gemacht ist. Doch fassen wir die Probleme in ein paar Punkten zusammen.


1. Inhalte sind nur noch für wenige gemacht

Das ist einfach zu erklären. Wenn ich künftig nur noch Figuren aus ethnischen Minderheiten präsentiere, die auch noch der LGBTQ Community angehören, ist das schön, für jene, die diesen Kreisen angehören, dem Rest fehlt es an Identifikation. Dumm ist dann nur, dass die Medienmacher bewusst eine Minderheit ansprechen, dann aber erwarten, dass die Mehrheit geschlossen zusieht. Diese Rechnung geht dann natürlich nicht auf, was sich dann in den Zuschauerzahlen widerspiegelt. Kriminell wird es dann erst recht, wenn die Macher eines Films oder einer Serie bereits im Vorfeld sagen, für wen ihr Kunstwerk nicht gemacht ist. Sie schließen quasi eine große Gruppe aus, die- Überraschung- meistens aus weißen, männlichen Zuschauern besteht. Ob es ein Weg zur Inklusion ist, eine Gruppe dann ausschließen zu wollen, muss jeder für sich entscheiden. Klar dominierten weiße Darsteller das alte Bild Hollywoods. Da jedoch ihre Sexualität nicht immer Thema war, konnten sich auch Zuschauer mit ihnen identifizieren, da es um Gut gegen Böse ging und deren Sexualität nicht immer thematisiert wurde. Jetzt ist es anders.  


2. Keine Geschichten, sondern eine Message

Erinnert ihr euch noch an die größten Momente von Star Wars? Han Solo in Carbonit eingefroren, Darth Maul entblößt sein doppeltes Laserschwert oder Darth Vader gibt sich als Vater von Luke zu erkennen. Es waren große Szenen, die ikonisch für Star Wars standen. Keiner wird hier eine Szene rezitieren, wo sich ein nonbinärer Charakter über Mansplaining beklagt oder strukturellen Rassismus dafür verantwortlich macht, dass die Galaxie vor die Hunde geht. Als Kind habe ich mit Freunden einige Szenen des Sternenkriegs nachgespielt. Wir düsten mit Fahrrädern durch den Wald und stellten uns vor, wir wären auf Endor mit den Speedbikes unterwegs. Keiner wird eine Szene mit Freunden nachspielen, wo ein paar Leute an einem Tisch sitzen und eine Sache ausdiskutieren. Und ob es mal junge Mädchen gibt, die She- Hulk mögen und ihrem Cousin sagen, dass ja für sie alles unendlich schlimmer ist, weil sie Frauen sind, kann ich jetzt auch mal bezweifeln.


3. Heldenreise und Charakterentwicklung- nö

Nichts ist schöner, als einem jungen Helden dabei zuzusehen, wie er seine Kräfte entdeckt. Als Spider-Man zum ersten Mal an einer Wand hochkrabbelte oder Tony Stark mit seinem Ironman- Anzug in die Luft ging. Diese ersten Ausflüge waren noch von Fehlschlägen geprägt. Auch Rocky hatte seinen ersten Kampf gegen Apollo Creed verloren. Denn manchmal braucht es Niederlagen, um stärker daraus hervorzugehen. Man muss erst lernen, bevor man ein Meister wird. Leider gilt das kaum für die Helden von heute. Gern als Mary- Sue- Charaktere bezeichnet, sind Helden wie Rey kaum auf Fehlschläge angewiesen, um etwas daraus zu lernen. Rey konnte den Milleniumfalken besser fliegen als Han Solo, obwohl sie noch nie in einem Raumschiff saß, sie hat Kylo Ren im Laserschwertduell besiegt, obwohl dieser als Sith ausgebildet war. Das wirkt erzwungen und leider wenig glaubhaft. Auch Fantasy und Science Fiction braucht Regeln. Captain Marvel trifft das gleiche Schicksal. Zwar werden uns in einer Rückblick- Montage gern all ihre Stürze und Niederlagen gezeigt, als Avenger hat sie natürlich keine Fehler mehr. Aus großer Kraft folgt hier großer Erfolg. Zwar relativiert sich das in "The Marvels" wo einer ihrer Einsätze tatsächlich heftige Konsequenzen für einen ganzen Planeten hatte, doch so richtig geht man darauf nicht wirklich ein. So entstehen Helden, die nicht wirklich Vorbilder sind, denn perfekt sind wir alle nicht. 


4. Zu alt für den Scheiß?

Ich erinnere mich, als meine Eltern mal sagten, dass meine Filme und Serien alle doof sind und früher doch alles besser war. Vielleicht bin ich jetzt einfach im selben Alter, in dem man dem modernen Unterhaltungsbrei entwachsen ist. Das wäre doch eine mögliche Erklärung, haben sich doch auch meine Eltern bestimmt dagegen gestäubt, nicht mehr aufnahmefähig für neue Konzepte und innovative Ideen zu sein. Das setzt natürlich voraus, dass die aktuelle Generation dann auch bedingungslos abfeiert, was ihr da so kredenzt wird. Da hätte ich zwar meine Zweifel, aber wenn man sich einmal ansieht, wer sich da in Blogs und Videos über alles beschwert, dann sind sie meistens doch in meinem Alter. Vielleicht heißt das dann, endgültig in der Vergangenheit zu leben und das neue Zeug im Regal zu lassen. Und wenn man ehrlich ist, spricht nichts dagegen, wieder das A-Team oder Star Wars 4-6 zu sehen. Außerdem umfasst die Bibliothek der 80er, 90er und frühen 2000er ja mehr Material, als man jemals komplett gucken könnte. Und wer weiß? Vielleicht ändert sich ja nach ein paar Jahren dann doch nochmal der Zeitgeist zu meinen Gunsten? 


Wie man es also dreht und wendet, es könnte einer der Punkte oder auch alle zusammen sein. Es ändert nichts daran, dass ich mit den neuen Filmen und Serien nicht mehr so richtig warm werde. Meine Helden sind dann doch aus einer anderen Zeit, genau wie ich. Wenn also jene, die das Programm nun bestimmen, Gefallen an Geschichten über Repräsentation, dicke Jedi, LGBTQ+-* Innen und dergleichen haben, dann soll es so sein. Ich kann damit leben, dass meine geliebten Franchises eben nicht mehr für mich gemacht sind. Ich kann jederzeit aussteigen. Ob ich dann jemals wieder einsteige, wird die Zeit zeigen.




Dienstag, 24. Oktober 2023

Comics- 3,2,1, meins

 


"Support your local comic dealer!", heißt der Slogan, der klarmacht, dass der Einzelhandel immer zu unterstützen ist. Und ich halte mich daran. Regelmäßig stolziere ich in den Comic- Krämer meines Vertrauens. Man kennt sich beim Vornamen, ist auf Du und Du. Jede Neuheit und auch manch gebrauchte Rarität wandert von der Auslage in meine Tasche- einen Einkaufskorb gibt es ja nicht.

