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Samstag, 20. September 2025

Thunderbolts- die etwas anderen Avengers

 


Für mich ist eine Zeit im MCU angebrochen, in der es mich nicht automatisch ins Kino zieht, nur weil Marvel einen neuen Film in die Pipeline boxt. Das ist in erster Linie natürlich den etwas mittelmäßigen Filmen, wie Captain America 4 geschuldet. Besonders bei Disney- Marvel- Produkten, kann ich mittlerweile auf den Streaming Release warten oder auf einen saftigen Discount auf die Discversion. 

Mit Thunderbolts (ob nun mit * oder ohne) kommt nun der Film, der einen besseren Aufbau hatte, als die Suicide Squad von David Ayer anno dazumal. Hier sind die (Anti-) Helden tatsächlich bereits zuvor mindestens einmal in anderen Filmen und Serien zu sehen gewesen, sodass man es wirklich cool finden kann, wie jetzt alle so zusammengewürfelt werden. Trotz eigentlich positiver Resonanz, blieb die Besucherschar aus. Vielleicht aus den gleichen Gründen, wie bei mir. Zumal der Film auch schnell im Kino auf die Nachmittagsvorstellung rutschte, sodass man als berufstätiger Mensch nicht mehr die Gelegenheit hat, doch noch die große Leinwand zu besuchen.

Natürlich ist "Thunderbolts" jetzt nicht der Film, auf den die Fans gewartet haben. Trotzdem ist es schön, wenn Marvel einmal abseits ausgetretener Pfade wandelt. Dass jeder einzelne Protagonist der unfreiwilligen Heldentruppe eine sehr kaputte Psyche hat und man versucht, damit Tiefe aufzubauen, ist schon ein deutliches Alleinstellungsmerkmal. Trotz der recht redeintensiven Handlung, kommt es hie und da dennoch zu den ersehnten Actioneinlagen. Und alle Darsteller machen ihre Sache gut. 

Nur eine Sache stört mich arg: So sehr ich Julia Louis- Dreyfus aus Seinfeld auch mag. Ihre Rolle der intrigantischen Agentin Valentina Allegra de Fontaine ist nur ein äußerst blasser Antagonist. So richtig kann ich keine Bedrohung durch diese Frau erkennen. Da hat Viola Davis als Amanda Waller durchaus mehr Biss gezeigt und ist die bessere Schurkin.

Die Einführung von Sentry gefiel mir dagegen ganz gut. Hier hat man alles richtig gemacht. Die Idee, diese Figur mit Bob etwas dualer zu gestalten, gefiel mir gar sehr. Ob aus dem Team, welches wohl nach einem Kindersport- Team benannt ist, statt in der Comicvorlage nach General Thaddeus "Thunderbolt" Ross, dann wirklich noch echte Avengers werden?

Insgesamt kein schlechter Film, der sich in einem kleineren Kosmos abspielt, in dem einmal nicht das Schicksal ganzer Universen auf dem Spiel steht. Dafür lohnt es sich dann doch, wenigstens die Bluray fürs Heimkino zu erstehen.