Doch was, wenn es Lücken in der Sammlung gibt, die dein Shop eben nicht auf der Bestellliste hat? Dann hilft nur noch das Internet. Und was soll ich sagen? Gefunden!

Aber ich kann Entwarnung geben: die Comicshops werden nicht immer durch das Internet umgangen. Ganz im Gegenteil. Hinter vielen Verkäufern, die sich da auf dem online Marktplatz tummeln, verbergen sich tatsächlich Comicshops aus aller Welt. Damit unterstützt man sie ja doch und sorgt dafür, dass mancher Ladenhüter, der bei der Laufkundschaft eher verschmäht wird, doch noch in die Hände eines Liebhabers wandert.


Und so geschah es mir. Aus einer Sektlaune heraus, habe ich im Netz nach Ausgaben der Comicserie "Sigil" geschaut. Zuvor hatte ich bei meinem Comicdealer einen ganzen Schwung Hefte aus dem Cross Gen Label ergattert. Natürlich nicht viel zusammenhängendes Zeug. Schwupps, fand ich aber online schnell die fehlenden Ausgaben. Das Ergebnis ist mehr als ein vollständiger Jahressatz. Preislich lagen die Ausgaben auch auf einem guten Niveau, sodass ich diese Taktik bald auch für den "Psycho Circus" der KISS- Comics ausprobierte. Hier besaß ich drei reguläre Ausgaben, die schnell auf ein gutes Dutzend erweitert werden konnten und somit die fragmentierte Story auf eine komplexes Gesamtbild komplettierten. 

Eine Schatzsuche, die mein Sammlerherz mehr als erfreute. Die Aufregung, wann die Hefte in meinem Briefkasten landen werden, die Überraschung, wie gut alles verpackt wurde. Es ist schön, so tatsächlich mit dem Budget eines Erwachsenen in jene Zeit der Kindheit zurückzukehren und alle Serien aufzuholen, die damals bei schmalem Taschengeld verwehrt blieben. 

EBAY ist somit für mich eine Zeitmaschine in die späten 90er. Auch nicht schlecht.

Donnerstag, 12. Oktober 2023

Blue Beetle- oder, wie ich lernte, Filme im Kino auszulassen

 


Achtung, das wird kein Review! Wie sollte es auch? Ich habe diesen Film, der gefühlt zwei Wochen im Kino lief, nicht gesehen. Vermutlich auch sonst keiner. Warum auch?

Alles, was derzeit unter dem DC Banner so läuft, wird von James Gunn eh zerstört und auf Null gesetzt. Damit haben die letzten Filme, die Warner noch abarbeitet, überhaupt keine Relevanz. Sie sind überflüssig. Sorry, Aquaman.

Vom ganzen Hin und Her über Henry Cavill, der mal als Superman bleibt und jetzt wieder raus ist, bin ich müde. Einst war das Znyderverse cool und genial besetzt. Doch das gehört der Vergangenheit an. Man wollte es Marvel gleichtun und hat sich derart verhoben, dass man die Bandscheiben noch aus 2 Kilometern Entfernung hatte scheppern hören. The Flash war solide, hatte aber CGI am Start, was wie eine schlechte Techdemo eines Sega Dreamcasts aussah und selbst Michael Keaton konnte da nur wenig ausrichten. Zwar war der Streifen doch recht gut geschrieben und besonders Supergirl war ein echtes Highlight, doch das Einspielergebnis machte klar, dass DC ähnlich viel Erfolg hatte, wie ich in meinen früheren Matheprüfungen: guter Wille, viel Arbeit, 6- setzen!

Und jetzt kommt Blue Beetle. Doch was ist dieser Film überhaupt? Ein Neustart für Gunns DC Universum? Oder eine Superheldeneinführung, die gleich wieder zu Grabe getragen wird? Genaues, ob der sympathische Latino- Held nun Canon ist oder nicht, weiß so recht niemand. 

Und noch bevor ich eine Kinokarte hatte lösen können, war der Film schon im Nachmittagsprogramm abgeschoben, sodass berufstätige Menschen keine Chance mehr hatten, ihn zu begutachten.

Der Kreis ist also gebrochen. Nach so vielen Comicfilmen, die ich alle im Kino sah ( Marvel, DC, Hellboy, Turtles), riss die Serie nun ein. Vielleicht ist es besser so, denn irgendwie bereue ich es auch nicht. Und das sagt auf jeden Fall etwas aus...  

Montag, 27. Februar 2023

Phase 5- Neustart oder Weiter so?

 



Mit dem MCU ist es wie mit Silvester: Am Ende steht man da und wünscht sich, dass endlich alles besser oder wenigstens gut wird. Doch nach der unsäglichen Phase 4 hat es Marvel geschafft, dass mich die Filmstarts des Comicriesen kaum noch interessieren. Irgendwo pendele ich zwischen loyaler Pflichterfüllung und selbstbetrügerischem Fan- Dasein. Doch längst sind nicht einmal die Trailer fähig, mich in wohliger Vorfreude zu baden oder mir eine Gänsehaut zu bereiten. Zu generisch, zu viel CGI und zu unambitioniert fährt das Blockbuster- Vehikel durch die Fahrwasser der Mittelmäßigkeit. Da sind übermäßige politische Korrektheit und Woke- Wahn nur die Spitze des Eisberges. Es wirkt, als sei Disney satt. Als hätten wir schon alles gesehen und Marvel alles gezeigt. Von Superheldenmüdigkeit ist da die Rede. Doch ist das so? Gibt es nichts mehr zu sehen? Nichts mehr zu erzählen? Nichts mehr zu fühlen?

Mit Ant-Man 3 stehen alle Zeichen wieder auf Neustart. Neuer Schurke, neue Story und auch ein neuer Plan? Ich hatte mich zumindest ins Kino begeben, um meine Sehgewohnheiten zu pflegen, jene besagte Pflichterfüllung. Und es galt herauszufinden, wieviel von Phase 4 in der 5. Phase steckt. Und mit Ant-Man konnte man bisher auf kleiner Bühne abseits des großen Blockbusters noch jene Zuschauer begeistern, die nicht um das Ende der Welt bangen wollten. Natürlich wirkt Quantumania alles andere als klein. Auch wenn die Handlung im Quantum- Universum spielt, also zwischen zwei Atomen, wirkt alles episch, groß und Endgame- ig. Doch schon der Trailer ließ mich erahnen, dass neben Scott Lang, nicht nur Frau, Schwiegermutter, sondern auch Töchterchen bereit für Heldentaten sind. Oder besser: HeldInnentaten!

Für Scott Lang ( Paul Rudd) also die Möglichkeit, sich hinter noch einer Frau verstecken zu müssen, wenn es darauf ankommt. Doch natürlich kommt es so schlimm nicht. Mit Kang als neuem Schurken könnte Marvel echt was anfangen und die Ant-Man Familie wechselt sich in Dialogen hübsch brav ab, sodass niemand zurückbleiben muss. In der Tat wird der Fokus auf Scott und seine Tochter gelegt. Und ihr Teamwork funktioniert ganz gut. Der Tiefpunkt ist jedoch zum Einen, was man aus Killermaschine M.O.D.O.K. gemacht hat. Hier wurde einfach ein Charakter aus dem Marvelarchiv nicht nur verheizt, sondern auch vollständig lächerlich gemacht. Schade drum. Auch das Übermaß an CGI- Bildern wirkt anders, als in Avatar 2, wenig überwältigend. Es sieht mehr nach Videospiel als wirkliche Filmkulisse aus. So richtig staunen kann man so über den neu zu erobernden Kosmos nicht. "Ant-Man and the Wasp Quantumania" ist per se kein schlechter Film, aber mehr als die gesunde Mitte wird es eben nicht, wenn man wieder nur versucht, es jedem Recht zu machen. 

Montag, 14. November 2022

Phase 4 ist endlich zu Ende!

 


MCU Fans muss es im Augenblick wie einem Schüler ergehen, der mit Ach und Krach ins neue Jahr versetzt worden ist. Immerhin bekamen viele der filmischen und seriellen Leistungen der Marvel Studios keine guten Noten. Schwurbelige Experimente, die Abkehr von der früheren Erfolgsformel und die Konfrontation mit den Fans. Es wurden (fast) alle Helden, die einst für den Erfolg des MCUs verantwortlich waren, abgesetzt, getötet, in Rente geschickt oder auf der Reservebank platziert. Thor wurde ein Idiot, Dr. Strange degradiert und Antman wird nun nach seiner Frau und seiner Tochter die dritte Geige spielen. Es ist das Zeitalter der starken und immer perfekten Frauen. Der männliche Held wurde erfolgreich von seiner Männlichkeit befreit. Jetzt ist es an den Damen, arrogant, unnahbar, unbelehrbar und vor allem unsympathisch zu sein. Da betont eine She- Hulk, dass sie in allem besser ist, als ihr Cousin, der Avenger und nebenbei noch brillante Wissenschaftler! Und klar, ganz ohne Training oder Erfahrung darf sie dann auch von 0 auf 100 in weniger als einer Sekunde. Doch über die grüne Schmach habe ich ja schon an anderer Stelle berichtet.

Mit Wakanda Forever setzt Marvel nun den Schlussstein ihrer 4. Phase, die in so vielen Dingen als gescheitert angesehen werden kann. Nach der Materialschlacht von Endgame wieder kleine Brötchen zu backen, ist natürlich nicht so einfach. Im Zwang, immer höher hinaus zu müssen, war eben die Stratosphäre geküsst worden. Und wer so hoch fliegt, muss eben irgendwann wieder auf die Erde. Doch wie kann man einen Film fortsetzen, in dem der Hauptdarsteller aufgrund eines viel zu verfrühten Ablebens nicht vorkommen kann? Wird man den grandiosen Chadwick Boseman einfach neu besetzen oder ist der schwarze Panther nun eine Persona non grata? Da kommt es wie gerufen, dass Marvel eh mehr auf die holde Fraulichkeit setzt. Es muss demnach Shuri, die Schwester des Panthers ran. Im CGI- Anzug wirkt die agile Dame dann, als würde sie nur 25 Kg auf die Waage bringen, was sie nicht davon abhalten wird, sich mit Gegnern anzulegen, die das Gewicht eines Kleinwagens haben. Das aber eben das Charisma eines Chadwick fehlt, dürfte da nicht überraschen. Was jedoch Marvel hier gelungen ist, kann als cineastischer Trauergottesdienst bezeichnet werden. Mit unglaublich viel Feingefühl widmet man den Film seinem gefallenen Helden und verleiht ihm würdevoll ein Denkmal. So etwas dürfte in der Geschichte des Films einmalig sein. Doch was hat das mit der Phase 4 des MCU zu tun? Richtig, eigentlich nix. Aber das stört wenig, denn einen roten Faden gab es bereits seit Black Widow nicht mehr. Vielmehr glänzten die Filme nun mit Verweisen auf Disneys Streamingwelt. Doctor Strange und sein Multiversum des Wahnsinns setzt Wandavison fort und fortan schlendert Julia Dreyfuss als die undurchsichtige Valentina de Fontaine durch jeden Kinofilm und jede Serie. Wer sie nicht kennt, muss wohl The Falcon and the Wintersoldier verpasst haben. Spätestens jetzt sind jene Zuschauer raus, die kein Disney Plus Abo haben. Aber die haben es ja auch nicht verdient, sich Marvel Fans zu nennen, oder so ähnlich. 

Hatte sich so mancher Kinobesuch zuletzt als Pflichtveranstaltung angefühlt, kann man sich mit Wakanda Forever einigermaßen versöhnen. Klar, dass auch hier nicht alles Gold ist, was glänzt. Allem voran ist da Ironheart Riri Williams, jener Abklatsch von Tony Stark, die mit Macht in eine Geschichte gepresst wurde, in der sie eigentlich nichts zu suchen hat. Aber da ja, rein zufällig, eine Disney Plus Serie mit ihr wartet, versteht man das Kalkül. Bleibt nur die Frage, was uns in Phase 5 erwartet. Es wird wohl wie eine Silvesterparty mit Jahresrückblicken. Man denkt an den Murks der Vergangenheit nach und hofft auf Besserung im neuen Jahr. Und natürlich war nicht alles schlecht. Shang Chi machte richtig Spaß und Spider-Man knackte sämtliche Zuschauerrekorde. Aber das sind wohl nur Beweise dafür, dass auch blinde Hühner mal ein Körnchen finden.   

Montag, 17. Oktober 2022

Ist das Marvel oder kann She- Hulk weg?

 


Es ist schon etwas ärgerlich, wenn man sich anschaut, was aus dem MCU geworden ist. Disney/ Marvel versucht derart von seiner Erfolgsformel zu flüchten, dass man den Misserfolg gerade zu herbeisehnt. Bei der neusten Serie aus dem Streamingdienst der Superheldenhölle wird mit She- Hulk eigentlich eine Figur mit reichlich Potenzial rekrutiert. Dass Marvel verstärkt auf Frauenpower setzt und bei Männern höchstens noch nach "alles-bloß-keine-Weißen" castet, ist dabei noch zu verschmerzen. Tatsächlich war der weiße Mann mittleren Alters derart überpräsent, dass Abwechslung gar nicht verkehrt ist. Und die weiblichen Helden haben viel zu bieten: galaktische Kriegerinnen; Spione und wütende Gammafrauen! Was kann da schiefgehen? Leider so ziemlich alles. Die negativen Stimmen ertönten bereits beim Trailer der Serie She- Hulk. Da war das ganze Elend höchstens zu erahnen. Vom Twerken oder dem verpatzten Finale war da zumindest noch keine Spur. Doch allein die Spezialeffekte wirkten, als hätte sich Disney/Marvel eine Hulkin bei Wish bestellt. 

Eine Anwaltscomedy mit Superheldeneinschlag hätte dabei gar nicht schlecht sein können und gelegentliche Durchbrüche der vierten Wand sind bei Comichelden nicht unüblich. Mit Hauptdarstellerin Tatjana Maslani hat man sich auch ein gutes Talent gesichert. Spätestens seit Orphan Black weiß man um ihre Wandelbarkeit. Doch diesmal überwiegen leider die negativen Aspekte der Live-Action-Serie Nummer 7 aus dem Marvel Kosmos. Eine Story gibt es quasi nicht. Unsere Hulkin hat zwar am Anfang so etwas wie eine Entstehung mit Bruce Banner als Mentor. Der wird jedoch schnell abgewatscht, da er ja am Ende des Tages einer von diesen Männern ist. Dass Bruce ein guter Wissenschaftler ist und zu den hellsten Köpfen des Marvel- Kosmos zählt ist da genauso egal, wie die Tatsache, dass er als Hulk so ein klein wenig Erfahrung hat. Derartige Expertise ist aber unnötig, da ja She- Hulk alles weiß und alles kann. Sie zeigt dem Hulk auch gleich, dass sie im Yoga, der Selbstkontrolle und dem Erzeugen von Schallwellen einfach besser ist- ganz, wie es sich eben für einen echten Mary Sue Charakter gehört. Die nächsten Männer in der Serie wollen sie auch gleich vergewaltigen, ausrauben oder beruflich an der kurzen Leine. Das Männer furchtbar sind, erzählt jedoch so ziemlich jede Franchise neuerdings unentwegt, sei es nun Star Wars oder das MCU. 

Dabei sind so manche Einblicke in Jennifer Walters Psyche doch ganz interessant. Bis sie natürlich gegen den Zwang rebelliert, sich in She- Hulk zu verwandeln. Das wäre ok, würde sie die grüne Gammafrau nicht selbst bevorzugt einsetzen, um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen. Bei der Hochzeit ihrer Freundin oder mit einer Dating-App zum Beispiel. Man hätte von einer Anwältin etwas mehr Selbstbewusstsein erwarten können. Doch sowohl der Heldenalltag als auch ihre Arbeit als Anwältin bleiben auf der Strecke. Ihre juristischen Fälle werden von Scharlatanen und Idioten- kurz Männern dominiert, die entweder unfähig, faul oder feige sind. Ein Heiratsschwindler der unsterblich ist und sich mit Scheintoden aus den Klauen der Exfrauen entziehen möchte, ein Möchtegern Zauberer mit geklautem Slingring oder ein Frosch- Held der seinen Ausstatter verklagt und anschließend entführt. Die Fälle werden dann im Gericht superschnell abgehandelt, ehe Jennifer sich dann endlich in einer Bar dem gepflegten Suff hingeben kann. Das ist auch besser so, da sie zur Lösung der Streitfälle weder recherchiert, noch sonstige Arbeit leistet. Und wenn man kurz davor ist, zu erkennen, dass die Autoren kein Plädoyer schreiben können, bricht einfach eine Schurkin durch die Wand und stört die Verhandlung. Warum? Das wird nicht erklärt. Wozu auch? 

Die letzte Folge hat dann leider weder versucht, die losen Handlungsfäden sinnbringend zu verknüpfen, noch überhaupt einen Konflikt zu lösen. Es wirkte wie der Trotz der Macher, dass jede Kritik vergebens ist und eigentlich auch alles egal ist. Statt die Autoren hier eine gute Geschichte auffahren, neigen sie nur dazu, dem Zuschauer den grünen Stinkefinger zu zeigen. Ist She- Hulk also eine Serie für Fans oder eine Abrechnung mit den Fans? Das einzige, was jedenfalls toxisch ist und gecancelt gehört, ist diese Serie und seine Autor:Innen!

Donnerstag, 13. Oktober 2022

Ein Phantom kehrt zurück

 


Es war irgendwann in den 90ern: da saß Klein- Larsiboer vor dem Fernseher und sah die Zeichentrickserie der "Defenders of the Earth". Ein mutiges Heldengespann, das sich aus Charakteren, wie Flash Gordon, Mandrake, Lothar und dem Phantom zusammensetzte. Letzteres begeisterte mich besonders. Der wandelnde Geist mit der Kraft von 10 Tigern versetzte seine Gegner in Angst und Schrecken. Von der Geschichte dieses Helden, der 1936 durch Lee Falk geschaffen wurde, wusste ich nichts. Bis ich eines Tages in einem abgeranzten A & V Laden auf ein paar vergilbte Bastei- Comics stieß. Das Phantom war hier in schwarz, weiß und rot abgedruckt. Mehr Farben gab es hier leider nicht. Es folgte noch ein Spielfilm mit Billy Zane in der Hauptrolle und dann endete mit der oben genannten Zeichentrickserie auch jedes Lebenszeichen des lila Helden mit der winzigen Maske. Bis plötzlich 2022 in einem Zeitschriftenladen das erste Heft auslag. Zugegeben, mit fast 10 Euro ein ganz schöner Brocken, dafür aber mit 100 Seiten auch sein Geld wert. Und da war es wieder: das Phantom! Und diesmal sogar in bunten Farben. Zugegeben, der Zeichenstil der ersten Geschichte wirkten klobig und wenig detailliert, aber das Phantom in Action zu sehen hatte etwas ganz besonderes. Zwar ist das Heftformat in Übergröße ungewohnt und mag nicht so recht zum heutigen Zeitgeist passen aber vielleicht ist das ja auch so gewollt. Man möchte alte nostalgische Gefühle beschwören. Und eins ist sicher: Die Macher dieses Magazins bei Zauberstern Comics sind echte Fans. Anders lässt es sich nicht erklären, einen mittlerweile in Vergessenheit geratenen Helden ungefragt aus der Mottenkiste der Vergangenheit zu holen. Für mich auf jeden Fall die Überraschung des Jahres! 

Donnerstag, 30. Juni 2022

Marvel hat es geschafft!

 


Die 4. Phase des MCU war schon nach seiner Ankündigung für mich recht befremdlich. Warum mussten es so viele Disney Plus Serien sein? Wo sind die ganzen Filme? Aus einer unschlagbaren Formel und mit der Unterstützung der ganzen Fans im Rücken, hatte Marvel nun die Aufgabe, einen Streamingdienst mit Inhalt zu befüllen. Das wurde nun wichtiger, als das Erzählen guter Geschichten. Auf dem Papier sahen Serien wie Loki oder Moon Knight noch ganz interessant aus und sie schafften es wenigstens, dass ich eingeschaltet habe, wenn eine neue Folge auf Sendung ging. Bei der Ankündigung von "Ms. Marvel" war ich da eher skeptisch. Aber als jemand, der offen gegenüber Neuem ist, habe ich mir die ersten zwei Folgen angesehen. Und was soll ich sagen? Es interessiert mich einfach nicht. Dank Spider- Man hatte ich eigentlich nichts gegen Teenage- Superhelden. Dank "Blank Panther" war ich bereit, mich in eine fremde Kultur zu stürzen. Doch beides wurde in "Ms. Marvel" derart öde inszeniert, dass ich nach zwei Folgen spürte, dass ich keine dritte Folge brauche. Schon bei den Comics habe ich einen Bogen um Kamala Khan gemacht. Weil das Thema wie ein Girlie- Teen Abenteuer daher kam und ich mich weder im richtigen Alter noch sonst in dieser Zielgruppe wiederfinde. Gerne dürfen die Abenteuer eines Superhelden nebenbei durch kulturelle und soziale Probleme aufgewertet und vertieft werden. Mittlerweile ist es anders herum und in einer Sozialkritik dümpelt im Hintergrund noch irgendwo ein Held herum. Das ist mir zu wenig und so mache ich lieber was anderes mit meiner Zeit. Das ist schade, denn ich war vom MCU einmal überzeugt, dass es keine schlechten Geschichten geben könnte. Wie wenig ich damals noch wusste! Wenn jetzt natürlich bei Serien, die ich nicht schaue auch noch Erklärungen und Verweise lauern, die mich den Anschluss an kommende Marvel Filme verpassen lassen, muss ich mich wohl oder übel vom MCU verabschieden. Nur zu dumm, dass Konkurrent DC einfach gar nichts auf die Reihe kriegt. Marvel hat es jetzt jedenfalls geschafft, mir das Interesse an Marvel zu nehmen. Das nenne ich mal Fanservice!

Sonntag, 1. Mai 2022

Viel Glück damit...

 


Es gibt Dinge, die sind für Fans etwas heiliges und haben ein unumstößliches Reglement, was Figuren, Geschichte, Worldbuilding und dergleichen angeht. "Der Herr der Ringe", einst von J.R.R. Tolkien geschaffen, gehört unweigerlich dazu. Regisseur Peter Jackson hatte das damals bereits verstanden und zumindest mit der ersten Trilogie ein episches Meisterwerk geschaffen. Die Filme waren glaubhaft und überzeugend, weil auch Peter Jackson eine Vision hatte und die Buchvorlage derart liebte, dass er einen besonderen Anspruch hatte. 

In der heutigen Zeit ist es anders. In den Interviews zur neuen "Der Herr der Ringe" Serie erzählen die Macher mehr von "Diversität" und "Repräsentation", von Ihrem Wunsch, etwas zu schaffen, von dem sie überzeugt sind, reden sie nicht. Kein Wort darüber, wie wichtig ihnen die Geschichte ist. Oder wie viel Wert sie auf die stark ausgearbeiteten Figuren legen. Wieder einmal haben es die Aktivisten geschafft, sich in ein Franchise einzunisten und es von innen heraus zu zerstören. Und keine Filmreihe, Serie oder Marke ist sicher. Ob Ghostbusters, Oceans Eleven, Terminator oder Star Wars: die Fans mussten mit ansehen, wie aus garantierten Erfolgen ein am Ende geschädigter Ruf übrig blieb. Terminator wird wohl kein Regisseur oder Produzent mehr anfassen. Die Ghostbusters hatten mit "Afterlife" nichts als Schadensbegrenzung vor sich. Viel zu oft liest man, dass die Macher an der Spitze der Franchise sich weder für diese Geschichte interessieren noch überhaupt Ahnung davon haben. Es werden Autoren herangezogen, die noch nicht einmal Erfahrung haben oder irgendeinen Erfolg vorweisen können. 

Was mir bisher an Informationen von der neuen Amazon- Serie über "Der Herr der Ringe" vorliegt, lässt mich jedenfalls erschauern. Und obwohl ich ein Tolkienfan und Fan von Fantasy bin, lasse ich davon die Finger. Meine Unterstützung werden solche halbherzigen Versuche nicht bekommen. Und wenn Agenda und Wokeness über dem Geschichtenerzählen stehen, kann man sich darauf verlassen, dass ein neues Millionengrab entsteht. Das ist schade, geschieht ihnen aber ganz recht.

Dienstag, 19. April 2022

Dann behaltet eure Next Gen Konsolen...

 



Es war früher schon eine einfache Gleichung: es kam eine neue Konsole raus, die anfangs noch sehr teuer war. Dann haben alle Leute die gekauft, denen Geld scheinbar nichts bedeutet und dann kamen die Angebote. Man ging in ein Geschäft, nahm einen Karton in die Hand und hatte für einen guten Preis das neuste Modell der Playstation im Körbchen. Schnell nach Hause, auspacken, anschließen, voila- willkommen in der nächsten Spielegeneration. Und es waren so schöne Zeiten! Heute sieht das anders aus. Lieferengpässe, geringe Stückzahlen, Wartelisten, Scalper und leere Regale. Es scheint, als wären die Zeiten des "Gekauft wie gesehen" vorbei. Mal wird online von einem Drop erzählt, wo man bei Amazon, Otto oder sonst wo gucken soll, nur um dann doch nichts zu finden, mal werben Stromanbieter mit einer Konsole passend zum neusten Tarif. Und dabei ist die PS5 seit November 2020 draußen. Und noch immer kommt man eher an Konzertkarten für Michael Jackson ran. Was ist da los? Noch immer sind wohl die Komponenten knapp, Staus auf dem Panama-Kanal, Corona und Krieg in der Ukraine helfen da auch nicht unbedingt bei den Lieferketten. Und je länger es dauert, desto unwahrscheinlicher ist es, dass man eine Konsole im Elektromarkt um die Ecke bekommt. Und da ist das Problem. Ich verliere nämlich die Lust auf Konsolen und die Next Gen! Was nutzt es, auf etwas zu warten, dass vielleicht gar nicht passiert? Wird das bei Playstation 6 und Co. auch so ablaufen? Wenn ja, ist es wohl besser, sich vielleicht auf ältere Konsolen und Spiele zu orientieren und einen warmen Furz auf das ganze Wettrüsten zu geben. Immerhin: Es kommen noch genügend Sachen auf der PS4 raus. Dann muss man vielleicht einfach das tun, was ich die ganze Zeit schon mache. Ich stelle mir vor, dass die Playstation 5 nie erschienen ist. Die Spiele im Regal der Läden weiß ich jedenfalls seit fast 2 Jahren zu ignorieren. Nur weiß ich nicht, was dreister ist: dass sogenannte Scalper mit Hilfe von Bots alle verfügbaren Konsolen kaufen, um sie überteuert online zu verscherbeln oder dass Sony seine Geräte am liebsten bei Strom- und Handyanbietern verhökert, damit sie ihre lukrativen Knebelverträge aufhübschen können. Bei so viel Gier vergeht einem doch jede Lust auf eine Konsole der nächsten Generation. Ich habe jedenfalls meinen Gameboy wieder für mich entdeckt... 

Mittwoch, 6. April 2022

Warum das Sonyverse scheitern wird...

 


Es ist schon eine Patt- Situation, in der sich Sony befindet. Da hat man die Rechte an Spider- Man und all seinen Schurken und weiß nichts damit anzufangen. Zwar ist man mit Hilfe von Disney/ Marvel recht erfolgreich, den Wandkrabbler fürs große Kino zu inszenieren, doch für die zahlreichen Gegenspieler der Spinne reicht es leider nicht. Hatte Venom noch das Glück, mit Humor über viele Makel hinweg zu täuschen, gelang das mit Morbius, Dank des Fehlens von Lachern, nicht. Es wirkt, als hätte Sony keinen Plan, wie man Spider- Man zu einer fulminanten Rückkehr verhelfen könnte. Wie auch? Wenn man Venom in jedem Film gegen einen Symbionten antreten lässt und Morbius Gegenspieler auch "nur" ein Vampir ist, bemerkt man das Problem. Schurken haben nur einen Gegenspieler: und das ist eigentlich ein Held. In Sonys Falle Spider- Man! Weder Venom noch Morbius sind dafür gedacht, sich gegen ihresgleichen zu stellen auch wenn Carnage eine prominente Lösung darstellt. Und andere Helden als Spider- Man sind nun mal bei Marvel und Disney unter Vertrag. Es bleibt also zu befürchten, dass Sony zwangsweise alle Schurken zu Helden umfunktionieren muss. Und so wird mit Venom 3- sollte da je einer kommen- Toxin der nächste Symbiontengegner für Eddie und seinen best Buddy werden. Ob der zukünftige Kraven- Film auch zwei Jäger zeigt, die sich bekämpfen? Oder wird Madame Web gegen Mister Web antreten müssen? 

Zur Zeit wirkt es, als hätte man sich einen MCU Film gewünscht und die Lieblingstante ist im Laden auf ein Plagiat aus China reingefallen. Nur weil Marvel auf dem Film prangt, ist es eben doch nicht von Marvel. Das ist schade. Hätte man doch besonders mit Morbius einen Drakula- Horror- Film machen können, der gruselig, blutig und düster ist. Hat man aber nicht. Stattdessen gibt's am Ende eine ähnliche CGI- Keilerei, wie bei Venom und Riot. Viel Slow Motion und ein Übermaß an Chaos, sodass man nicht mehr weiß, wo oben und unten oder gut und böse ist. Copy- Paste also. 

Es muss vor allem bitter für Jared Leto sein. Sollte er davon träumen, einmal in einem coolen Comicverse zu spielen, hätte er sich lieber bei Disney beworben. Jetzt muss man fürchten, dass der Mime seinen Ruf durch Morbius geschädigt hat. Und das tut mir sehr leid. 

Für mich gibt es nur eine Lösung: Sony produziert nur noch mit dem MCU und macht dann lieber Playstation Spiele mit Spider- Man. Deal? 

Dienstag, 9. November 2021

Eternals- Gehen Marvel die Ideen aus?

 


Endlich geht die Reise mit dem Marvel Cinematic Universe weiter. Nach Spider- Man " Far from home" spielte sich das Geschehen erst einmal nur im Serienkosmos von Disney Plus ab. Reichlich unbefriedigend für Cineasten und wenn wir ehrlich sind, steht das "C" im MCU ja schließlich nicht für Serien. 

Um So schöner also, dass Fans des Comicriesen jetzt auf neue und alte Gesichter hoffen können. Black Widow kam allerdings ganze 10 Jahre zu spät für ihren ersten Solofilm. Immerhin ist sie in Endgame gestorben, weshalb sich jetzt niemand wirklich für eine Handlung interessiert, die nachträglich so eben mal kurz zwischen Civil War und Infinity War geklatscht wurde. 

Besser wurde es da schon mit Shang- Chi. Frischer Held, coole Bilder und ein Martial Arts Setting, das es so noch nicht im MCU gab. Das war richtig gut und zeigte, dass es jeder Held aus dem Archiv zu etwas bringen kann, wenn man sich nur traut.

Nachdem "Guardians of the Galaxy" ein totaler Erfolg mit gänzlich unbekannten Figuren wurde, war die Angst vor Helden der dritten Reihe nicht mehr ganz so groß. Doch es liegt eben auch an der Handschrift des Regisseurs und seiner Vision. 

Mit Chloé Zhao hatte Disney/ Marvel auch noch eine Oscarkandidatin am Start, die mit "Nomadland" für Aufsehen sorgte. Doch wie schlägt sich eine Vertreterin des künstlerisch Wertvollen bei etwas scheinbar banalem, wie einer mainstreamigen Comicverfilmung? 

Kritiker machten schnell darauf aufmerksam, dass Zhaos Erzählweise und Bildsprache gut für Dokumentationen und schlecht für Superhelden sind. Da wird jede Pore und jede Wimper eingefangen, doch für die Totalen bleiben da nur seltsam choreographierte Gruppenbilder die anmuten, als laufe gerade eine Showtanztruppe durchs Bild. Jeder stellt sich rein Zufällig in einer einstudierten Formation auf. Das wirkt nicht nur lächerlich, sondern zeigt, dass die Bildsprache eines Comicheftchens nicht immer in der Realität des Bewegtbildes funktionieren muss.

Auch der große Cast kann nicht gut beleuchtet werden, wenn die Handlung nur an zwei Figuren klebt. Insgesamt also eine recht verzwickte Sache, wenn man die Aufgabe hat, Götter zu inszenieren, die der Welt derart entrückt sind, dass sie sich nicht als Teil der Menschheit verstehen, sondern sie gar von oben herab betrachten. 

Bleibt nur die Frage, warum Kevin Feiges Finger ausgerechnet auf jene Eternals zeigte, die in Marvels Comicwelt gar keinen Auftritt in den letzten Dekaden hatten. Gehen Disneys Marvel etwa die Figuren aus? Kann es daran liegen, dass es für die X-Men zu früh, für Ironman und Captain America vorbei, für Black Panther unmöglich und für Black Widow zu spät ist?


Montag, 19. Juli 2021

Loki die Serie? Alles nur Täuschung?

 


Das MCU findet ja, Corona sei Dank, größtenteils im Streamingdienst von Disney Plus statt. So hatte man mit WandaVision und The Falcon and the Wintersoldier schon einiges vorgelegt. Mit Loki sollte nicht nur der erste Schurke seinen Auftritt haben, die Serie hat mit Tom Hiddleston auch einen hochkarätigen Filmschauspieler zu bieten.  

Doch kann der Zeitreisetrubel, der sich wie eine Mischung aus "Men in Black" und "Sliders" anfühlt, wirklich überzeugen? Und wäre dem Prinz von Asgard nicht eher mit einem Solofilm geholfen? Ich verrate es euch gern.

Tatsächlich ist Loki, der Bruder von Thor ein echter Fanliebling. Kein anderer Schurke kommt so gut bei den Fans an. Auch wenn Thanos beeindruckend und in allen Filmen des MCUs präsent war, hatte Loki mit seinem Witz und Charme stets die Nase vorn. Die Ankündigung einer Serie im Marvel Universum ließ Fanträume höher schlagen und der erste Trailer versprach eine andere Richtung, als die Sitcom- lastige Wandaserie und der Actionreißer mit Flügeln und Schild.

Es beginnt mit Lokis Flucht während der Ereignisse von Avengers Endgame. Durch Zeitreise und zahlreiche (un)glückliche Zufälle, entgeht der Gott des Schabernacks seinem Schicksal und türmt mit samt Tesserakt. Doch sein Verschwinden ist nicht vom Universum geplant und ruft die TVA auf den Plan. Eine Art FBI der alternativen Realitäten. Man nimmt Loki fest und bringt in ins Hauptquartier. Ein Alienbüro, das in J. Edgar Hoovers Bürostil der 30er Jahre gefangen ist: 

Magnetbänder, Diaprojektoren und braune Ledermöbel in noch brauneren, holzvertäfelten Büroräumen. 
Alles wirkt so zeitlos gealtert. Quasi der Retrolook, wie wir ihn aus den Fallout- Spielen kennen. 
Loki, der sich mit Moebius ( Owen Wilson), einem hochrangingen TVA- Agenten anfreundet, wird alsbald zu einer Art Berater der seltsamen Behörde. Denn es gilt, einen bösen Kriminellen zu fangen: Loki. Nur (Überraschung) in weiblicher Gestalt, mit Namen Sylvie ( Sophia Di Martino). 

Der She-Loki, anfangs die wenig überraschende weibliche Woke- Kreatur, entpuppt sich jedoch Dank guter Dialoge und einer überzeugenden Darstellerin schnell zu einer echt witzigen Hauptfigur mit Tiefgang. Da hat Marvel noch einmal Glück gehabt. 

Dass sie eigentlich nicht die Böse ist, sondern ihr eher böse mitgespielt wird, wird bereits am Anfang der 6- teiligen Serienstaffel klar. Beruhigend, dass Loki und She-Loki zum Traumteam werden und es auch ruhig mal knistern darf. 

Zwar wird viel Dialog an Schreibtischen verplappert und man kann die Büros der TVA bald nicht mehr sehen, dafür kommen gute Effekte zum Einsatz, wenn ein Planet durch einen Kometen zerstört zu werden droht oder am Ende der Zeit ein gewaltiges Schloss im Nichts auf unsere Antihelden wartet. 

Das Ende kommt allerdings zu abrupt und ein oder 2 Folgen mehr hätten der ersten Staffel sicher gut getan. Doch da es eine 2. und 3. Staffel geben soll, wird hoffentlich bald alles schön aufgeklärt.

Unterm Strich lässt sich die Serie Anfangs viel Zeit, die ihr am Ende fehlt. Das Gespann aus Loki, Sylvie und Moebius funktioniert und auch die anderen Lokivarianten sind extrem gut gelungen, wenn auch nur sehr kurz im Bild.

Bisher ist die Serie von Präsentation und Story die beste und weiß zu unterhalten. Wäre da nur nicht das Gefühl von Unvollständigkeit.

Ob das alles in einen Film gepasst hätte? Vermutlich ja, denn viel passierte nicht. Doch wer weiß, was die Serie noch auffährt. Wer nicht weiß, dass es eine Serie ist, vergisst es nach ein paar Minuten angesichts der starken Sets und Effekte eh bald von allein.


Dienstag, 8. Juni 2021

Zack Snyders Justice League "Dark"

 


Wer kennt es nicht? Kaum hat man sich einen Film auf Bluray oder DVD gekauft, da dauert es nicht lange und eine erweiterte Version wird angekündigt. Ob "Bladerunner"; "Der Herr der Ringe" oder "X-Men Zukunft ist Vergangenheit"- irgendwann hatte man dann beide Versionen im Regal.

Dass bei "Justice League" von 2017 etwas passieren musste, um die völlig vermurkste Kinofassung wieder gut zu machen, war irgendwie klar. Oder nicht? Immerhin hatte Warner Bros. stets betont, dass niemand die Absicht hatte, einen Director's Cut zu veröffentlichen oder eine Mauer zu bauen.

Sowohl Regisseur Zack Snyder, als auch seine Schauspieler Jason Momoa, Gal Gadot und Henry Cavill hielten gegen das Dementi. Es wurde gepostet was das Zeug hält und durch reichlich Fandruck ( auch ich hatte die online Petition unterzeichnet...) kam es, wie es eigentlich nicht hätte kommen müssen:

Tada! Der Snyder- Cut ist da! HBO Max freute sich über das 4-Stunden-Epos, welches das sonst eher lahme Spielprogramm des Streaminganbieters aufpeppte. In Deutschland musste man dafür seine Seele an Sky verkaufen oder auf den Homerelease der Discversionen warten.

Ich tat letzteres und bestellte die BR- Disc Version vor. Doch sollte ich es wagen? Wäre der Kinoschnitt von Whedon dann nicht obsolet? 

Doch es stellten sich noch andere Fragen: macht das quadratische Bildformat Anno 2021 überhaupt Sinn? Was soll die plötzliche episodenhafte Erzählweise? Und wen interessiert noch, wie alles im Snyderverse endet, wenn man bei Warner eh in andere Richtungen drängte? 

Nach dem ersten Schauen, was Dank der Länge zwei Sitzungen brauchte, war ich dann etwas schlauer. So richtig wurde das Universum weder zu Ende gedacht und trotzdem wurden allen nachfolgenden DC- Filmen nicht widersprochen. Ganz im Gegenteil.

In 7 Episoden und einer deutlichen düsteren Farbkorrektur wurde die Reise der Justice League völlig neu erzählt. Dabei war es kein Extendet Cut oder Director's Cut, es war ein ganz anderer Film, der nur ganz selten auf Szenen zurückgriff, die bereits im Kino sichtbar waren. Und selbst bei jenen genannten Szenen war alles umfangreicher und anders. Es war das, was die Kinoversion eben nicht war: die Vision von Zack Snyder ganz ohne Einflussnahme des Studios.

In über 240 Minuten konnte sich der Regisseur mit dem Hang zur Überlänge richtig austoben. Und das tat er auch mit Genuss. Nachdrehs, überarbeitete Effekte und ein neuer Soundtrack machten klar, dass man hier Justice League 2.0 am Start hat.

Doch ist mehr gleich besser? In diesem Falle unbedingt. Klar dürfte sein, dass diese Version niemals in eine Kino gelangt wäre- zu sperrig, zu groß zu unhandlich. Alles wirkt wie eine aufgeblasene Webserie, die das Budget regelrecht im Kamin verfeuert hat. Doch es hat sich gelohnt. Die Fans dürften versöhnt sein. Ich zumindest, bin es.

Mittwoch, 24. Februar 2021

Moral Kompott der Film




Das wohl brutalste Spiel goes Kino. Naja, oder zumindest goes Film. Denn, ob man hierzulande in ein Kino darf, weiß ja nur der Gesundheitsminister. Doch zumindest darf uns ein Trailer darüber erfreuen, dass Mortal Kombat einen neuen Film spendiert bekommt. Zwar gab es anno 1995 bereits ein Kinoabenteuer mit einer Fortsetzung 1997, doch vermutlich sollte man das schnell verdrängen. Zumindest, was Teil 2 und sein Budget von 13,50 DM angeht, braucht man nicht drüber zu reden. Auf der Gamesconvention waren Mortal Kombat Fans besser verkleidet, als die Schauspieler des Films. 

Jetzt endlich gibt es Bewegtbilder aus einem neuen Jahrtausend mit der Vermutung, dass hier jemand mal vernünftig Geld in die Hand genommen hat und sogar einen guten Kostümschneider aufgetrieben hat. Auch die Effekte, welche besonders bei Sub Zero und Scorpion abgefackelt werden, haben höchste Qualität. 

Da kommt also ein ganz schönes Brett an Film auf uns zu. Oder etwa nicht?

Von der Story wird erst einmal nichts verraten. Vermutlich wird es aber um das Turnier um Leben und Tod gehen. Das dürfte für Kenner der Spiele ja nix Neues sein. Wer Protagonist Cole ist, dürfte da eher Fragen aufwerfen. Warum man eine unbekannte Figur zur Hauptperson erklärt, statt auf bekannte Fanlieblinge zu setzen, ist jedoch ein Rätsel. 

Vielleicht ist es wie in einem Spiel, wo man sich seinen eigenen Kämpfer erstellen muss. Nur dann wäre er etwas spektakulärer geworden als jener Jüngling mit dem Drachenmal. Aber wie immer gilt mein Leidspruch: "Ein Urteil fälle ich erst nach dem Abspann..."

In diesem Sinne: "Fight!"

DC Fandome, die Convention fürs Wohnzimmer

 




Eins muss man Corona lassen: es macht erfinderisch. Wie sonst könnte ich einfach und bequem, vom Wohnzimmer aus, eine Convention in den USA besuchen. Statt hunderte von Euro zu verblasen, um einen Flug und eine Hotelunterkunft zu buchen, den Urlaub opfern und dann in einer vollen Messe die Hoffnung zu haben, etwas mitzubekommen.

Am Samstag war es dann soweit: DC öffnete die virtuellen Pforten seiner Fandome und versprach große Ankündigungen, viele Stars und neue Infos zu allen laufenden Projekte. Der Countoun lief auf der offiziellen Webseite, bevor sich dann die Tore zum Livestream öffneten, der dann sofort mit dem Wonder Woman 84 Panel loslegte. Und, wie erwartet, brachte die Regisseurin Patty Jenkins den zweiten offiziellen Trailer mit. Endlich konnte man Cheetah ( Kristen Wig) bewundern, die zwar nur kurz als Raubkatze durch das Bild hüpfte, dafür hatte man nun Gewissheit, dass der Look ganz dem Comicvorbild entspricht.

Es folgte ein Panel mit Autor Neil Gaiman, der etwas Neues zu seinen Sandman- Comics zu erzählen hatte und eine Hörspielfassung mit Michael Sheen ( Good Omens) vorstellte. Für den britischen Schauspieler hatte er auch nur lobende Worte übrig. Sheen war ja auch anwesend und freute sich, bei so einem Projekt mitzumachen.

Viel spielte sich dann im Namen der Diversität und der heiß geliebten Political Correctness ab. Ein Panel, bestehend aus schwarzen Schauspielerinnen, wie Anna Diop ( Titans), Candice Patton ( The Flash) und einigen, mir sonst unbekannten Gesichtern. Natürlich waren sich alle Damen einig, dass es mehr schwarze Frauen als Superhelden geben muss, wobei die ersten beiden genannten schon durch Blackwashing ihre Rollen bekamen und die neue Batwoman einen Charakter verkörpert, der fürs TV erfunden wurde, da Ruby Rose nach nur einer Staffel ausgestiegen ist. Ein anderes Panel zu "Milestone" zeigte auch einige Autoren und Zeichner, die sich mehr für schwarze Helden ( Hautfarbe, nicht Kostümfarbe) stark machten. Zeichner Jim Lee war als koreanisch- amerikanischer Zeichner mit von der Partie und konnte sich einen seltsamen Blick nicht verkneifen, als man die Hautfarbe erneut zum Thema machte. Versteht mich nicht falsch: ich bin absolut gegen Rassissmus und freue mich auf neue und kreative Figuren, egal welchen Geschlechts oder welcher Hautfarbe. Wenn ich jedoch spüre, dass alles nur noch aus einer Agenda heraus passiert, statt wirklich eine kreative Entscheidung zu sein, dann stößt mir das übel auf. Die Ankündigung auf einen schwarzen Batman im Jahre 2021 hat mich dann auch nicht mehr überraschen können. Das ist ja sehr kreativ und dringend nötig und bla bla.

Es waren auch zwei interessante Spielankündigungen mit "Gotham Knights" und "Suicide Squad kills the Justice Leage" vertreten. Letzteres hatte nur ein paar hübsch gerenderte Zwischensequenzen zu bieten aber auf der Playstation 5 sieht das alles bestimmt ganz toll aus. Die Panels dazu waren leider sehr kurz und man bekam nicht viele Informationen dazu geboten. Schade. Dafür zog sich das "Wonderwoman Cast spielt Werwölfe vom Düsterwald" und das Suicide Squad Trivia Quiz ganz schön in die Länge. Viele Filminformationen gab es nicht, außer dass Regisseur James Gunn ( Guardians of the Galaxy) mit "The Suicide Squad" den größten und tollsten Film aller Zeiten macht. Abwarten.

Dwayne Johnson zeigte sich im "Black Adam" Panel im engsten Pulli der Welt, durch dessen schwächlichen Webstoff Muskeln und Venen deutlich zu erkennen waren. Gewohnt charmant stimmte uns der ehemalige Wrestler auf den kommenden Bösewicht ein, der allerdings ehr als Antiheld konzipiert wird. Da noch nicht gedreht wird, präsentierte Jim Lee ( der einzige Zeichner und dazu recht oft vertreten) einige tolle Artworks, die vertont als Teaser durchgehen. Immerhin ein echtes Lebenszeichen zu diesem Projekt. Über Shazam! Teil 2, konnte der Cast um Zachary Levi nichts ausplaudern, außer den Titel, der "Fury of the gods" heißen wird. Immerhin etwas. Die Schauspieler waren alle recht gut gelaunt und es hat Spaß gemacht, zu sehen, dass die Filme von DC endlich an Fahrt aufnehmen. Auch der neue Trailer zu "The Batman" von Matt Reeves ( Planet der Affen) macht Lust auf Mehr. Die ganzen Webcam Chats mit Hollywood erinnerten an Homeoffice Sitzungen, gewährten aber recht schöne Einblicke in die Wohnsituation einiger Schauspieler und Autoren. An Stars und Namen fehlte es an diesem Abend jedenfalls nicht. Der Flash- Cast; Zack Snyder, James Wan und viele andere zeigten sich vor den Kameras und versprühten vor allem eins: Liebe zum DC Universum. Nicht jeder wird die Comics lesen und wurde mit den Heftchen groß. Viele haben ihre ersten Berührungen mit Superhelden durch Film und Fernsehen. Oft wurde hier die "Wonder Woman" TV Serie mit Lynda Carter erwähnt, die auch zu sehen und hören war. Andere kamen mit Tim Burtons Batman ( 1989) auf den Geschmack.